Hoteltest im DFB-TeamhotelSchöner Schein

´ (Bild: Shutterstock)

Einige Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft reiste unser Tester nach Polen, um das Luxushotel Dwór Oliwski Danzig unter die Lupe zu nehmen. Dort wird unsere DFB-Elf ihr Quartier haben und sich zwischen den Spielen entspannen. Lesen Sie in seinem Testprotokoll, was er erlebt hat.

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Internet-Auftritt

»Es ist beim Willkommen zu sehen. Mit lächelnden Gesichter des Personales beginnend bis zur schönen Lokalisierung, und wenn man die Reihenfolge ändert – bekommt man das gleiche.« Diese unwiderstehliche Aussage findet sich auf der ins Deutsche übersetzten Website des Danziger Hotels Dwór Oliwski. Mit ihr wird die Auszeichnung des Hauses als »für Mutter und Kind freundliches Hotel« begründet. Vielleicht haben ja Aussage und Auszeichnung auch Fußball-Manager Oliver Bierhoff überzeugt und ihn dazu bewogen, das polnische Fünf-Sterne-Hotel als Quartier der deutschen Nationalmannschaft zur EM 2012 auszuwählen. Was für Mutter und Kind gut ist, kann schließlich für Fußballspieler nicht schlecht sein, oder? Überzeugend klingt auf jeden Fall auch, dass »der Hauptkoch Marcin Kowalski schafft eigenes Menü, bei der Ausnutzung des Geschmacks- und Duftpalette verschiedenen Kulturen.« Kowalskis Künste werden Jogis Jungs nur leider kaum ausprobieren können, reisen sie doch mit eigener Küchencrew und strengem Ernährungsplan.  Aber bleiben wir fair: So unfreiwillig drollig die Texte auf der Homepage des Dwór Oliwski teilweise sind, es finden sich durchaus nützliche Informationen und ansprechende Fotos zum Hotel, sodass man sich ein gutes Bild von dessen Leistungen machen kann. Die Tagungsinformationen sind allerdings nicht ins Deutsche übersetzt – bis auf diese eine: »Wir bitten die Möglichkeit an, hochqualifizierte Personalassistentin im Rahmen der Stundenpakete zu beschäftigen.« Mit umgerechnet 16 Euro pro Stunde, die diese Dienstleistung kos­tet, würde sich hier doch bestimmt bei den Mannschaftsbesprechungen… Aber Schluss jetzt mit lustig. Da die Online-Buchung auf der Website nur polnisch ausgelegt ist und ich schon bei den Monatsnamen ins Zaudern komme, buche ich schließlich doch lieber per Telefon.
Wertung: befriedigend

FR. 10/02, 11:45; Telefonische Reservierung

Aus der zwar freundlich klingenden, aber rasant auf Polnisch heruntergeratterten Begrüßungsformel der Rezeptionistin kann ich weder den Hotelnamen noch den Namen der Dame selbst heraushören. Deutsch wird nicht gesprochen, erst als wir zu Englisch übergehen, klappt die Verständigung leidlich. Das Reservierungsgespräch umfasst nur das Nötigs­te – ich nenne meine Wünsche, und mein telefonisches Gegenüber nennt den Preis. Dieser beträgt für ein Doppelzimmer zum angegebenen Wochenende 469 polnische Zloty, das entspricht etwa 112 Euro pro Nacht, einschließlich Frühstück und Spa-Nutzung. Als ich mich nach möglichen anderen Kategorien erkundige, bietet mir die Rezeptionistin ein Zimmer mit getrennten Betten zum gleichen Preis an, aber keine der Juniorsuiten oder »Luxus-Appartements« (Internet). Weitere Informationen zum Hotel (Restaurant, Öffnungszeiten) muss ich selbst erfragen. Die Dame nimmt nur Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf und erbittet eine Kreditkartennummer, um die Buchung garantieren zu können. Sie kündigt mir eine Bestätigung per Mail in den nächsten Minuten an und verabschiedet sich zügig – ohne die Details der Reservierung noch einmal zu wiederholen und ebenso ohne sich für meine Buchung zu bedanken. Sie hinterlässt bei mir den Eindruck (der sich auch später im Hotel als generelles Phänomen verfestigt), dass man sich beim Benutzen der Fremdsprache unwohl fühlt und deshalb die Kommunikation auf das Nötigste beschränkt. Dies rächt sich unmittelbar nach der Buchung, da die Empfangsdame einen Fehler bei der Aufnahme meiner E-Mail-Adresse gemacht hat und mich deshalb noch einmal anrufen muss. Schließlich erhalte ich später am Tag eine eher spröde Reservierungsbestätigung mit den wichtigsten Fakten meiner Buchung und dem Wunsch für einen angenehmen Aufenthalt. Als echtes Manko werte ich, dass ich weder am Telefon noch in der Bestätigung darauf hingewiesen werde, mögliche Spa-Behandlungswünsche zeitig anzumelden. Folglich sind bei meinem zweiten Anruf im Hotel, einige Tage vor Anreise, alle Kosmetiktermine für das betreffende Wochenende ausgebucht und ich kann nur noch Massagetermine vereinbaren. Dabei hätte ich so gerne geprüft, wie sich zarte polnische Hände bei der kosmetischen Behandlung eines rauen Männer(= Fußballer)gesichts anfühlen. Schade!
Wertung: befriedigend

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