Die Hotelgruppe hat ihr erstes Haus im Vereinigten Königreich eröffnet – untergebracht im denkmalgeschützten ehemaligen Kaufhaus The Whiteley im Londoner Stadtteil Bayswater.
Vom Warenhaus zum Wellnesshotel: Six Senses hat das historische Kaufhaus The Whiteley in Bayswater zu seinem ersten Hotel im Vereinigten Königreich umgebaut. Das Haus verbindet den für die Marke typischen Fokus auf Wellness und Nachhaltigkeit mit der denkmalgeschützten Substanz eines viktorianischen Warenhauses – und ist zugleich Teil eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Londons.
Das Six Senses London umfasst 109 Zimmer und Suiten sowie 14 Residenzen, die unter der Marke Six Senses vermarktet werden. Viele der Zimmer verfügen über private Terrassen. Die Whiteley Suite an der Spitze des Hauses bietet eine 125 Quadratmeter große Dachterrasse und lässt sich zu einer kompletten privaten Etage erweitern. Die Innengestaltung setzt auf große Fenster, Glas-Regenduschen, dunkelblaue Farbakzente und warme Holzoberflächen, kombiniert mit Art-déco-Elementen.
General Manager Nick Yarnell beschreibt den Anspruch so: „Wir wollten ein Hotel schaffen, das seine Gäste vom ersten Moment an willkommen heißt – warm, authentisch und intuitiv, zugleich mit höchsten Qualitätsansprüchen.“ Das Haus solle britisches Handwerk würdigen und eng mit der umliegenden Nachbarschaft verbunden sein.
Teil einer milliardenschweren Stadterneuerung
Die Hoteleröffnung ist eingebettet in ein umfangreiches Stadtentwicklungsprojekt. Laut Six Senses ist das Hotel Teil der rund drei Milliarden Pfund schweren Regeneration des Queensway-Viertels, die öffentliche Räume aufwerten, die Verkehrsanbindung verbessern und das Einzelhandels- und Gastronomieangebot in Bayswater erweitern soll. Mit dem Start des Hotelbetriebs seien mehr als 300 neue Arbeitsplätze in den Bereichen Hospitality, Wellness und Gastronomie entstanden.
Die Gesamtarchitektur des Whiteley-Komplexes verantwortet das Büro Foster + Partners. Die Neugestaltung wurde von den Unternehmen Valouran, Mark und C C Land umgesetzt. Der Komplex The Whiteley London umfasst insgesamt mehr als 92.900 Quadratmeter gemischt genutzte Fläche mit 139 Wohnungen, mehr als 5.500 Quadratmetern Gemeinschaftsbereichen und 19 Handelsmarken.
Denkmalgeschützte Fassade, neu inszenierte Innenräume
Das architektonische Konzept stammt von den Designbüros Avroko und EPR Architects. Die denkmalgeschützte Fassade des ehemaligen Kaufhauses wurde bewahrt, während die Innenräume das Art-déco-Erbe neu interpretieren – inspiriert von der Faszination des Kaufhausgründers William Whiteley für die Weltausstellung von 1851.
Im Zentrum des Gebäudes steht die restaurierte große Treppe, die einst das prägende Element des ursprünglichen Warenhauses war. Sie wurde dekonstruiert, verlängert und in der englischen Grafschaft Devon in Handarbeit neu aufgebaut – in Zusammenarbeit mit Foster + Partners und dem Handwerksbetrieb The Hub. Die Treppe erstreckt sich heute über drei Etagen bis zu einer gläsernen Kuppel und lässt Tageslicht durch das gesamte Gebäude fallen.
Spa auf 2.300 Quadratmetern
Der Six Senses Spa erstreckt sich über rund 2.300 Quadratmeter und kombiniert Trainings- und Regenerationsangebote. Zu den Einrichtungen gehören Londons erster Magnesiumpool in einem Hotel, der Muskelregeneration und das Nervensystem unterstützen soll, ein 20-Meter-Innenpool, ein 325 Quadratmeter großes Fitnessstudio sowie Studios für Yoga und Bewegungstraining. Dreizehn Wellnessbereiche und sechs Behandlungsräume bieten unter anderem Kryotherapie, Flotation, Rotlichttherapie, ein traditionelles Hammam und eine multisensorische Suite.
