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Start Food & Beverage Beverage Sie machen das klar: Szenedrink Milk Punch – so geht's

Sie machen das klarSzenedrink Milk Punch – so geht's

Die Berliner Bartender Tarek Nix („Provocateur Bar“) und Andreas Andricopoulos („Golvet Bar“) wollen mit ihren geklärten Milch-Cocktails die Branche aufmischen. Nicht nur, dass die Drinks speziell zubereitet werden – als „Milk Punch Boys“ verschicken die beiden Mixologen ihre Kreationen aktuell in ganz Deutschland und wollen damit auch ihren Kollegen Hoffnung geben.

Mit der Methode des Milch-Klärens hatten sich die Freunde Tarek Nix und Andreas Andricopoulos bereits seit Längerem beschäftigt. Während des ersten Lockdowns im März blieb dann die Zeit, „wirklich tief in die Materie einzutauchen“, erklärt Nix. „Als Grundlage nehmen wir klassische Drinks wie den ‚Dark and Stormy‘ und interpretieren diese neu“, so der Chef der „Provocateur Bar“ im gleichnamigen Berliner Hotel.

Wie funktioniert „Milk Punch“?

Work in progress: So sieht es aus, wenn das Milcheiweiß in der Flüssigkeit ausflockt. (Bild: Milk Punch Boys)

Doch wie bekommt man einen Milch-Cocktail klar? „Mithilfe von Milch werden die Cocktails nach einer über 200 Jahre alten Methode geklärt“, so Nix. Bereits 1711 hielt die Hausfrau Mary Rockett ein Rezept fest, das heute als erste schriftliche Erwähnung der Milk-Punch-Gattung gilt.

Für „Mary Rockett’s Citrus Milk Punch“ wurden damals laut dem Cocktail-Historiker David Wondrich Brandy, Saft und Zeste von der Zitrone, Zucker und Wasser vermengt. Anschließend wurde der Mix mit kochender Milch aufgegossen – und die ausflockenden Eiweißfeststoffe nach einiger Zeit abgeseiht, um einen geklärten Drink zu erhalten.

Es muss nicht immer Kuhmilch sein

„In der ursprünglichen Form der Milk-Punch-Methode verwendet man Kuhmilch, wir spielen jedoch gern mit den Geschmäckern und verwenden vorzugsweise Alternativen wie Buchweizenmilch oder Mandelmilch“, so der erfahrene Bartender, der seinen Kollegen Andreas Andricopoulos aus der „Golvet Bar“ 2012 am damals gemeinsamen Arbeitsplatz im Adina Hotel Berlin kennenlernte.

„Das Besondere an der Technik ist, dass durch die Klärung sämtliche Trüb- und Bitterstoffe herausgefiltert werden und man einen glasklaren Drink erhält.“ Ein netter Nebeneffekt sei zudem, dass der Cocktail eine wesentlich höhere Haltbarkeit bekomme.

In der Fotogalerie: So fancy sehen die Milk Punches aus

Aufwendige Produktion medial inszeniert

Die aufwendige Produktion des ersten Milk Punches habe man im Detail, also Schritt für Schritt und mit einer Prise Selbstironie, auf Instagram geteilt –  was auf großes Interesse stieß. „Die Reaktionen darauf waren einfach riesig, die Neugierde an der Methode auch.“

Er sei förmlich mit Fragen bombardiert worden, berichtet Nix. „Viele wollten die Drinks auch probieren und kaufen.“ Daher habe man die Marke der Milk Punch Boys kreiert, die auf Instagram eine eigene Page bekam.

Mit Drinks in Krisenzeiten Hoffnung schenken

Gegründet worden seien die Milk Punch Boys jedoch nicht mit dem Gedanken, möglichst viel Geld zu verdienen. „Sondern vielmehr, um der Barwelt in diesen schweren Zeiten etwas Gutes zu tun.“

Fertiges Produkt: In Flaschen abgefüllt werden die Milk Punches verschickt. (Bild: Milk Punch Boys)

Einmal im Monat wird ein neuer Drink produziert, immer in Kooperation mit einem Industriepartner. Zwölf der aktuell 13 entwickelten Milk Punches, also fast 400 Portionen, seien nach dem Prinzip „first come first serve“ abgefüllt und verschenkt worden. Dies wolle man beibehalten, denn das mache das Konzept aus und verschaffe Reichweite, so der Bartender.

Bottled Drinks: Abfüllen und verschicken

Zusätzlich dazu produzieren die Mixologen einzelne Editions wie den „Godfather Milk Punch“, welchen Interessierte in größeren Mengen online unter mrswalsh.co kaufen können. Wichtig sei beim Abfüllen: Die Flaschen müssen durchsichtig sein, um die Klarheit des Drinks zu unterstreichen.

Generell wolle man die Technik des Cocktail-Klärens mit Milch einer breiteren Masse an Menschen näherbringen: „Milk Punches eignen sich aufgrund ihrer langen Haltbarkeit auch hervorragend für Hotels und Restaurants, welche nicht auf eine voll ausgestattete Bar oder entsprechendes Personal zurückgreifen können und trotzdem hochwertige Drinks servieren möchten. Hier möchten wir in Zukunft ansetzen und diese Outlets als unsere Kunden gewinnen“, so Nix. Über den Launch eines eigenen Online-Shops denken die Milk Punch Boys aus Berlin bereits nach.

Verena Usleber

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