Hoteltest Aukam’s La Strada KasselSchlanke Preise, magerer Service

Seit 1992 fühlt Tophotel den Vorzeigebetrieben der gastlichen Branche auf den Zahn. Standen bislang ausschließlich Hotels der Luxuskategorie im Fokus der Tester, hat Tophotel nun seine Mystery Checks auf das Business- bzw. Wellness-Segment ausgedehnt. Dieses Mal im Test: das Aukam’s La Strada in Kassel.

Lage / Anfahrt

»Mitten in Deutschland« – dieses Attribut schreiben sich nicht wenige Hotels auf die Fahne beziehungsweise in den Hausprospekt, obwohl es nicht vollends der Wahrheit entspricht. Bei Aukam’s La Strada trifft die Aussage jedoch hundertprozentig zu. »Kassel’s vielseitige Hotelwelt« – so der Untertitel des Vier-Sterne-Hauses, dessen Auslassungszeichen bei ›Kassels‹ ebenso überflüssig ist wie das bei ›Aukams‹ – liegt zwar wenig idyllisch in einem Industriegebiet, dafür aber eben auch ziemlich genau im Zentrum der Bundesrepublik Deutschland. Für eine gute Verkehrsanbindung sorgen die beiden Autobahnen A7 und A49 sowie der ebenfalls nur zehn Minuten mit dem Auto entfernt gelegene ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe. Einen Shuttle-Service von und zum Bahnhof bietet das Aukam’s La Strada seinen Gästen allerdings nicht an. Auch stehen nur wenige kostenlose Pkw-Stellplätze zur Verfügung, alternativ parkt man in dem zum Hotel gehörenden Parkhaus für 0,50 Euro pro Stunde bzw. zehn Euro pro Tag. Wer auf jeden Fall trockenen Fußes zur Rezeption gelangen möchte, stellt seinen Wagen in der Tiefgarage unter dem Hotel ab und zahlt dafür fünf Euro Aufschlag.
Wertung: gut

Internetauftritt / Online-Buchung

An der Homepage des La Strada (www.lastrada.de) gibt es nur wenig auszusetzen, wenngleich der Internetauftritt grafisch auch nicht besonders anspruchsvoll gestaltet ist. User, die sich hier schnell informieren möchten, finden sich hier gut zurecht; auch die umfangreichen Informationen zum Thema Tagung sind übersichtlich gegliedert. Es fehlen lediglich namentlich genannte Ansprechpartner und ein E-Mail-­Anfrageformular. Die Online-Buchung funktioniert unkompliziert und zu identischen Preisen wie bei einer telefonischen oder einer über HRS erfolgten Buchung. Die dazugehörige Reservierungsbestätigung lässt sich sofort ausdrucken, erfolgt jedoch auch noch einmal automatisch per E-Mail.
Wertung: sehr gut

MO. 7/02, 16:30 – Telefonische Bankettanfrage

Herr K. ist ein sympathischer und kompetent wirkender Gesprächspartner mit einer überaus angenehmen Stimme. Bei meiner telefonischen Bankettanfrage übernimmt er die Gesprächsführung und fragt sich durch die gängigsten Anforderungen wie Teilnehmerzahl, benötigte Räume und Zimmer, Technik etc. Als er glaubt, diese soweit ermittelt zu haben, offeriert er mir, ein entsprechendes Angebot zu erstellen und geht zur Aufnahme der Kontaktdaten über. Allerdings sind dem Ban­kettmitarbeiter weder die Art der Veranstaltung noch ihre Zielsetzung oder die Zusammensetzung des Teilnehmerkreises eine Frage wert. Selbst auf meine Andeutung hin, dass es sich bei den Teilnehmern um durchweg anspruchsvolle, teilweise sehr eigene, empfindliche Menschen handele, wird Herr K. nicht aktiv und versäumt es so, Zusatz­informationen einzuholen, die für das Hotel äußerst wichtig sein könnten. Das schriftliche Angebot kommt pünktlich per E-Mail und auch noch einmal per Post, geht aber auf die genannten spezifischen Anforderungen nicht dezidiert ein. Stattdessen wird Infomaterial mitgeschickt, die man sich auch selbst aus dem Internet downloaden kann. Drei Tage später wird ein E-Mail-Follow-up durchgeführt.
Wertung: befriedigend

MO. 17/01, 12:20 – Telefonische Buchung

Wäre ich ein regulärer Hotelgast, der aus dem ersten persönlichen Kontakt Rück­schlüsse auf die Qualität des Hotels zieht, hätte ich nach erfolgter Zimmerreservierung im La Strada eigentlich sofort umbuchen müssen. Selten habe ich am Hoteltelefon eine so leidenschaftslose, unmotivierte und fade Gesprächspartnerin erlebt. Das gesamte Telefonat ist ein einziges Trauerspiel. Mit einem müden Seufzer und der kürzest möglichen Formel (»Zimmerreservierung, E.«) meldet sich auf der Direktdurchwahl der Reservierungszentrale eine weibliche Mitarbeiterin und überlässt fortan jegliche Gesprächsführung mir. Sie offeriert zum gewünschten Zeitraum lediglich ein Standardzimmer zu 76 Euro zzgl. 15,50 Euro für das Frühstück, nennt bei der Frage nach Alternativen nur das sogenannte »Kennenlern-Zimmer« zu 49,90 Euro und begründet dies – als ich nachfrage, ob nicht auch Zimmer einer höheren Kategorie zur Verfügung stehen – mit folgenden Worten: »Na ja, ich dachte, es sollte möglichst billig sein.« Mein Wunsch nach einem Zimmer mit Doppelbett wird abschlägig beschieden: »Wir haben nur Zimmer mit zwei Einzelbetten. Diese können Sie ja dann zusammenschieben.« Dass es sich bei den genannten Einzelbetten um durchaus komfortable, 1,20 Meter breite Betten handelt, sehe ich erst vor Ort. Und wie sich das günstige »Kennenlern-Zimmer« und das schließlich doch noch angebotene Businesszimmer zu 80 Euro unterscheiden, beschreibt Frau E. wie folgt: »Also, das Businesszimmer ist etwas größer. Aber es sind auch zwei Betten drin, ein Bad, ein Wohnbereich, ein Flur – also, die ähneln sich schon sehr…« Auf diese Weise verkauft man weder höhere Kategorien noch das Hotel an sich und Vorfreude auf den Aufenthalt stellt sich so auch nicht ein. Getoppt wird das »Verkaufsgespräch« noch durch Frau E.s Antwort auf meine Frage, ob es vielleicht sonst noch etwas Wissens- oder Erwähnenswertes zum Hotel gebe, beispielsweise in puncto Gastronomie oder Wellness. Zu hören bekomme ich aber nur »Check-in ist ab 15 Uhr, Check-out bis 12 Uhr.« Vielen Dank.

Dieses leidenschaftslose Gespräch kann auch die Reservierungsbestätigung nicht mehr verbessern, die schon am nächsten Tag in der Post und bis auf einen Fauxpas in der Anschrift in Ordnung ist.
Wertung: mangelhaft

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