Die sogenannte Biohacking Recovery Lounge bündelt Anwendungen wie PEMF-Therapie, Klangliegen, Kompressionssysteme, Lymphdrainage-Anzüge, Elektromuskelstimulation, Vibrationsplattformen und Inversionstische. Das Hotel beschreibt diese als „gezielte Abkürzung zu Leistungsfähigkeit und Erholung“. Ein integriertes Wellness Centre ergänzt das Angebot mit Biomarker-Analysen und funktionellen Screenings, die sich auf Schlafqualität, Stoffwechsel, kognitive Leistungsfähigkeit und Stressmanagement konzentrieren sollen.
Auf der ersten Etage kooperiert das Hotel mit Huma2n, der Longevity-Klinik von Dr. Mohammed Enayat. Das dortige Angebot umfasst erweiterte Blutdiagnostik, IV-Nährstofftherapie, Hormonoptimierung und leistungsorientierte Gesundheitsprotokolle. Eine hyperbare Sauerstoffkammer soll zelluläre Anpassungsprozesse unterstützen.
Die hauseigene „Alchemy Bar“ wird von Head Alchemist Charlotte Pulver geleitet und funktioniert als eine Art moderne Apotheke, die sich am anglo-keltischen Kalender orientiert. Gäste können dort lokal gesammelte Kräuter zu Tinkturen und Tonics verarbeiten, die anschließend in Behandlungen, Restaurants und Hammam-Ritualen zum Einsatz kommen.
Britische Küche mit Fermentationslabor
Auch die Gastronomie folgt dem Wellness-Ansatz des Hauses. Im Restaurant „Whiteley's Kitchen, Bar & Café“ setzen Executive Chef Eliano Crespi und Head Chef Jose Jara auf eine gemüsebetonte Interpretation britischer Küche mit traditionellen Konservierungs- und Feuertechniken. Im hauseigenen Fermentationslabor produzieren sie Fermente und Koji-Kulturen, die Geschmacksnuancen vertiefen und gleichzeitig Lebensmittelverschwendung reduzieren sollen.
Die Bar bietet Cocktails mit und ohne Alkohol an, bei denen die Qualität der Zutaten im Vordergrund stehen soll. Als Beispiel nennt das Hotel den Signature-Drink „Clouds Over Islay“, der Bruichladdich-Whisky mit hausgemachtem Amazake und Zitronenhydrolat aus der Alchemy Bar kombiniert. Das Weinprogramm konzentriert sich auf britische Produzenten und unabhängige Winzer.
Premiere: Six Senses Place
Oberhalb der Lobby hat die Hotelmarke das weltweit erste „Six Senses Place“ eingerichtet – einen Mitgliederclub, der soziale Begegnung und Wellness verbinden soll. Das ganzjährig und saisonal kuratierte Programm umfasst Gespräche, Rituale und gemeinsame Erlebnisse.
Nachhaltigkeit im Fokus
Das Six Senses London ist Teil der Breeam-zertifizierten Neuentwicklung von The Whiteley und arbeitet vollständig ohne Einwegplastik. Regenwassernutzung, energieeffiziente Systeme und mehr als 1.150 Quadratmeter begrünte Dachflächen sollen Biodiversität und urbane Kühlung fördern. Die Dachbegrünung stärke Lebensräume für Bestäuber – ein britische Schmetterling dient dem Haus als Maskottchen.
Das sogenannte Earth Lab, das in allen Six-Senses-Häusern weltweit existiert, bietet am Londoner Standort interaktive Workshops zu Wiederverwendung und botanischer Verarbeitung an. Zudem fließen laut Six Senses 0,5 Prozent des Gesamtumsatzes über den hauseigenen Regenerative Impact Fund in lokale Umwelt- und Sozialprojekte. red/sar