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StartHotel+TechnikSanierung::Frischer Wind im Sisi-Hotel

SanierungFrischer Wind im Sisi-Hotel

Sind die Modernisierungsarbeiten des Hotels Kaiserin Elisabeth in Feldafing am Starnberger See einmal beendet, wird nicht nur der denkmalgeschützte Altbau behutsam an heutige Anforderungen angepasst sein, sondern auch ein angegliederter Neubau Zimmerzahl und Angebot ergänzen. Erste Schritte sind bereits gegangen.

Nach Beendigung der geplanten Maßnahmen wird das historische 62-Zimmer-Haus nicht nur komplett saniert sein, sondern auch über einen Erweiterungsbau mit zusätzlichen 20 Zimmern und einen neuen 1.500 Quadratmeter großen Spa-Bereich mit Schwimmbad, Sauna, Wellness- und Fitnessräumen sowie Anwendungsangeboten verfügen. Die Eigentümerinnen des Hotels Kaiserin Elisabeth, Erika Borchard und ihre Nichte Annette von Gleichenstein-Haarmann, hatten ihre umfangreichen Baupläne zur Umgestaltung und Erweiterung des Viersternehotels im Sommer 2021 dem Feldafinger Gemeinderat präsentiert. Hintergrund der geplanten Maßnahmen ist der eingeleitete Generationswechsel, im Zuge dessen Julia Haarmann, Tochter von Annette von Gleichenstein-Haarmann, die Leitung des Betriebs übernehmen wird.

Für die Entwicklung einer zukunftsträchtigen Strategie für das Haus holten die Eigentümerinnen bereits im Jahr 2018 Hotelconsultant Volker Deigendesch ins Haus. Er sollte ihnen Wege aufzeigen, wie das seit 1905 in Familienbesitz geführte Hotel noch attraktiver für Übernachtungs- und Tagungsgäste werden könnte. Nach mehreren Meetings einigten sich die Partner auf die umfassende, aber auch sensible Renovierung und Erweiterung der Immobilie und schrieben 2019 einen architektonischen Ideenwettbewerb aus. Die Wahl fiel auf das Münchner Architektenbüro DBLB, das unter anderem bei Umbauten im Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen sowie im Schloss Waldeck am Edersee beteiligt war.

Umbauphase in drei Stufen

Ebenfalls 2019 wurden der Masterplan für die Bauphasen sowie ein Finanzierungsplan mit wirtschaftlicher Prognose erstellt. Für das Sanierungs-, Modernisierungs- und Erweiterungsvorhaben sind jetzt Investitionen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages vorgesehen. Abhängig von der Baugenehmigung ist eine mehrjährige Umbauphase in drei Stufen geplant. Während der Veränderungen soll der Betrieb für die Restaurant- und Hotelgäste aufrechterhalten werden. „Wichtig war uns auch, von Planungsbeginn an die politischen Entscheidungsträger in der Region einzubinden“, erklärt Deigendesch.

Die Vorstellung der Pläne erfolgte nicht nur vor Landrat, Wirtschaftsförderung, Bürgermeister und Verantwortlichen des Denkmalschutzes, sondern auch vor dem Gemeinderat, wobei auch Nachbarn des Hotels präsent waren. „Bis heute haben wir viel positive Resonanz erfahren“, freut sich der Berater.

Historische Bausubstanz

Im ersten Schritt wird nun das Hauptgebäude saniert, umgestaltet und technisch modernisiert. Zunächst wird die Terrasse mit ihren 90 überdachten Plätzen bis zum Frühjahr 2022 einen neuen Bodenbelag und ein Facelifting erhalten, es folgt die Sanierung der Toilettenanlagen. Im Herbst 2022 ist die Erweiterung des Restaurants von 28 auf 60 Plätze vorgesehen.

„Wir werden einen Teil der Terrasse verglasen und so ganzjährig als Orangerie nutzen können“, erläutert Deigendesch. Mit dem Bau eines Außenzugangs zum Gewölbekeller wird spätestens Anfang 2023 die beliebte Sisi-Bar, die aufgrund von Brandschutzauflagen seit längerer Zeit geschlossen war, wieder öffnen. In dieser Zeit werden auch die Küche und die Wirtschaftsräume erneuert. Für die Renovierung der Zimmer im Stammhaus wurden bereits Musterzimmer entworfen, mit den ersten 40 Zimmern soll im Anschluss an die öffentlichen Bereiche begonnen werden.

Arbeitsplätze sichern

„Die größten Herausforderungen sind der Denkmalschutz und die historische Bausubstanz, die immer wieder für Überraschungen sorgen wird“, weiß Deigendesch. Andererseits sei die sensationelle Historie des Hotels fantastisch für das Storytelling. „Der boomende Deutschland-Tourismus stimmt uns zuversichtlich, dass sich diese Investitionen auszahlen werden. Schon heute werden im Hotel Zimmerpreise von rund 200 Euro erzielt, nach der erfolgten Sanierung könnte man deutlich mehr bekommen.“

Das Herzstück des Bauprojekts, der mit dem Stammhaus verbundene Neubau, wird in der zweiten Bauphase errichtet. Die dritte Bauphase sieht die Verbesserung der Infrastruktur, wie Anlieferung und Anfahrt sowie eine Tiefgarage, vor. Annette von Gleichenstein erklärt: „Wir möchten das Haus in der Familie halten und es auch in der nächsten Generation erfolgreich führen. Mit der Modernisierung und Erweiterung unseres Angebots wollen wir auch bestehende Arbeitsplätze sichern.“ Der bisherige Bestand von 35 Mitarbeitern inklusive drei Auszubildenden soll nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen auf 50 Mitarbeiter mit sechs Auszubildenden erweitert werden.

Susanne Stauß

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