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StartBusiness & ManagementMonotalkSebastian Holzmann im #Monotalk::Wie wichtig Fokussierung für den Erfolg ist

Sebastian Holzmann im #MonotalkWie wichtig Fokussierung für den Erfolg ist

Skirennläufer Sebastian Holzmann lebt zu 100 Prozent für den Sport. Wie wichtig die Fokussierung aufs Wesentliche für den Erfolg ist, diese Erfahrung des jungen Ausnahmetalents lässt sich auch auf die ­Hospitality übertragen. Der Blick über den eigenen Tellerrand hilft stets, den Horizont zu erweitern und Erkenntnisse zu gewinnen, die dann wieder im eigenen Fach umgesetzt werden können.

Sein Talent bekam Sebastin Holzmann zwar in die Wiege gelegt, den Erfolg im Slalom und Riesenslalom musste sich der 25-Jährige jedoch wie jeder Profisportler hart erkämpfen. Seinen ersten großen Sieg konnte der gebürtige Bad Wörishofener bei den deutschen Riesenslalommeisterschaften einfahren.

Tophotel: Herr Holzmann, Sie sind seit Jahren erfolgreicher Skirennprofi. War das ein Kindheitstraum?

Sebastian Holzmann: Meine Familie ist absolut skibegeistert, deshalb stand ich schon mit zwei Jahren das erste Mal auf den Brettern. Weil ich nicht in die Skischule wollte, hat mir mein Großvater den Sport beigebracht. Als Mitglied im Skiclub Oberstdorf habe ich dann schon an internationalen Kinderwettbewerben teilgenommen.

Wollten Sie da schon Profirennläufer werden?

Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht, das Skifahren zu meinem Hauptberuf zu machen. Aber mit 15 Jahren konnte ich mir dann schon vorstellen, die Profilaufbahn einzuschlagen. Mit 16 habe ich zum ersten Mal am Europacup teilgenommen, vor fünf Jahren dann der erste Weltcup-Start. Da habe ich mir in den Kopf gesetzt, ganz vorn mit dabei zu sein. Rückblickend bin ich durch die Skiverbände, in denen ich war, in das System hineingeraten. Ausschlaggebend war aber allem voran der Spaß. Sobald es geschneit hat, wollte ich sofort auf die Piste. Wenn dann noch Erfolge dazukommen – zum Beispiel ein Platz auf dem Europacup-Podium –, dann träume ich auch von Größerem. Ich will nicht nur teilnehmen, sondern auch Siege und Erfolge einfahren.

In ein System hineinzugeraten ist eine Sache. Für den Erfolg braucht es aber noch etwas anderes.

Die Fokussierung auf den Sport hat mich weitergebracht. Alles andere habe ich gedanklich direkt abgehakt – ein Studium nebenbei zum Beispiel. Ich lebe zu 100 Prozent für den Sport. Das hat viel mit Ehrgeiz zu tun. Als meine Noten in der Schule absackten habe ich gesagt, ist doch egal, ich werde sowieso Weltmeister – mein Abitur habe ich trotzdem absolviert. Ich hatte nie Probleme, mich im Training zu quälen. Mich hat immer motiviert, Neues auszuprobieren und mir im Sommer einen Fortschritt zu erarbeiten, den ich im Winter sehen konnte.

Die 100-prozentige Fokussierung, was bedeutet das für Sie als junger Mensch?

Ich muss natürlich auf gewisse Dinge verzichten. Mein letzter richtiger Urlaub war vor vier Jahren. Dazwischen konnte ich nur Kurztrips machen, und die waren oft auch mit Sport verbunden. Deswegen kann ich da jetzt nicht wirklich von Erholungsurlaub sprechen. Auch wenn ich abends ausgehe, muss ich verzichten und lasse das Bier weg. Auch wenn ich Lust habe, muss ich doch oft daheimbleiben und früher ins Bett gehen. Insgesamt hält sich der Verzicht für mich aber in Grenzen. Dieses Jahr möchte ich auch wieder einen richtigen Urlaub machen. Ich habe gemerkt, dass ich Erholungsphasen brauche, dann ist die Verletzungsgefahr geringer.

Sie müssen häufig auf Ihre Familie verzichten, weil Sie viel unterwegs sind. In der vergangenen Saison haben Sie 120 Tage in Hotels verbracht. Was ist Ihnen dabei besonders wichtig?

Ich habe sicher ganz andere Ansprüche als ‚normale‘ Geschäftsreisende oder Urlauber. In Hotels übernachte ich bei bestimmten Trainingsläufen, in der Vorbereitung und während der Wettkämpfe. Für mich ist vor allem wichtig, dass genug Platz im Zimmer ist, da wir meist zu zweit untergebracht sind und dementsprechend viel Gepäck verstauen müssen. Es ist ärgerlich, wenn man über alles stolpert, speziell wenn man mehrere Tage unterwegs ist. Das Bad muss für mich nur zweckmäßig sein. Meist gibt es auch noch ein Spa, in dem man entspannen kann. Das Bett darf nicht zu weich sein. Ganz entscheidend ist für mich aber das Essen in den Hotels. Ich brauche nichts Ausgefallenes, aber es sollte einfach gut schmecken. Morgens, mittags und abends.

Aktuell sind Sie verletzt – und das mitten in der Saison und kurz vor einigen Europacups und FIS-Rennen. Wie gehen Sie damit um?

