Software bei AufzügenSo klappts mit der wiederkehrenden Prüfung

Im Fokus der jährlichen Auzugsprüfung stehen vor allem Sicherheitsbauteile, dazu zählt auch die Software. (Bild: Tüv Süd)

Bei modernen Aufzügen werden die Kontrollfunktionen meist von der Software überwacht und digital gesteuert. Die Produkt- und Betriebssicherheit der Firmware ist daher nachzuweisen. Rolf Zöllner vom TÜV Süd erläutert die wichtigsten Musts.

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Mindestens einmal pro Jahr und Aufzug muss ein Sachverständiger prüfen, ob die Aufzugsanlage auch im darauffolgenden Jahr sicher verwendet werden kann. Im Fokus stehen bei der wiederkehrenden Prüfung vor allem Sicherheitsbauteile. Heute werden unterschiedliche Sicherheitsfunktionen für Aufzüge integriert und von Hard- sowie Softwaresystemen (HW/SW-Systemen) überwacht und gesteuert. Dazu werden sogenannte Schutzkreise aufgebaut. Sie bestehen typischerweise aus Sensoren, Logikeinheiten und Aktoren (Hardware), die Daten digital erzeugen, verarbeiten und auswerten (Software). In diesem Fall sind sowohl die Hardware als auch die Software ebenfalls Gegenstand der wiederkehrenden Prüfung.

Aufkleber nicht ausreichend

Im Betrieb stellt bei den wiederkehrenden Prüfungen vor allem die Begutachtung der Software und ihre Wechselwirkungen mit der Hardware eine Herausforderung dar. So kommt es vor, dass die Prüfer lediglich einen Aufkleber auf der Steuerung finden, auf dem die Version der installierten Software vermerkt ist. Sie finden jedoch keine Anhaltspunkte dafür, von wann der Aufkleber ist beziehungsweise ob er noch aktuell und korrekt ist. Wurde inzwischen ein Update oder gar eine neue Softwareversion installiert, ist es wichtig, zu wissen, wann, von wem, warum und mit welchen Konsequenzen für die Sicherheitsfunktionen dies geschehen ist. Außerdem muss der Prüfer darüber informiert sein, ob bei einer Anbindung des Aufzugs an das Internet überwacht wird, ob die Software von Unbefugten manipuliert wird.

Die Prüfer sind in dem Fall gefordert, mit dem Servicepersonal des Aufzugsherstellers gemeinsam nach Indizien zu suchen. Deshalb ist es hilfreich, wenn der Hersteller ein wirksames Konfigurationsmanagement etabliert hat. Ein Vermerk oder Aufkleber mit QR-Code in der Aufzugsdokumentation lässt sich dann beispielsweise mit einem Tablet oder Smartphone scannen. Über einen geschützten Zugang kann der Prüfer so auf die digitale Anlagendokumentation zugreifen, die Softwareversion und ihre Freigabe durch eine notifizierte Stelle einsehen, getätigte Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten nachvollziehen sowie letztlich die eigenen Prüfergebnisse festhalten. Damit hat der Sachverständige alle nötigen Informationen, um den sicheren Betrieb bis zur nächsten Prüfung zu bestätigen.

Zum Autor

Dr. Rolf Zöllner ist Leiter Business-Development im Geschäftsfeld Fördertechnik, TÜV Süd Industrie Service GmbH.

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