Branchendialog Streetfood-Aktion: Gastwelt fordert Steuererleichterungen

Vertreterinnen und Vertreter der DZG und Partnerverbände bei der Streetfood-Aktion vor dem Bundestag: (von links) Christa Stienen, Homeira Amiri, Markus Tressel, Alexandra Wolframm, Dr. Marcel Klinge, Michelle Schwefel).
Vertreterinnen und Vertreter der DZG und Partnerverbände bei der Streetfood-Aktion vor dem Bundestag: (von links) Christa Stienen, Homeira Amiri, Markus Tressel, Alexandra Wolframm, Dr. Marcel Klinge, Michelle Schwefel). © DZG

Bei einer Streetfood-Aktion vor dem Bundestag hat die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) auf die ausbleibende Umsetzung zentraler steuerpolitischer Versprechen aufmerksam gemacht – und konkrete Forderungen platziert.

Versprochene Entlastungen bleiben aus, der wirtschaftliche Druck wächst: Mit einer Streetfood-Aktion vor dem Bundestag hat die DZG auf die zunehmende Belastung der Gastwelt aufmerksam gemacht und eine zügige Umsetzung steuerpolitischer Zusagen eingefordert.

Unter dem Motto "Meet and Eat" forderte die DZG insbesondere die Reduzierung der Umsatzsteuer auf Speisen sowie eine Absenkung der Luftverkehrssteuer. "Nachdem die neue Bundesregierung bei den versprochenen Energiekosten-Entlastungen bereits zurückgerudert ist, war uns wichtig, noch einmal vor Ort im direkten Austausch für schnelle Steuersenkungen zu werben", so DZG-Vorstandssprecher Marcel Klinge. "Diese müssen nun 'sicher' zum Jahreswechsel kommen, um den anhaltenden Kostendruck in unseren 250.000 Gastweltbetrieben abzufedern und Luft für die Mindestlohnanpassung sowie neue Investitionen zu schaffen." Vor dem Hintergrund ausbleibender Energiekosten-Entlastungen durch die Bundesregierung sei ein direkter Austausch vor Ort besonders wichtig gewesen.

Strukturierter Dialog statt Einzelinitiativen

Ziel der Aktion ist laut Klinge ein kontinuierlicher Dialog zwischen politischer Entscheidungsfindung und betrieblicher Praxis. Mit 6,2 Millionen Beschäftigten ist die Gastwelt der zweitgrößte private Arbeitgeber Deutschlands – dennoch würden ihre Interessen im politischen Betrieb häufig untergehen. Eine stärkere, verbandsübergreifende Zusammenarbeit sei daher entscheidend.

Unterstützt wurde die Aktion von Partnern wie dem Deutschen Studierendenwerk, dem Industrieverband HKI, den Deutschen Jugendherbergen, dem FCSI Deutschland-Österreich sowie dem Arbeitskleidungshersteller Weitblick. Gemeinsam soll die politische Wirksamkeit des gesamten Wirtschaftszweigs erhöht werden.

Weitere Formate zur politischen Vernetzung sind bereits geplant. So organisiert die DZG im Herbst ein Mitarbeiter-Afterwork mit der Deutschen Barkeeper-Union und dem Bundesverband der Spirituosenimporteure sowie einen Genuss-Salon mit TV-Koch Alexander Herrmann und den Jeunes Restaurateurs. Ergänzt wird das Programm durch zwei parlamentarische Frühstücke im Bundestag. Ziel bleibt eine sichtbare und abgestimmte Interessenvertretung der Gastwelt auf Bundesebene. red/eb

Über die DZG

Seit ihrer Gründung 2021 vernetzt die DZG bundesweit Politik, Wissenschaft sowie Akteure aus Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeit. Der unabhängige, überparteiliche Zusammenschluss beschäftigt sich mit Themen wie Arbeitskräftemangel, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Ziel ist die Entwicklung praxisnaher Lösungsansätze. Zu den 203 Mitgliedern gehören unter anderem Radeberger Gruppe, Deutsche Bahn, Transgourmet, Booking.com und FlixBus – mit insgesamt über 740.000 Beschäftigten in Deutschland.