Freizeitreisende haben 2025 erstmals die Mehrheit der Gäste in deutschen Serviced Apartments gestellt. Die Auslastung blieb stabil, die Durchschnittsraten sanken jedoch.
Die Veränderungen im Serviced-Apartment-Markt in Deutschland bleiben dynamisch: Im Jahr 2025 haben erstmals mehr Urlaubs- als Geschäftsreisende einen Aufenthalt gebucht. Das geht aus den Zahlen des aktuellen Marktreports von Apartmentservice hervor. Der Anteil der Leisure-Gäste lag demnach bei 56 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank parallel auf sieben Nächte. Die Auslastung blieb mit 81 Prozent stabil, die Average Daily Rate (ADR) sank jedoch von 92 Euro auf 89,50 Euro.
Wirtschaftskrise drückt auf Stimmung und Preise
„Die Serviced-Apartment-Betreiber in Deutschland sind mit einem stärkeren Wettbewerb mit der klassischen Hotellerie und einer höheren Preissensibilität in den Unternehmen konfrontiert, dies vor allem durch die andauernde Wirtschaftskrise im Land“, sagt Anett Gregorius, Inhaberin von Apartmentservice, die den Marktreport seit 2011 herausgibt.
Zwar verzeichne der Geschäftsreiseverband VDR für 2025 insgesamt 116,1 Millionen Dienstreisen deutscher Unternehmen und damit 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die gesunkenen Ausgaben deuten laut Gregorius aber darauf hin, dass deutlich effizienter gereist werde.
„Der Expansionsdrang der Betreiber ist und bleibt trotz der aktuellen Herausforderungen hoch.“
Anett Gregorius, Inhaberin Apartmentservice
Die Betreiber seien entsprechend mit einer stabilen, aber veränderten Nachfrage bei steigenden Betriebskosten konfrontiert. Blickten vor einem Jahr noch 59 Prozent der im Report befragten Akteure positiv auf die Marktentwicklung in Deutschland, so sind es jetzt nur noch 24 Prozent. Immerhin schätzten noch zwei Drittel die wirtschaftliche Situation des eigenen Hauses als positiv ein. Die Konsolidierung schreitet dennoch auch in diesem Segment voran: Einzelne Marken verschwinden, und Betreiber überarbeiten ihre Portfolien. Die aktuelle Dominanz von Leisure-Gästen dürfte darüber hinaus Anpassungen im Vertrieb, in der Gästeansprache und im Development nach sich ziehen.
Pipeline wieder auf hohem Niveau
Aktuell verfügt der Serviced-Apartment-Markt in Deutschland über 59.300 Einheiten in 1.160 Häusern mit mindestens 15 Einheiten (Stand: April 2026). Berlin zählt weiterhin die meisten Häuser, München die meisten Einheiten. Zusammen mit Frankfurt bilden die beiden Städte unverändert die Top 3.
An der Betreiberspitze stehen die TFE-Hotels mit Adina Apartment Hotels, die WMM-Hotels sowie Novum Hotels mit den Marken Candlewood Suites by IHG, Garner, Holiday Inn – The Niu und Novum Hotels. Die mit Abstand größte Pipeline hat Limehome, das aktuell auf Platz vier liegt und sein Portfolio bis Ende 2029 verdreifachen könnte. Es folgen Homaris und Numa. Gemeinsam mit Anbietern wie Ipartment und Stayery sorgen sie dafür, dass das Segment bis 2029 um 38 Prozent wachsen soll.
„Der Pipeline-Knick der Corona-Jahre ist überwunden. Der Expansionsdrang der Betreiber ist und bleibt trotz der aktuellen Herausforderungen hoch“, betont Anett Gregorius. Vor allem vollautomatisierte Konzepte würden wachsen. Zudem könnten besonders über die Konversion von früheren Hotels und Büroflächen neue Projekte an den Markt gebracht werden.
„Das Serviced-Apartment-Segment profitiert hier weiter von seiner grundlegenden Stärke, Flächen und Konzepte flexibel und effizient planen und bespielen zu können – bei hoher Skalierbarkeit und breiter Zielgruppenansprache für lange wie kurze Aufenthalte“, so die Apartmentservice-Inhaberin. Auch das Investoreninteresse sei weiterhin vorhanden, zumal sich die Player mit mehr standortspezifischen Konzepten und weniger Standardisierung an den Markt angepasst hätten. red/sar