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Start Brands News Susanne Hatje im Porträt: Von Norderstedt nach New York

Susanne Hatje im PorträtVon Norderstedt nach New York

 

Im Hotel Rafael in München setzte sie den Weg fort und ihre Fähigkeiten schlugen auch an der Isar hohe Wellen; 1998 wurde sie dort zur Generaldirektorin ernannt – im Alter von 27 Jahren, als jüngste Frau überhaupt in der Luxushotellerie. »Ich wollte den Job. Es war mein Haus. Ein Schmuckkasten.« Susanne Hatje schweigt einen Moment, blickt an ihrem schwarzen Hosenanzug herunter und überlegt, warum ihr die Führung zugetraut wurde. »Als Direktorin bin ich eine Angestellte, aber ich habe mich nie als solche gesehen. Das ist mein Haus, das wurde mir anvertraut und da habe ich allen gegenüber eine große Verantwortung, es auch zu führen, als ob es wirklich meins wäre.« Gastgeber zu sein fühlte sich stimmig für sie an – in diesem Hotel, in dieser Stadt, zu diesem Zeitpunkt.

Im Jahr 2000 übernahm die asiatische Mandarin Oriental Gruppe die Rafael Hotelgruppe und damit auch »ihr Haus«. Susanne Hatje betont die große Sensibilität, mit der das Rebranding und die Integration abliefen und betrachtet die Brosche an ihrem Revers: den goldenen Fächer mit elf Blättern. Sie strahlt. »Dies war der Beginn meiner steilen Karriere bei Mandarin Oriental.« Am Kahala Beach, Hawaii, leitete sie 2001 erstmals ein Resort und stellte sich der Herausforderung, die Balance auf dem Surfbrett zu halten.

Die nächste Welle trug sie nach Hongkong – dort wurde ihr 2004 angeboten, das Mandarin Oriental The Landmark zu eröffnen. »Es war spannend, alles von Anfang an mitzukreieren.« Tagsüber stand sie auf der Hotelbaustelle und entschied über Teppichböden, Wandfarben und die Mitarbeiterauswahl – abends lernte sie für ihr Wirtschaftsstudium. »Ach ja, meinen MBA hab’ ich auch noch irgendwie zwischendurch gemacht.« Zeit zum Surfen blieb dort nicht. Das Jahr 2005 beendete sie mit einer erfolgreichen Hoteleröffnung und einem erfolgreichen Studienabschluss. Zwei Jahre später verantwortete sie in Boston die nächste Eröffnung, diesmal inklusive Wohnungen mit MO-Service und Shoppingmall im Hotelgebäude. Als dort 2008 die ersten Gäste begrüßt wurden, mussten die Mitarbeiter von Lehman Brothers ihre Bank verlassen. Börsencrash. Wirtschaftskrise. Die Unsicherheit in den USA war groß, die Zukunft – auch des neuen Hotels – ungewiss. »Wir sind als Team zusammengerückt, alle Mitarbeiter haben sich eingesetzt, damit wir das meistern. Das war beeindruckend.« Ein wackliger Start. Susanne Hatje hielt die Balance, führte das Hotel in kurzer Zeit zur Blüte und blieb als GM sechs Jahre in Boston. »Eine tolle Zeit. Ich glaube, wenn ein Hotel erfolgreich sein soll, muss es nicht nur bei den internationalen Gästen beliebt sein, sondern auch bei den Menschen aus der Stadt. Das ist uns gut gelungen.« Von der Ostküste der USA flog sie an die Westküste, leitete übergangsweise das Mandarin Oriental Las Vegas, bevor sie 2012 in San Francisco erstmals in der überregionalen Konzernleitung eingesetzt wurde: als Verantwortliche für viele Residenzen der Gruppe weltweit. Der Fächer ist breit. 29 Hotels in 19 Ländern.

Und dann kam wieder New York. Ein Angebot, das Flaggschiff-Hotel am Columbus Circle zu übernehmen. Jetzt schüttelt sie lachend den Kopf und richtet den Blick auf die legendäre Park Avenue. »You don’t say no to New York. You don’t.« Mittlerweile sind die ersten Lichter in den Wolkenkratzern sichtbar, die Kutschpferde im Central Park traben im Scheinwerferlicht. »Diese Stadt ist schwer zu toppen. Großartig. New York funktioniert 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche. Die Schnelllebigkeit, die Intensität, die Veränderung. Um hier beständig erfolgreich in der obersten Liga zu spielen, braucht man ein hervorragendes Team, die Mitarbeiter sind das Herz des Hauses.« 575 sind es, mehr als 80 Nationalitäten. Für Susanne Hatje sind es ihre Kollegen. Mit dem gemeinsamen Ziel, die Wünsche der Gäste auf höchstem Niveau zu erfüllen und die Erwartungen zu übertreffen. »Wenn man etwas gibt, bekommt man mehr zurück, als wenn man darauf wartet, dass einem etwas Gutes passiert.« Davon ist sie überzeugt und das hat sie schon in Norderstedt erlebt. Ihren Eltern im Laufe der Jahre etwas zurückgeben zu können, ihnen zahlreiche Länder und Kulturen zu zeigen, bedeutet ihr sehr viel. Ebenso, das Weihnachtsfest mit ihnen und den Geschwistern in der Heimat verbringen zu können. Und im Sommer einige freie Tage auf Sylt – gute Wellen gibt es dort auch. Sie lächelt und begrüßt dann herzlich neue Gäste. »Es geht um die Personen, die da sind. Und darum, den Moment zu genießen.«

 

Katharina Pütter
Top hotel-Autorin
redaktion@tophotel.de

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