Ich habe mir beim Nightrace in Schladming Ende Januar einen Außenband-Anriss am linken Knie zugezogen. Da war ich zwei, drei Tage lang ziemlich gefrustet und musste mich ablenken. Ich war nicht dazu in der Lage, anderen Leuten beim Skifahren zuzuschauen. Aber das habe ich schnell verarbeitet und abgehakt. Jetzt bin ich darauf fokussiert, so schnell wie möglich wieder auf den Brettern zu stehen. Grundsätzlich spornen mich solche Rückschläge an. Ich bin auch einmal nicht in den C-Kader des Landesverbands aufgenommen worden. Das hat mich wahnsinnig geärgert und meinen Ehrgeiz gesteigert.

Wie finden Sie Ihren Weg aus der Krise?

Damals habe ich herausgefunden, was mich voranbringt und was nicht – auch weil wir nicht so viele Trainer zu Verfügung hatten. Da habe ich einiges gelernt. Zum Beispiel, dass es auch mit geringen Mitteln möglich ist, gute Leistungen zu erzielen. Das Jahr darauf habe ich den Sprung in den Kader geschafft. Bei meiner Verletzung jetzt schaue ich, was für mich passt und was nicht. Ich habe mit vielen unterschiedlichen Menschen telefoniert und mir viele Meinungen eingeholt. Auch von Sportlern, die so eine Verletzung schon hatten. Meinen behandelnden Arzt habe ich mir auch selbst ausgesucht. Mit meiner Verletzung ist es möglich, Sport zu treiben – die Frage ist nur, auf welchem Niveau und zu welchem Risiko. Das muss ich Tag für Tag in der Reha herausfinden. Ich habe aber noch die Chance, Mitte März wieder ins Renngeschehen einzusteigen. Für mich ist das ein brutaler Ehrgeizschub.

Schneeverhältnisse, Wetter – wie flexibel müssen Sie auf verschiedenste Umstände reagieren?

Beim Skifahren muss ich mich auf die Situationen einstellen, wie sie kommen. Manchmal bedeutet das, an einem Tag etwas zu machen, was am nächsten Tag nicht mehr funktioniert. Ich habe kein Problem damit, spontan und agil zu sein. Das bin ich ohnehin gewöhnt, da ich mir, wie die anderen Skirennfahrer auch, die Strecke einpräge und diese vor dem Rennen 25 Mal gedanklich abfahre. Im zweiten Lauf werden dann die Tore neu gesteckt und ich muss alles vergessen, was ich mir vorher eingeprägt habe und mich auf die neue Situation konzentrieren.

Sind Sie ein Mensch, der seinen eigenen Weg geht?

Ich finde es grundsätzlich wichtig, einen eigenen Kopf zu haben und sich selbst treu zu bleiben. Das bedeutet auch mal, stur zu sein und sich abzuheben und etwas anderes auszuprobieren. Das mache ich zum Beispiel auch jetzt gerade in der Reha mit meinem eigenen Programm. Ich picke mir raus, was mir gefällt. Wenn sich für mich eine Übung nicht gut anfühlt, lasse ich sie weg und probiere etwas Neues. Seinen eigenen Kopf zu haben gilt auch in der Kritik, die man von anderen bekommt. Die muss man natürlich erst einmal zulassen. Trotzdem gibt es einige Punkte, bei denen ich sagen musste: Das kann ich nicht machen! Ich mache es so, wie ich es machen will.

Sie sind also ein Einzelkämpfer?

Nein, das Team ist extrem wichtig. Ohne die Absprachen mit den Trainern, dem Serviceteam und den anderen Kollegen hat man als Sportler keinen Erfolg. Der ist immer eine Teamleistung. Auch der Physiotherapeut ist wichtig, der meist den Start betreut. Außerdem haben wir einen Mentaltrainer im Team – den braucht der eine Sportler mehr, der andere weniger. Nach jedem Training spreche ich mit dem Service, der die Skier wartet. Der ist immer am Hang mit dabei. Nach jeder Fahrt bekomme ich ein Feedback, aus dem ich lernen kann. Dadurch, dass die Bedingungen immer unterschiedlich sind, müssen wir flexibel sein und uns ständig austauschen. Von Fahrt zu Fahrt – oder auch von Tor zu Tor – kann ich aus meinen Fehlern lernen. Das ist ein aufbauendes System. Man hat das Leitbild, versucht es zu realisieren, daraus entstehen die Fehler und daran wird gearbeitet.
Ein offener Austausch im Team ist wichtig, auch unter den Sportlern. Selbst wenn wir Konkurrenten sind, spielt Fairness für uns eine ganz wichtige Rolle. Ich gebe gern Hilfestellung, wenn ich kann. Ich weiß, wie sehr einen Sportler fuchsen kann, nicht weiterzukommen. Grundvoraussetzung, wenn man selbst Hilfe annimmt, ist das Vertrauen zu den anderen.

Wenn Sie Chef wären, wie würden Sie Ihre Mitarbeiter führen?

Ich würde das familiär aufziehen. Es ist für mich unglaublich wichtig, enge Beziehungen zu pflegen. Dadurch lassen sich Probleme sehr schnell aus der Welt schaffen. Wenn es mal nicht so läuft, kann man sich gegenseitig auffangen.

Interview: Mareike Knewitz

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