TarifverhandlungenMehr Lohn für Gastgewerbe-Mitarbeiter in Hessen

Fotolia

Die Löhne der Mitarbeiter von Hotels und Gastronomiebetrieben in Hessen steigen rückwirkend zum 1. September um 3,5 Prozent. Die Realbelastung liegt bei 2,8 Prozent, da die Tarifparteien zugleich eine sechzehnmonatige Laufzeit des Tarifvertrages bis zum 31.12.2018 vereinbart haben. Zudem profitieren vor allem die Azubis

Anzeige

Bei den Ausbildungsvergütungen setzten die Tarifparteien laut einer Mitteilung des Dehoga Hessen ein starkes Signal. Hier steigen die Gehälter für alle drei Ausbildungsjahre rückwirkend zum 1. September 2017 pauschal um 55 Euro pro Monat, was im dritten Lehrjahr zu einer Ausbildungsvergütung von 1.000 Euro führt. Darüber hinaus streben die Tarifparteien den Abschluss eines Ausbildungstarifvertrages an, dessen Allgemeinverbindlichkeit im kommenden Jahr zumindest für den Bereich des Entgeltes beim zuständigen Ministerium beantragt werden soll. Damit würden die Ausbildungsvergütungen verbindlich für alle hessischen Hotels und Gastronomiebetriebe gelten; unabhängig davon, ob sie Mitglied im Dehoga Hessen sind oder in ihren Ausbildungsverträgen Bezug auf den hessischen Entgelttarifvertrag nehmen. 

“1.000 Euro im dritten Lehrjahr ist für uns ein wichtiger Meilenstein zur Steigerung der Attraktivität unserer Ausbildungsberufe“, kommentierte Gerald Kink, Präsident des Dehog Hessen und Vorsitzender der arbeitgeberseitigen Tarifkommission, die erneut deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütungen. „Zugleich ist es eine echte finanzielle Herausforderung für einige unserer Betriebe. Wir erwarten schon, dass die Gewerkschaft mit uns an einem Strang zieht, um die Ausbildungsqualität nachhaltig zu sichern und auszubauen“, so Kink weiter. „Mit den nominal 3,5 Prozent Lohnsteigerung sind wir an unsere Grenzen gegangen und werden damit in den eigenen Reihen auch Kritik ernten.“

Nur durch die Gesamtlaufzeit von 16 Monaten bis Ende 2018 habe man diesen Weg gehen kömmem, weil “unsere Betriebe damit Planungssicherheit erhalten und wir wieder den für die Personalbudgets wichtigen Gleichlauf mit dem Kalenderjahr erreichen.“ Weil die Realbelastung durch die längere Laufzeit mit 2,8 Prozent deutlich unterhalb des nominalen Prozentsatzes liege, „konnten wir angesichts der derzeit guten Entwicklung des hessischen Gastgewerbes unseren Mitarbeitern diesen Zuwachs ermöglichen, ohne dabei die ebenfalls existierenden Probleme unserer vielfältigen Branche, zum Beispiel im ländlichen Bereich oder bei Kleinbetrieben, außer Acht zu lassen,“ fasste Kink zusammen. Er erwarte allerdings, dass „die Gewerkschaft nachhaltig zur Kenntnis nimmt, dass es schädlich für die Reputation unserer wunderschönen Branche ist, wenn Arbeitnehmervertreter in der Öffentlichkeit immer wieder unzutreffende Zerrbilder über unsere Arbeitswirklichkeit pflegen.“

Anzeige