Studie „FutureHotel Spa- und Wellness-Erlebnisse“ Wissen, was Wellness-Gäste wünschen

Besonders beliebtes Gestaltungsmerkmal bei den Gästen: Saunen mit großzügigen Panorama-Glasscheiben, die den Gästen beim Saunieren den Eindruck vermitteln, inmitten der Natur zu sitzen. Hier die KLAFS Panorama-Sauna im Premium-Fitness und Wellness-Club „Home of Balance“ in Dornbirn, Österreich. © Home of Balance, Dornbirn / Hanno Mackowitz
Wie wird das Spa der Zukunft aussehen? Antworten darauf gibt eine Studie im Rahmen des Forschungsprojekts FutureHotel. Das Besondere: Die Studie stellt die Sichtweisen von Hotelgästen und Hoteliers gegenüber und deckt Diskrepanzen auf. FutureHotel-Partner Klafs stellt die wichtigsten Erkenntnisse vor.

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Und das gilt natürlich auch für die Themen Spa und Wellness im Hotel. Bereits Ende der 1990er-Jahre präsentierte Klafs auf der Interbad seine Idee der „Erlebnissauna“. Seit dieser Zeit kreieren die Sauna- und Spa-Ausstatter vermehrt regelrechte Erlebniswelten, die sich seit einigen Jahren auch bei neuen Spa-Bereichen der öffentlichen Bäder und Wellness-Hotels wiederfinden und dem Wellness-Urlaub nochmals deutlich Schwung verliehen haben.

Hinzu kommt: Die Themen persönliches Wohlbefinden und Gesundheit sind wichtige Trends unserer Zeit. Der Bedarf an Spa-Anlagen im Hotel ist also mehr denn je da. Doch stimmen die Wünsche der Gäste von Spa-Bereichen im Hotel mit den Vorstellungen der Hoteliers über diese Wünsche überein? Entwickeln sich Angebot und Nachfrage in die gleiche Richtung? Mit dieser zentralen Frage beschäftigt sich die Studie „FutureHotel Spa- und Wellness-Erlebnisse“. Diese entstand im Rahmen des Innovationsnetzwerks „FutureHotel“ – initiiert und geleitet vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO).

Wellness-Angebot ist Topkriterium

Wesentliche Erkenntnis: Das Wellness-Angebot ist heute ein klares Buchungskriterium. Für 77,5 Prozent der Gäste ist es das entscheidende Buchungskriterium oder spielt zumindest eine Rolle für das Buchen des Hotels. Das Thema hat also für die Gäste eine hohe Relevanz – was scheinbar noch nicht bei allen Hoteliers angekommen ist: Denn die befragten Hotels teilen sich ganz deutlich in zwei Gruppen: „Angebot auf dem aktuellen Stand der Technik“ und „Renovierungsbedürftiges Angebot“. Eine große Gruppe von Hoteliers riskiert also, hier den Anschluss zu verpassen.

Auch bei den befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgt ein Renovierungsstau für Frust – sie nennen dieses Thema oft als Hauptgrund für unzufriedene Gäste. Investitionen in den Spa-Bereich sind also in vielen Betrieben dringend geboten – und dürfen sich durchaus in der Preispolitik niederschlagen, vor allem in der gehobenen Hotellerie. Denn je mehr die Gäste für die Übernachtung bezahlen, desto mehr geben sie auch bereitwillig für einen Spa-Besuch aus. Im Hinblick auf die Auslastung der Bereiche gibt es ebenfalls noch viel Luft nach oben: „Spezielle Konzepte über das gängige Angebot hinaus und gezielte Marketing-Aktionen gegen das Sommerloch können die Ertrags­situation deutlich verbessern“, lädt ­Vanessa Borkmann, die Studienleiterin des Fraunhofer IAO, die Hoteliers zur ­Offensive ein.

Diskrepanz zwischen den Wünschen der Gäste und den Vorstellungen der Hoteliers herrscht beim Thema Außenbereich, bei dem ein großer Unterschied zwischen der Nachfrage- und der Angebotsseite besteht. Während 90 Prozent der befragten Gäste einen Außen-/Frischluftbereich als wichtig erachten, glauben nur 45 Prozent der befragten Hoteliers, dass dieser Punkt ein wichtiges Kriterium für die Zufriedenheit ihrer Gäste ist. „Mit diesem Punkt sollten sich Wellness-Hoteliers also dringend noch einmal beschäftigen. Innovative Konzepte wie zu öffnende Fassaden oder Virtual Reality können die Qualitäten eines Außenraumes zum Beispiel im urbanen Raum auch innerhalb eines Gebäudes abbilden“, rät Borkmann.

Sehnsucht nach Natur und größtmöglicher Privatheit

Diese Sehnsucht nach Frischluft und Natur erklärt auch, warum der Bezug nach draußen über große Fensterflächen und Tageslicht für viele Gäste ein wichtiges Wohlfühlkriterium ist. Beliebt sind Saunen mit  Panorama-Glasscheibe, die den Gästen den Eindruck vermitteln, inmitten der Natur zu sitzen. Auch beim Thema exklusiver Zugang für Hotelgäste besteht ein großer Unterschied zwischen der Nachfrage- und der Angebotsseite. Für 62 Prozent der befragten Gäste ist der exklusive Zugang nur für Hotelgäste ein wichtiger Faktor, während nur 32 Prozent der befragten Hoteliers dieses Thema für wichtig halten.

Was viele Branchenexperten schon länger prognostizieren, zeigt sich auch in dieser Studie deutlich: Das Thema private Spa-Suiten gewinnt immer mehr an Bedeutung. In einer früheren Studie aus dem Jahr 2009 konnten sich nur 11,4 Prozent der Gäste für dieses Thema begeistern – jetzt sind es schon 25,6 Prozent. „Jetzt wäre also genau der richtige Zeitpunkt, um sich mit solchen Angeboten ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen“, ist Borkmann überzeugt.

Apropos Alleinstellungsmerkmal: Für die befragten Hoteliers sind nicht nur Design und Ausstattung, sondern vor allen Dingen auch vielfältige Angebote entscheidende Erfolgskriterien. Und das zeigt sich auch darin, welche Angebote die Gäste als wichtig erachten. So hat das „Sanarium“ (61 Prozent) die finnische Sauna (58 Prozent) in dieser Studie sogar knapp überholt. Noch beliebter sind allerdings Dampfbäder (70 Prozent) und ganz besonders Schwimmbäder (90 Prozent). Das wichtigste Thema für die Gäste ist allerdings der Ruhe- und Liegebereich (95 Prozent). „Gerade der Ruhebereich bietet also großes Potenzial für Hoteliers, um die Gäste durch einzigartige Entspannungsangebote zu begeistern“, fasst Borkmann die Erkenntnisse zusammen.

Das Potenzial bereits mehrheitlich erkannt haben die Hoteliers beim Thema Energieeffizienz: 81 Prozent der befragten Hoteliers bewerten die Energiekosten als wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg, 49 Prozent sogar als sehr wichtig.

Fazit

Die Studie zeigt: Vielfältige und zeitgemäße Spa- und Wellness-Angebote sind heute eine wichtige Motivation für Gäste, ein Hotel zu buchen – und häufig wiederzukehren. Gefragt sind überraschende und innovative Konzepte, um sich aus der Fülle der Angebote herauszuheben und die Gäste zu begeistern. |

Weitere Informationen

www.futurehotel.de
www.klafs.com