Steuertipp Umsatzsteuerliche Einordnung von Early Check-in und Late Check-out

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Manchmal braucht der Hotelier großen Erfindungsreichtum: Die (steuer)rechtlichen Rahmenbedingungen erfordern teilweise sogar eine ausgeklügelte Preisgestaltung.

Seit langem etabliert haben sich zum Beispiel der bezahlte Early Check-in und Late Check-out in Form von Zusatzgebühren, die entstehen, wenn ein Gast das gebuchte Zimmer außerhalb der regulären Beherbergungsdauer belegt. Auch wenn schwarze Schafe in der Branche insbesondere den Late Check-out gegenüber ihren Gästen in unlauterer Weise erheben, um Zusatzeinnahmen zu ihren Dumpingangeboten zu generieren – aus Sicht eines rechtschaffenen Hoteliers geht es bei dieser Zusatzgebühr mehr um Schadensbegrenzung, da der Late Check-out den regulären Hotelbetrieb stört und Zusatzkosten für die Zimmerreinigung verursacht.

Fraglich ist nun, wie diese Zusatzgebühren umsatzsteuerlich einzuordnen sind. Denn irgendwie handelt es sich um eine Art Schadenersatz, der grundsätzlich nicht umsatzsteuerpflichtig wäre. Es könnte sich jedoch auch um eine Nebenleistung zur Beherbergung handeln, die dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent unterliegt. Ebenfalls kommt eine separate Leistung mit regulärem Umsatzsteuersatz von 19 Prozent infrage. Zu guter Letzt besteht auch noch die Möglichkeit, dass es sich schlicht um eine stundenweise Raumüberlassung handelt. Diese ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) aus dem Jahr 2015 umsatzsteuerfrei mit der Folge, dass der Vorsteuerabzug aus den bezogenen Vorleistungen nicht geltend gemacht werden darf.

Daraus resultiert eine verzwickte Vorsteueraufteilung in abzugsfähig und nicht abzugsfähig, die sich der geneigte Hotelier lieber erspart. Auch wenn die Finanzverwaltung die Rechtsprechung des BFH Anfang 2017 anerkannt hat, bleibt abzuwarten, ob, wie und in welchem Umfang die Betriebsprüfer erkennen, dass im Bereich dieser Zusatzgebühren etwas zu holen ist.

Tipp: Ein Hotelier, der auf Nummer sicher gehen will, erarbeitet sich mit seinem Steuerberater eine individuelle, möglichst wasserdichte Lösung. Wer zum Beispiel beim Late Check-out ein zusätzliches Reinigungsentgelt mit 19 Prozent Umsatzsteuer erhebt, dürfte auf der sicheren Seite sein.

Informationen zum Autor:
Hubert Ritter
StB im ETL ADHOGA Verbund aus Heilbronn spezialisiert auf die Beratung von Hotels und Gaststätten
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