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Start Management Veranstaltungen So! Apart virtuell veranstaltet: Von Marktentwicklung, Flex-Strategien und Digitalisierung

So! Apart virtuell veranstaltetVon Marktentwicklung, Flex-Strategien und Digitalisierung

Die So! Apart hat am 9. und 10. Dezember coronabedingt erstmals im digitalen Format stattgefunden. Auf der Fachtagung für das Serviced-Apartment-Segment ging es um Strategien, Markt-, Rechts- und Immobilienthemen. Außerdem fand eine Teilnehmerbefragung statt.

„92 Prozent sehen die aktuelle Grundstimmung im Serviced-Apartment-Segment positiv oder eher positiv, während dies für die Gesamtwirtschaft nur 44 Prozent sagen“, berichtet Anett Gregorius, Initiatorin und Veranstalterin der So!Apart. Die Akteure seien merklich weniger getroffen als die Hotellerie.

Allerdings gibt es bei den Betreiberverträgen coronabedingt durchaus Änderungen. Marc P. Werner und Sabrina Handke von Hogan Lovells International LLP referierten auf der Veranstaltung zum Thema „Auswirkungen von Corona auf die Betreiberverträge von Serviced Apartments“. Sie berichteten vom Trend zu neuen Pandemie-Klauseln in Verträgen und betonten zugleich, dass der Brand als „wertbildender Faktor“ noch viel wichtiger geworden ist.

Corona-Auswirkungen und Marktwachstum bis 2022

„The market stays on fire – wenn auch unter neuen herausfordernden Bedingungen“: So das Fazit der Initiatorin zur Veranstaltung. Das Segment befindet sich in seiner aktuell größten Wachstumsphase, allein bis Ende 2022 wächst es weiter auf rund 50.000 Einheiten, wie Apartmentservice, Beratungsunternehmen und Betreiber der Buchungsplattform apartmentservice.de sowie Veranstalter der jährlichen Fachtagung, weiter mitteilt. Die Investoren würden nach wie vor Vertrauen ins Segment zeigen. The Base und Locke wollen zudem 2021 ihren Markteintritt in Deutschland feiern.

Im Serviced-Apartment-Segment sieht es besser aus als in der Hotellerie, so Anett Gregorius. „Die durchschnittliche Auslastung liegt im Oktober vor allem durch die hohe Zahl der Longstay-Buchungen bei 60,3 Prozent.“ Wenn auch gleichzeitig die ADR (Average Daily Rate) auf 70 Euro gesunken sei. 2019 habe diese bei 89 Euro gelegen.

Zum großen Verlierer zähle derzeit Frankfurt mit 30 Prozent Belegung. „Insgesamt blickt das Segment bei aktuell 666 Häusern in rund 35.000 Einheiten aber auf ein Marktwachstum von 43 Prozent bis Ende 2022.“

Der Druck aus dem Markt steige nicht nur deshalb, deutliche Ambitionen aus den Nachbarsegmenten seien da. „Wenn nur fünf Prozent der Hotels künftig mit Extended-Stay-Produkten wachsen würden, erleben wir eine Verdopplung der Gesamtkapazitäten“, spekuliert die Inhaberin von Apartmentservice. Als Risiko hinzu komme die hohe Abhängigkeit vom Geschäftsreisesegment.

Digital und Flexibel

Es gilt also auch, Vertriebs- und Marketingwege für neue Zielgruppen zu testen. Viele Betreiber haben diese bereits 2020 getestet, so der Veranstalter. Ralf Krause von den Adapt Apartments zum Beispiel berichtete über seinen Start einer Video-Marketingkampagne, die sich mit den Themen Serviced-Apartment-Konzepte an sich, Sicherheit und Homeoffice befasst. Er habe so seit September über 11.000 Roomnights mit komplett neuen Business-Gästen wie von Behörden oder der Bundeswehr nur für seinen Standort Berlin gewinnen können.

Außerdem fand ein Diskussionspanel zu den Aspekten Digitalisierung und Kontaktlosigkeit statt. Unter anderem Benjamin Oeckl von Belform, Alexander Haußmann von Code2order und Philip von Ditfurth von Apaleo berichteten von Fallbeispielen, in denen sie komplette digitale Guest Journeys implementierten. Gerade junge Betreiber wie Stayery und Schlafwerk nutzen dabei offene Systeme, mithilfe derer sie auch eigene Apps entwickeln können, so der Veranstalter.

Auch flexiblere Modelle waren ein Thema auf der Veranstaltung. Bei Limehome griff eine konsequente Digitalstrategie, um flexibler zwischen Short- und Longstay zu switchen. „Serviced Apartments sind durch ihr Konzept per se ein Flex-Produkt“, betonte Limehome-Gründer Josef Vollmayr.

Vertrauen der Investoren in das Produkt

Ein weiteres Schlüsselthema bildete laut Veranstalter das Panel „Finanzieren und Investieren“. Alexander Lackner von CR Investment Management sehe zwar auch im Serviced-Apartment-Segment eine nahende Konsolidierung, aber setze weiter auf das Produkt. Er wolle sich jedoch aktuell nur auf A-Städte beziehungsweise A-Lagen in B-Städten konzentrieren.

Auch Henrik von Bothmer von Union Investment betonte, dass man weiter auf das Produkt vertraue und nicht jedem Fähnchen folgen muss, weil es etwas weniger risikobehaftet ist. Einhelliger Tenor war jedoch der klare Auftrag an die Branche, an der Investmentfähigkeit des Produktes zu arbeiten, so der Veranstalter.

Bei einem weiteren Investment-Panel zeigte auch eine Studie von Savills, Adina Hotels und Union Investment, dass zwar aktuell das Transaktionsvolumen im Markt deutlich gesunken ist, das Vertrauen aber bleibt. Preissenkungen werden erwartet.

Wie überfällig letzteres sei und sich dadurch auch Wachstumschancen ergeben, unterstrich Tim Düysen von den Living Hotels in der Auftakt-Diskussionsrunde der Tagung. Matthias Niemeyer von den Adina Hotels sagte an anderer Stelle, dass das Thema Übernahme von Bestandsobjekten an Relevanz gewinnen wird.

2021 wieder als Präsenzveranstaltung

„So erfolgreich die digitale Ausgabe war, sie kann nicht den Austausch zwischen den Teilnehmern ersetzen“, sagt Anett Gregorius. Deshalb wird die nächste Veranstaltung am 10. und 11. November 2021 wieder in Leipzig im Felix im Lebendigen Haus stattfinden.

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