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StartBusiness & ManagementSpa Camp Focus Meeting 2022::Warum weniger mehr Erholung ist

Spa Camp Focus Meeting 2022Warum weniger mehr Erholung ist

Das Spa Camp, eine Eventreihe, die Wolfgang Falkner 2010 startete, widmet sich allen Themen rund um Wellness, Wellbeing und Spa. Das erste Focus Meeting in diesem Jahr entfachte eine leidenschaftliche Diskussion rund um das Thema „Wandel zum Wesentlichen“. Denn was ist das eigentlich, das Wesentliche? Für die Gäste, aber auch die Gastgeber?

Spa, Wellness, Überfluss? In einer Welt, die immer komplexer scheint, liegt der wahre Luxus vielleicht im Weniger, statt im Mehr. Möchte der Gast heute am Nachmittagsbuffet noch zwischen 20 Torten wählen dürfen, oder sollten wir sagen, müssen? Liegt der Schlüssel zur Entspannung vielleicht in einem geschmälerten Angebot, welches uns nicht vor eine Reihe von Entscheidungen stellt – Sauna, Dampfbad, Massage, Outdoor- oder Indoor-Pool?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, trafen sich Experten aus Österreich und Deutschland via Zoom und stiegen direkt mit vier spannenden Impuls-Vorträgen ein, die von einer offenen Gesprächsrunde komplettiert wurden.

Wichtige Impulse aus vier Fachbeiträgen

Michaela Thaler, Geschäftsführerin der Best Alpine Wellness Hotels und Jeannine Hermann, Programm Managerin Wellness & Gesundheit bei der Standortagentur Tirol stellten sich die Frage: „Was geschieht, wenn Langeweile entstehen darf, weil nicht die nächste Sauna lockt?“ Ihr Fazit: Weniger ist kein Verzicht, sondern die neue Form von Luxus. Wer nicht so sehr auf materielle Dinge achten muss, lenkt seinen Fokus auf das Wesentliche.

Diana Sicher-Fritsch, Expertin für leichtes Leben im Mental Spa-Resort Fritsch am Berg versteht das Wesentliche als Kern einer Sache und meint, man müsse zuerst einmal herausfinden, wie es den Menschen gehe. Aktuell fühlen sich wohl immer noch viele vom Infektionsgeschehen verunsichert, leiden aber auch unter eingeschränkten sozialen Kontakten. Diese Bedürfnisse zu kennen, versteht die Gastgeberin als Basis, um Spa-Gäste nachhaltig auffangen zu können. An die Hand genommen zu werden, sieht sie als Möglichkeit für den Gast sich fallen zu lasse: Ein strukturiertes und reduziertes Angebot als Ausgleich zum vollgestopften Alltagshamsterrad, in dem ein Termin auf den nächsten folgt.

Für Nele Winkler vom Haffhus Hotel & Spa bedeutet Fokus auf das Wesentliche, Nachhaltigkeit und Energieautarkie. Ziel des Hauses ist nicht nur, den eigenen Werten entsprechend nachhaltig und ressourcenschonend zu wirtschaften, sondern diese Werte auch für Gäste erlebbar zu machen.

Architekt René Pier von Schienbein + Pier stellte fest, dass Trends das Gegenteil von Nachhaltigkeit seien. Wer sich auf das Wesentliche fokussiere, müsse nicht alle paar Jahre neugestalten. Er definierte den Begriff „Healing Architecture“, wobei „gesunde Räume“ im Fokus stehen: eingebettet in und die Natur integrierend aber auch bereits im gestalterischen Prozess nachhaltig gedacht. So schafft man einen gesunden Ort, für Angestellte, Betreiber, Gäste und die Natur.

Die eigenen Werte im Fokus

In der anschließenden offenen Diskussionsrunde wurde keine finale Antwort auf die Frage nach dem Wesentlichen gefunden, viel mehr ging es darum, Ideen auszutauschen – für mögliche erste Schritte, auf einem nachhaltigen und bewussten Spa-Weg.

Jedes Haus müsse seinen individuellen Weg gehen und dabei zuerst auf die eigenen Werte achten. Veränderungen seien immer auch mit Kosten verbunden und würden bei manchen (Stamm-)Gästen vielleicht auch auf Ablehnung stoßen. Da sei es unumgänglich für die eigene Sache zu brennen und diese mit Überzeugung umzusetzen – um neue Gäste einzuladen und alte abzuholen.

Weniger ist mehr Erholung

Um den Gast am Prozess teilhaben zu lassen und ihn an der Hand nehmen zu können, bedarf es qualifizierter Mitarbeiter. Ständige Schulungen können dabei helfen. Im Bereich Treatments auf ein kleineres aber feines Angebot, sowie eine geschmälerte Produkt-Range zu setzen kostet Mut. Wer dies allerdings schlüssig begründen kann, holt auch zweifelnde Gäste ab und inspiriert sie vielleicht sogar, den Weg zum Wesentlichen auch zu Hause weiter zu gehen.

Klare Kommunikation & Tauschgeschäfte

Kommunikation ist Key. Um das Bewusstsein der Gäste zu schärfen bieten sich neben einer klaren Kommunikation ausgleichende schöne Erlebnisse an.

Eine positive Emotion kann Materielles deutlich aufwiegen, weiß Irene Auer vom Fünfsterne-Naturhotel Waldklause. Ihr Sohn hatte die Idee zum „Don‘t clean go green“ Projekt. Die Gäste des Design & Wellness-Hotels bekommen beim Check-in ein Papierbäumchen ausgehändigt. Und eine Erklärung: Wer das Bäumchen an die Zimmertüre hängt signalisiert, ich verzichte auf das Zimmer-Cleaning und trage gerne meinen Beitrag zur Ressourcenschonung bei. Im Gegenzug werden Bäume gepflanzt. Die Inhaberin gibt zu: „Etwas nervös war ich schon, so eine Idee, im Fünfsternebereich auszuprobieren. Doch das authentische Erlebnis stößt auf sehr viel positive Resonanz. Gäste lassen mich beim Check Out wissen wie schön sie es finden, dass mit ihrer Hilfe ein Baum gepflanzt wurde.“

Sarah Leoni

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