Unbefugte haben sich Zugriff auf Systeme der Hotelgruppe verschafft. Der Betrieb läuft weitgehend normal. Ob personenbezogene Daten abgeflossen sind, ist noch unklar.
Ein Ransomware-Angriff hat Teile der IT-Infrastruktur der Seetelhotels getroffen. Den unbefugten Zugriff auf Unternehmenssysteme entdeckte die interne IT-Abteilung am 10. Oktober 2026. Die Hotelgruppe leitete daraufhin nach eigenen Angaben umgehend umfassende Sicherheitsmaßnahmen ein. Durch die frühe Erkennung habe sie den laufenden Angriff weitgehend eindämmen können. Der Hotelbetrieb laufe ohne größere Einschränkungen weiter.
Nach aktuellem Stand betreffe der Angriff vor allem einzelne Kommunikationskanäle und administrative Prozesse. Für Gäste laufe der Aufenthalt in den Hotels der Unternehmensgruppe weitgehend wie gewohnt weiter. Lediglich bei der Bearbeitung von Anfragen per Telefon und E-Mail könne es derzeit zu längeren Warte- und Antwortzeiten kommen.
Systeme isoliert, Spezialisten hinzugezogen
Noch während des Vorfalls habe die Hotelgruppe betroffene IT-Systeme vorsorglich isoliert und vom Netzwerk getrennt, um eine Ausbreitung zu verhindern. Zusätzlich habe Seetelhotels einen externen Dienstleister für IT-Sicherheit beauftragt. Er unterstütze bei der Bewältigung des Vorfalls und bei der forensischen Untersuchung der betroffenen Systeme.
Auch die Behörden seien eingeschaltet. Die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern habe fristgerecht eine Vorabmeldung erhalten. Zudem habe das Unternehmen beim Landeskriminalamt Strafanzeige erstattet.
Datenabfluss nicht ausgeschlossen
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehe die Frage, ob und in welchem Umfang der Angriff Daten betrifft. Derzeit könne Seetelhotels nicht vollständig ausschließen, dass personenbezogene Informationen aus dem Hotelbetrieb oder der Verwaltung abgeflossen seien. Abschließende Erkenntnisse liegen noch nicht vor. Gemeinsam mit den IT-Sicherheitsexperten und den zuständigen Behörden arbeite das Unternehmen an der Aufklärung.
Vorsorglich ruft die Hotelgruppe Gäste, Mitarbeitende und Geschäftspartner zu erhöhter Aufmerksamkeit bei verdächtigen E-Mails und Nachrichten auf. Das gelte vor allem für Schreiben, die angeblich im Namen von Seetelhotels verschickt werden und zu ungewöhnlichen Handlungen auffordern. Als Beispiele nennt das Unternehmen Zahlungsaufforderungen mit geänderten Bankverbindungen sowie Nachrichten mit unbekannten Links oder verdächtigen Dateianhängen. Es empfiehlt, die tatsächlichen Absenderadressen genau zu prüfen, keine verdächtigen Links oder Anhänge zu öffnen und sich im Zweifel direkt an Seetelhotels zu wenden.
Über wesentliche neue Erkenntnisse und mögliche weitere Maßnahmen will das Unternehmen informieren, sobald gesicherte Informationen vorliegen. Für mögliche Unannehmlichkeiten bittet es um Entschuldigung. red/sar