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StartBusiness & ManagementSteuertipp::Was Sie zur Grundsteuer wissen sollten

SteuertippWas Sie zur Grundsteuer wissen sollten

Die heiße Phase der Grundsteuerreform ist eingeleitet. Immobilienbesitzer sind damit bis Ende Oktober in der Pflicht, ihre Grundstücksdaten an das Finanzamt zu übermitteln. Dabei sollten sie keine Zeit verstreichen lassen, damit fristgerecht alle geforderten Unterlagen vorliegen.

Lange wurde sie angekündigt, jetzt ist sie da: die Steuererklärungspflicht für Immobilienbesitzer. Die Pforten des Elster-Online-Portals haben sich geöffnet und die heiße Phase der Grundsteuerreform eingeleitet. Millionen Immobilienbesitzer müssen nun bis Ende Oktober verpflichtend ihre Grundstücksdaten auf elektronischem Weg an das Finanzamt übermitteln. Spätestens dann, wenn der eine fehlende Wert die elektronische Meldung unmöglich macht, dürfte bei dem einen oder anderen doch leichte Hektik ausbrechen, denn eine Verlängerung der Abgabefrist ist bislang nicht vorgesehen.

Umso wichtiger, jetzt keine Zeit verstreichen zu lassen und sich notfalls Hilfe zu holen. Denn ist der Grundsteuerwert einmal festgesetzt, sind Änderungen erst wieder bei einer Wertfortschreibung oder zum nächsten Hauptfeststellungszeitpunkt möglich. Ein zu hoher Grundsteuerwert kann daher für lange Zeit zu einer zu hohen Steuerbelastung führen.

Neubewertung für mehr Gleichheit

Jahrzehntelang beruhte die Berechnung der Grundsteuer auf Grundstückswerten aus dem Jahr 1964 beziehungsweise 1935. Da diese Werte natürlich schon lange nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen, entschied das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahr 2018, dass die bisherige Immobilienbewertung gegen das Gleichheitsprinzip verstößt. Eine Reform musste her, allerdings mit relativ langer Übergangszeit. Noch bis Ende 2024 dürfen Einheitswertbescheide und darauf basierende Grundsteuerbescheide daher nach alter Art erlassen werden. Erst ab 2025 ist dann die neue Grundsteuer festzusetzen. Der erste Stichtag für diese Neubewertung war der 1. Januar 2022. Ziel der Grundsteuerreform ist, dass für Grundstücke gleicher Lage und gleicher Größe auch die gleiche Grundsteuer zu zahlen ist.

Alle sieben Jahre erfolgt eine neue Hauptfeststellung

Für die Neubewertung müssen alle Immobilieneigentümer und auch alle Inhaber eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs jetzt selbst aktiv werden und zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober 2022 die Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts auf elektronischem Weg beim Finanzamt einreichen. In den Jahren 2023 und 2024 sind dann die Finanzverwaltungen und die Gemeinden mit diversen Verwaltungsarbeiten am Zuge, bevor die neue Grundsteuer zum ersten Fälligkeitstag am 15. Februar 2025 bezahlt werden kann. Damit die neue Bewertung nicht wieder irgendwann zu verfassungswidrigen Werten führt, ist alle sieben Jahre eine neue Hauptfeststellung durchzuführen.

Angaben, die für jede Immobilie benötigt werden

  • Lage des Grundstücks beziehungsweise des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft
  • Gemarkung, Flur und Flurstück des Grundvermögens
  • Eigentumsverhältnisse
  • Grundstücksart (unbebaut, Wohngrundstück, andere Bebauung)
  • Fläche des Grundstücks (ggf. Wohnfläche beziehungsweise Grundfläche des Gebäudes)
  • Information, ob es sich um ein Baudenkmal handelt
  • Baujahr, Kernsanierungsjahr oder bestehende Abbruchverpflichtung

Die erforderlichen Daten finden Sie:

  • in Grundbuchauszügen (Grundbuchblattnummer, Flurstücknummern, Grundstücksflächen und ggf. Bruchteilen)
  • im Einheitswertbescheid (Steuernummern, Aktenzeichen, Nummerierung der Gebäude)
  • ggf. im Kaufvertrag oder in der Teilungserklärung
  • in Unterlagen zur Flächenberechnung (Wohnfläche für das Ertragswertverfahren beziehungsweise Bruttogrundfläche für das Sachwertverfahren

Sollten die benötigten Daten nicht (mehr) auffindbar sein, können ein Grundbuchauszug beim zuständigen Amtsgericht und eine Flurkarte beim Vermessungsamt beantragt werden.


Zum Autor:

StB Andreas Höbel vom ETL Adhoga Verbund aus Wettenberg ist spezialisiert auf die Beratung von Hotels und Gaststätten.


 

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