Sauna-Steuer sorgt für Verwirrung

Hotels wie zum Beispiel das Bora Hot Spa Resort in Radolfzell können aufatmen: Vorläufig gilt weiterhin der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent für Sauna- und Fitness-Erlöse. (Bild: bora Sauna)
Sieben oder 19 Prozent Umsatzsteuer auf Saunabesuche? Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hatte beschlossen, dass auf Saunabesuche und Fitness-Training ab dem 1. Juli 2015 der allgemeine Steuersatz von 19 Prozent anzuwenden ist.

Stuttgart, 15. Mai 2015  | Die Verbände sind sich uneins, welche Auswirkungen diese Entscheidung auf Hotels haben wird.

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Die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) gibt Entwarnung für die Hotellerie in Sachen Aufhebung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes in Höhe von sieben Prozent für Sauna- und Fitness-Erlöse ab dem 1. Juli 2015. „Wir empfehlen, durch den Betriebsprüfer oder sogar durch die Finanzämter bestätigen zu lassen, dass die Benutzung des Wellness- und des Fitnessbereichs eine untergeordnete Rolle spielen und die Hauptleistung den Umsatzsteuersatz festlegt“, so Jürgen Gangl, erster Vorsitzender der HDV und Direktor des Hotels Park Inn in Berlin.

Nach wie vor gilt nach Auffassung der HDV: Der Hauptrechnungsgegenstand bestimmt den Mehrwertsteuersatz. Ein Hotel kann demnach ohne Probleme weiterhin die Nutzung von Wellness- und Fitnessbereich in die Hauptleistung, die Übernachtung, integrieren und mit sieben Prozent versteuern. „Anders ist es aber bei Hotels, die einen Fitnessbereich für Mitglieder zugänglich machen, nicht aber für die Hotelgäste“, ergänzt HDV-Vorstandsmitglied Oliver Mathée. Hier fallen dann ab 1. Juli 19 Prozent Umsatzsteuer an.

Der Dehoga ist hingegen anderer Auffassung. „Aufgrund des Urteils des Bundesfinanzhofes aus dem Jahr 2005, das für eine Saunaleistung die volle Mehrwertbesteuerung festgelegt hat, hat das Bundesfinanzministerium diese Entscheidung nun umgesetzt“, so Jürgen Benad, Rechtsexperte beim Dehoga-Bundesverband. Die Sauna sei eine selbstständige Leistung, die einer eigenen Umsatzssteuer unterliege.

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und die Finanzminister der Länder hatten beschlossen, dass auf Saunabesuche und Fitness-Training ab dem 1. Juli 2015 der allgemeine Steuersatz von 19 Prozent anzuwenden ist. Saunieren und Fitness-Training seien Maßnahmen der „persönlichen Lebensführung“, nicht „verordnungsfähig“ und somit keine Heilbäder, für die bislang eine Steuerermäßigung in Betracht kommt, heißt es in einem Schreiben des BNF an die Obersten Finanzbehörden der Länder. Die Bäderbetriebe hatten gegen die Steuererhöhung protestiert und eine Verlängerung der Übergangsfrist bis zum 30. Juni erreicht.

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