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Start People & Brands Brands Steigenberger Hotel Stadt Lörrach: Betreibergesellschaft stellt Insolvenzantrag in Eigenverwaltung

Steigenberger Hotel Stadt Lörrach Betreibergesellschaft stellt Insolvenzantrag in Eigenverwaltung

Die Betreibergesellschaft des Steigenberger Hotels Stadt Lörrach hat einen
Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Auslöser für die Entscheidung der Verantwortlichen der HSL Betriebsgesellschaft mbH ist die Coronakrise; eine Rolle spielt dabei aber auch ein weiterer Faktor.

Die Coronakrise habe den Hotelbetrieb des Hotels Stadt Lörrach leider massiv negativ beeinflusst, heißt es in einer Pressemitteilung der HSL Betriebsgesellschaft mbH, die Tophotel vorliegt. Maßgeblich dafür sei neben dem touristischen Beherbergungsverbot das Ausbleiben von Geschäftskunden und Messebesuchern sowie der Einbruch des Fluggeschäfts am Flughafen Muhlhausen/Basel gewesen.

Insolvenzantrag in Eigenverwaltung

“Um die Möglichkeit einer neutralen und lösungsorientierten Sanierung zu finden, hat sich die Betreibergesellschaft am 9. April 2021 entschieden, einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung zu stellen. Das zuständige Insolvenzgericht in Hamburg hat dem Antrag stattgegeben und mit Beschluss vom 21. April 2021 (AZ: 67b IN 76/21) das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gemäß § 270b InsO zugelassen und den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder von der Kanzlei Johlke Niethammer aus Hamburg zum vorläufigen Sachwalter bestellt”, heißt es in dem Schreiben. “Insolvenzrechtlich werden die Geschäftsführer durch die Rechtsanwälte Hanning Wöhren und Dr. Matthias Schumacher von der auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei LWS Rechtsanwälte aus Hamburg vertreten.”

Lösung mit dem Verpächter nötig

Die Betreiber seien auch weiterhin überzeugt, dass der Hotelbetrieb selbst alle Möglichkeiten einer guten und nachhaltigen Fortführung nach der Coronakrise besitze. Grundlegende Voraussetzung dafür sei, in den nächsten Monaten eine Lösung mit dem Verpächter der Immobilie zu finden. Damit verbunden sei die Hoffnung, dass sich die wichtigen Märkte für das Hotel, unter anderem das Messe- und Firmengeschäft in der Region und bis Basel, zügig wieder erholten.

Hotel noch im Coronamodus

“Die Ergebnisse für das Jahr 2019 zeigten bereits eine gute und richtige Entwicklung des Hotelbetriebes, der erst Mitte 2017 eröffnet wurde (wir berichteten). Das Ziel, alle Arbeitsplätze zu sichern und den Fortbetrieb zu gewährleisten, hängt maßgeblich an einer Lösung mit dem Verpächter. Das Hotel ist derzeit noch im Coronamodus und die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die Zahlung der Löhne ist über das Kurzarbeitergeld und anschließend das Insolvenzausfallgeld abgesichert. Die Geschäftsführer der Betreibergesellschaft sehen eine gute Chance, eine Lösung in allen Bereichen zu finden und werden weiter dafür kämpfen. Der Standort Lörrach, das Hotel, die Mitarbeiter, die Lieferanten und vieles mehr, was an dem Hotelbetrieb hängt, haben es verdient, dass eine vernünftige und nachhaltige Lösung gefunden wird”, so die Betreiber.

Bis dato habe man keine Lösung mit dem Vermieter, Inhaber der Immobilie ist die Dr. K.H. Eberle Stiftung, finden können, sagt ein Sprecher der Betriebsgesellschaft weiter. Die HSL Betriebsgesellschaft Lörrach habe aber enorme Reserven, da das gesamte Inventar in deren Eigentum sei. Der Anschaffungswert (Eröffnung 2017) liege bei rund fünf Millionen Euro.

RIMC Hotels & Resorts Group nicht betroffen

Die frühere RIMC Betriebsgesellschaft, die zwischenzeitlich in die HSL Betriebsgesellschaft mbH in Lörrach umgewandelt wurde, ist alleinig von dem Antrag auf Eigenverwaltung betroffen. “Die weitere RIMC Hotels & Resorts Group ist davon nicht betroffen und ist stabil. Der Antrag auf Eigenverwaltung betrifft nur die HSL Betriebsgesellschaft für das Hotel in Lörrach. Mit den meisten unserer anderen Verpächter wurden bereits gute Lösungen gefunden”, so der Sprecher.

Statement der Dr. K. H. Eberle Stiftung als Immobilien-Inhaber

Die Gemeinnützige Dr. K. H. Eberle Stiftung äußert sich ebenfalls zu dem Sachverhalt. Von Seiten des Vorstandsvorsitzenden heißt es: Aufgrund von Differenzen und ausgebliebener Pacht- und Nebenkostenzahlungen in erheblicher Höhe sehe man keine Grundlage mehr für die Fortführung eines Vertragsverhältnisses mit den derzeitigen Pächtern.

“Dieser Sachstand hat nichts mit der derzeitigen Pandemie-Situation zu tun. Die Stiftung weiß um die schwierige Situation für das Gastgewerbe, weiß aber auch, dass im vergangenen Sommer nach dem ersten Lockdown die Möglichkeit bestand, Gäste zu beherbergen und zu bewirten. Der Betreiber entschied sich, dies nicht zu tun.” Seit März 2020 sei kein Cent an die Verpächterin bezahlt worden.

Die ausstehenden Pachtzahlungen würden und wurden vor dem Landgericht Freiburg verhandelt; laut der Stiftung seien bereits mehrere Titel gegen die HSL Betriebsgesellschaft erwirkt worden. Zudem sei nach der fristlosen Kündigung nun eine Räumungsklage anhängig. Das Inventar gehe zudem nach Beendigung des Pachtverhältnisses zurück in das Eigentum der Stiftung, die damals mittels einer Zuschussvereinbarung mit der RIMC/HSL für die Anschaffung des Inventares aufgekommen sei.

Nach wie vor ist die Stiftung aber vom Standort, dem Hotel und dessen Potenzial überzeugt und sicher, “dass mit einem anderen Betreiber in Zukunft wieder Gäste ein- und ausgehen werden.” ver

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