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Rückblick Sommer 2022Ferienhotellerie zeigte sich krisenresilient

Die Ferienhotellerie zeigte sich im Sommer 2022 krisenresilient, wie MRP Hotels berichtet. Wie performte die Stadthotellerie? Und wie sieht die Prognose für die Wintersaison aus?

Nach einem schwachen ersten Quartal 2022 folgte ein starkes Zweites, das vereinzelt sogar mit neuen Rekordwerten nicht nur in der Ferien-, sondern auch in der Stadthotellerie, das 2019er Niveau übertreffen konnte, wie MRP Hotels bilanziert. Inländische Übernachtungen sind auf das Niveau von 2019 zurückgekehrt, fehlende ausländische Übernachtungen lassen das Volumen von 2019 noch nicht erreichen und sind im Wesentlichen für die fehlenden vier Prozent bei den Übernachtungen insgesamt verantwortlich.

Performance der Stadthotellerie – ein Überblick

MRP Hotels teilt weiter mit, dass Deutschlands A-Städte in den Monaten Juni bis August bis zu 20 Prozent an ADR (Average Daily Rate = Nettoumsatz / belegtes Zimmer) gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 gewinnen. In der Auslastung seien die Hotels allerdings im gleichen Zeitraum 2022 weiterhin unter dem 2019er Niveau.

  • Hamburg und Köln führen mit Ergebnissen bei der Occupancy Rate/OCC(Belegung) – nur leicht negativ abweichend vom 2019er Niveau.
  • Hamburg gewinnt im Gesamtmarkt vier Prozent bei den Übernachtungen (Mai bis Juli geg. 2019) und ist damit Spitzenreiter. Die Relevanz der nationalen Gäste unterstütze hier (2019/2022: 27 Prozent bzw. 23 Prozent ausländische Gäste, 73 Prozent bzw. 77 Prozent inländische Gäste).
  • Düsseldorf kann sich, gemessen an der Anzahl der Übernachtungen, auf Platz zwei einordnen und ist damit zurück auf Vor-Corona-Level.
  • In Stuttgart und in Berlin ist der Rückgang der Übernachtungen im Vergleich zu 2019 von Mai bis Juli mit jeweils circa elf Prozent am größten.
  • Viele B-Städte vergleichsweise weiter in der Erholung vorangeschritten, zum Beispiel Münster mit plus acht Prozent an Übernachtungen von Mai – Juli im Vergleich zu 2019.
  • Während Frankfurt in der Pandemie vielfach das Schlusslicht in Bezug auf das Übernachtungsvolumen und KPI-Performance darstellte (Übernachtungen 2021: -66% geg. 2019), schafft es die Stadt im zweiten Quartal 2022 insbesondere bei inländischen Übernachtungen (+7% geg. 2019) zuzulegen (Übernachtungen am Beherbergungsmarkt Frankfurt „nur“ noch -6% geg. 2019 von Mai – Juli 2022). Beim ADR konnte sich die Mainmetropole in den Sommermonaten Mai bis August um circa 20 Prozent steigern.
  • Derzeit zeigt sich die Lage der Hotellerie in den einzelnen Städten insgesamt noch sehr volatil.

Feriendestinationen zeigen ihre gestiegene Relevanz

Feriendestinationen schneiden laut MRP im Durchschnitt insgesamt weiterhin besser ab als die Stadt. Schleswig-Holstein konnte von Juni bis August bei den Übernachtungen um drei Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 zulegen. Auch Bayern (ohne München) konnte sich im gleichen Zeitraum auf 2019er Niveau steigern.

Am Beispiel von Schleswig-Holstein sei zu erkennen, dass die Zwischensaison an Relevanz gewonnen hat. So konnten im April und Mai vier Prozent beziehungsweise zehn Prozent mehr Übernachtungen erzielt werden als im Vergleichszeitraum 2019 (bezogen auf den gesamten Beherbergungsmarkt, also inklusive Ferienhäuser, Campingplätze usw.).

Insbesondere steigerte die Ferienhotellerie ihre ADR, teilweise bis zu einem Viertel über dem 2019er Niveau. Auslastungen sind im Vergleich im Juli und August auf das Niveau von 2019 zurückgekehrt. „Es ist zu erwarten, dass die gestiegene Relevanz für die Ferienhotellerie und die positive Entwicklung ihrer Performance auch in Zukunft gehalten werden kann. Hier müssen Betriebe ihr Angebot entsprechend anpassen, um die Nachfrage langfristig zu halten und Alternativen für „Schlechtwettertage“ zu bieten“, heißt es von MRP.

Ausblick Wintersaison

Die Vielzahl an Krisen und makroökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Inflation sowie der Ukraine-Krieg haben starke Auswirkungen auf die touristische Entwicklung des bevorstehenden Winters, aber auch auf die kommenden Jahre, so die Hotellerie-Experten. Eine mögliche bevorstehende Energieknappheit, Kostensteigerungen, ein Wirtschafts- und Konsumrückgang gepaart mit hoher Inflation stellen die aktuell größten Herausforderungen der Hotellerie dar. Die Mechanismen der Geldpolitik verringerten den Konsum der Gesellschaft weiter.

„Hotelprodukte sind je nach Positionierung davon unterschiedlich stark betroffen. Luxusprodukte verzeichnen, so wie es derzeit bei vielen Betrieben aussieht, keinen Nachfrageverlust. Mittelkasse-Hotels, im Segment der klassischen ‚4-Sterne-Hotels‘, werden in den kommenden Monaten möglicherweise Nachfrageverluste verspüren“, kommentiert Martin Schaffer, Geschäftsführender Partner MRP Hotels, die Auswirkungen auf die Hotellerie. „Des Weiteren sind Hotels mit einem hohen Vertragsgeschäft – durch Reiseveranstalter und Corporate-Verträge – besonders vom Wertverlust und den Kostensteigerungen betroffen, da diese häufig ihre Verkaufspreise unterjährig nicht ändern können. Neben dem freizeit-touristischen Gast werden auch Business-Reisen rückläufig. Die Wirtschaftssituation lässt auch Unternehmen weiter sparen.“

Profitabilität der Branche weiter schwindend

Martin Schaffer abschließend: „Die Preissteigerungen der Energiekosten, steigende Nahrungsmittelpreise, Personalengpässe und -kostenerhöhungen lassen die Gewinne von Hotelbetreibern auf ein Minimum schrumpfen.“ Um die steigenden Kosten abfedern zu können, und um 2019er Werte zu erreichen, müssten Zimmerpreissteigerungen oder Auslastungssteigerungen von über 20 Prozent erzielt werden. Nach Bereinigung der aktuellen Verkaufsraten am Markt sei derzeit zu erkennen, dass die Preise flächendeckend nicht ausreichend angehoben werden konnten, um die Gewinnmargen von 2019 zu halten.


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