Ausbau Schlosshotel Fiss baut Erlebniswelt nach Höhlenprinzip

Der neue Erlebnisbereich fügt sich mit begrüntem Dach und unterirdischer Bauweise harmonisch in die Tiroler Berglandschaft ein.
Der neue Erlebnisbereich fügt sich mit begrüntem Dach und unterirdischer Bauweise harmonisch in die Tiroler Berglandschaft ein. © Aleksey Mokhov

Das Tiroler Hotel errichtet gemeinsam mit dem Südtiroler Studio Noa einen weitläufigen Spielbereich, der überwiegend unter die Erde liegt. Die Eröffnung ist für Winter 2027 vorgesehen.

Das familiengeführte Schlosshotel Fiss in Tirol modernisiert sein Angebot in mehreren Etappen. Begleitet wird der Prozess vom Südtiroler Studio Noa, das für Architektur und Interior Design verantwortlich zeichnet. Den Auftakt bildete im vergangenen Dezember die Eröffnung eines neuen Kids Clubs.

Seit April 2026 läuft die nächste, deutlich umfangreichere Bauphase: Es entsteht ein eigener Erlebnisbereich für Junior- und Teen-Gäste, für den Noa erneut Architektur und Innenausstattung übernimmt. Die Eröffnung ist im Winter 227 geplant.

Zwischen Bergwelt und Höhlenlandschaft

Der Neubau erstreckt sich überwiegend unterirdisch über vier Hauptgeschosse sowie zwei zusätzliche Ebenen eines Rutschenturms. Ziel des Entwurfs sei es gewesen, die Eingriffe in die Landschaft möglichst gering zu halten. „Der erste Entwurfsschritt war eine sorgfältige Analyse der Volumen und ihres Zusammenspiels mit der Landschaft“, sagt Architektin Giulia Prevedello von Noa. „Deshalb haben wir den Großteil der Räumlichkeiten unterirdisch angeordnet, mit zwei Hauptzugängen, die sich organisch ins Gelände fügen und das Gebäude harmonisch in den Kontext integrieren.“

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    Zwei Rutschtürme mit erdfarbener Betonfassade und die ins Gelände eingelassenen Glasöffnungen sind die wenigen sichtbaren Elemente des überwiegend unterirdischen Komplexes.
    © Aleksey Mokhov
    Zwei Rutschtürme mit erdfarbener Betonfassade und die ins Gelände eingelassenen Glasöffnungen sind die wenigen sichtbaren Elemente des überwiegend unterirdischen Komplexes.
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    Ein begrünter Patio bringt Tageslicht in die unterirdischen Rückzugsräume. Die geschwungene Sitzlandschaft und die geometrische Wandstruktur unterstreichen das Höhlenkonzept des Studio Noa.
    © Aleksey Mokhov
    Ein begrünter Patio bringt Tageslicht in die unterirdischen Rückzugsräume. Die geschwungene Sitzlandschaft und die geometrische Wandstruktur unterstreichen das Höhlenkonzept des Studio Noa.
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    Das Design schafft einen fließenden Übergang zwischen sozialen Treffpunkten und aktiven Erlebnisflächen.
    © Aleksey Mokhov
    Das Design schafft einen fließenden Übergang zwischen sozialen Treffpunkten und aktiven Erlebnisflächen.
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    m neuen Erlebnisbereich verbinden geometrische Klettertürme und Hängesessel aktive und ruhige Spielzonen.
    © Aleksey Mokhov
    m neuen Erlebnisbereich verbinden geometrische Klettertürme und Hängesessel aktive und ruhige Spielzonen.
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    Der neue Erlebnisbereich fügt sich mit begrüntem Dach und unterirdischer Bauweise harmonisch in die Tiroler Berglandschaft ein.
    © Aleksey Mokhov
    Der neue Erlebnisbereich fügt sich mit begrüntem Dach und unterirdischer Bauweise harmonisch in die Tiroler Berglandschaft ein.

Konzeptionell orientiert sich das Projekt an Höhlen, Felsspalten und kristallinen Strukturen. Helle Patios und Glasöffnungen bringen Tageslicht tief ins Innere und erzeugen ein Wechselspiel aus Licht, Schatten und Materialität.

Kristallstrukturen als gestalterisches Leitmotiv

Die beiden Hauptfassaden – eine zum Hotel, die andere mit Ski-in/Ski-out-Anbindung zu den Pisten – bestehen aus erdfarbenem Sichtbeton mit geometrischer Struktur. Dreieckige Formen prägen sowohl die Außenhülle als auch die Innenräume. „Die beiden Fassaden sind von kristallinen Strukturen inspiriert“, so Prevedello. „Das dreieckige Raster erzeugt ein faszinierendes Spiel aus Licht und Schatten zwischen Vorsprüngen und Vertiefungen.“

Da der Bau überwiegend unter der Erde liegt, wird das Dach selbst zur Spielfläche und als Fortsetzung der alpinen Hänge inszeniert. Zu den Attraktionen zählen eine 50 Meter lange Rutsche, eine Doppelsitzer-Rutsche, eine Bobby-Car-Strecke sowie mehrere Kletter- und Seilparcours. Von außen ist der unterirdische Komplex lediglich über die beiden Türme und die in das Gelände eingeschnittenen Glasöffnungen sichtbar.

Räumliche Dramaturgie vom Berginneren bis ins Licht

Im Inneren sollen die Wände und Decken den Eindruck eines unterirdischen Naturraums verstärken. In die Decken sind dreieckige Module eingelassen, die zwischen akustisch wirksamem Putz und 3D-gedruckten Betonpaneelen wechseln und neben gestalterischen auch akustische und lichttechnische Aufgaben übernehmen. Einer der beiden Patios bleibt offen, der andere wird mit einer Glasstruktur überdacht.

Interior Designerin Alin Messner beschreibt das Innenraumkonzept als „vertikalen Übergang zwischen verschiedenen Ebenen, bei dem Gäste die Facetten einer Höhlenlandschaft durchqueren“. Das Untergeschoss wirke roh und materiell wie eine steinerne Höhle, während die Patios auf Erdgeschossebene den Übergang ankündigten. In den oberen Ebenen werde der Raum fast schwerelos erlebt, im Kontrast zur Solidität der unteren Geschosse.

Auch die Materialpalette folgt dieser vertikalen Logik. In den tiefsten Ebenen dominieren Stein, Metall, Glas und blaue Textilien. In den oberen, zum Außenraum hin orientierten Bereichen kommen Holz, Grüntöne und wärmere Textilien zum Einsatz. Das Thema des Aufstiegs zieht sich durch das gesamte räumliche Erlebnis: Doppel- und dreifach hohe Räume, stufenartige Sitzlandschaften entlang der Wände und leichte Strukturen führen die Besucher durch die Ebenen.

In den Innenräumen sind digitale und analoge Erlebnisbereiche geplant, ein Ninja-Parkour, eine Kletterzone sowie eine Kids Academy mit Schwerpunkt Kreativität. Auf Ebene -1 sind ein Shop und ein Skidepot untergebracht, beide direkt an das Ski-in/Ski-out-System angebunden. Im Zentrum steht ein doppelgeschossiger Raum im Erdgeschoss mit Hängebrücken und Kletterwänden. red/sar