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StartHotel+TechnikRudi Seubert im Interview::"Maschinelles Spülen wird ein Grundpfeiler"

Rudi Seubert im Interview"Maschinelles Spülen wird ein Grundpfeiler"

Themen wie Hygiene und Nachhaltigkeit haben in den vergangenen Monaten enorm an Bedeutung gewonnen. Rudi Seubert, Geschäftsführer von Winterhalter Deutschland, erläutert, wie sein Unternehmen darauf reagiert und auf welche Veränderungen sich Kunden aus der Hotellerie infolge der Coronapandemie einstellen müssen.

Hotel+Technik: Herr Seubert, wichtige Präsenztermine entfallen auch in diesem Frühjahr wieder. Dürfen sich Ihre Kunden dennoch auf technische Neuerungen freuen?

Rudi Seubert: Selbstverständlich. Seit Mai 2021 ist unsere neue Generation der Haubenspülmaschinen auf dem Markt. Aufgrund von Kontaktbeschränkungen und ausgefallenen Messen haben wir die Markteinführung der „PT“-Serie digital über weltweite Onlineveranstaltungen umgesetzt. Das hat gut funktioniert, und das Feedback aus allen Ländern war positiv. „PT“ steht übrigens für „Pass Through“, das heißt: Auf dem Zulauftisch werden Körbe mit schmutzigem Geschirr beladen. Der Spülgang startet. Auf der anderen Seite wird das saubere Spülgut entnommen. Alles läuft und ist optimal aufeinander abgestimmt. Die „PT“-Serie ist ein Allrounder für unterschiedliches Spülgut und in drei Maschinengrößen erhältlich. Für die diesjährige Intergastra war die Präsentation einer ganz neuen Maschinengeneration geplant, der Haubenspülmaschine „PT Utensil“. Sie spült Gerätschaften und Geschirr in einer Maschine.

Die Technik und die Vorteile für den Kunden sind so überzeugend, dass wir sicher sind, die Maschine erfolgreich im Markt zu positionieren. Bereits 2020 haben wir zudem unser System zum Spülen von Kunststoffbechern und Mehrweggeschirr eingeführt. Die Nachfrage steigt seitdem stetig.

Das neue Jahr knüpft an die vielen Hiobsbotschaften des vergangenen Jahres an. Inwiefern ist Winterhalter von gestörten Logistikketten betroffen?

Zu Beginn der Pandemie, also fast vor unglaublich langen zwei Jahren, waren einige unserer Lieferanten in Kurzarbeit oder von angeordneten Werksschließungen betroffen. Dadurch ist unsere Materialversorgung ins Stocken geraten.

Diese Situation hat sich 2021 zugespitzt: Die langsam wieder anziehende Weltwirtschaft traf auf deutlich verringerte Produktionskapazitäten. Für uns bedeutet das vor allem für unsere Untertischspülmaschinen der „UC“-Serie noch nie gekannte Lieferzeiten. Hinzu kommen astronomische Preisanstiege für Edelstahl, Halbleiter und Logistik.

Werden Sie diese Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben?

Vor diesem Hintergrund, verbunden mit drastisch steigenden Rohstoff- und Energiekosten, blieb uns keine andere Wahl, als die Preise zum 1. Januar 2022 anzupassen.

Was unternimmt Winterhalter, um Energiekosten sowohl im eigenen Unternehmen als auch bei den Geräten für die Kunden zu senken?

Unsere Gebäudetechnik und Produktionen sind auf dem Leitsatz aufgebaut: So wenig Energie verbrauchen wie möglich, und die dann noch benötigte Energie möglichst regenerativ und CO2-neutral erzeugen. Für unser Logistikzentrum verbrauchen wir zum Beispiel weniger Strom, als wir dort regenerativ erzeugen.

Neben der Hygienesicherheit sind Energieeffizienz und Ressourcenschonung die Topthemen in der Spülküche. In den vergangenen Jahren hat Winterhalter hohe Investitionen aufgebracht, um den Bedarf an Energie, Wasser, Reiniger und Klarspüler beim Spülen zu reduzieren. Das Ziel ist, Maschinen zu entwickeln, die bei einem reduzierten ­Ressourcenverbrauch beste Spüler­gebnisse liefern. Als erster Spültechnikhersteller ­haben wir bereits 2007 unsere Wärme­rückgewinnung „Energy“ eingeführt und ­serienmäßig in die Haubenspülmaschinen integriert.

Alle Spülmaschinen sind mit innovativen, zum Teil patentierten Technologien ausgestattet. Das strömungsoptimierte Spülfeld, unser Vierfachfiltrationssystem und die angetriebene Nachspülung senken den Wasserverbrauch. Technologien zur Wärmerückgewinnung senken die Energiekosten.

Wo produzieren Sie Ihre Maschinen?

Für Deutschland und den europäischen Markt produzieren wir in Deutschland und in der Schweiz. Für den asiatischen Markt produzieren wir in Rayong in Thailand. Unser Einkauf arbeitet rund um die Uhr, um uns bestmöglich mit Material zu versorgen. Das ist uns bisher gut gelungen, da wir immer in der Lage waren, die eingehenden Bestellungen bedienen zu können. Unsere Produktion stand bisher nie still. Leider sind wir im Moment trotzdem nicht in der Lage, den Ersatzbedarf der Branche wie gewohnt innerhalb weniger Tage zu erfüllen.

Wie steht es um Ersatzteile für defekte Maschinen?

Aktuell haben wir für alle Baureihen Ersatzteile vorrätig und sind weiterhin kurzfristig lieferfähig.

Haben sich die Ansprüche der Hoteliers in der Pandemie verändert?

Uns freut ganz besonders, dass Hygiene an Bedeutung gewonnen hat. Das hat zur Folge, dass in der Gastronomie gerade ein Perspektivwechsel stattfindet. Spülen wird nur noch selten als notwendiges Übel betrachtet.

Für die meisten ist das maschinelle Spülen mittlerweile ein Grundpfeiler der Hygienesicherheit und wird zur Visitenkarte eines Betriebes. Damit steigt natürlich in der gesamten Branche der Druck, vom manuellen Spülen endlich auf das maschinelle Spülen umzusteigen, was eine erhebliche Risikominimierung darstellt.

Was macht Winterhalter in den eigenen Augen besser als Mitstreiter im Markt?

Wir sind Spezialisten in dem, was wir tun. Seit über sieben Jahrzehnten kümmern wir uns ums Spülen – und das ausschließlich und mit allem, was dazu gehört. Mit Spülmaschinen, Spülchemie, Wasseraufbereitungsgeräten und Spülkörben bieten wir ein Gesamtsystem, das sehr gute Spül­ergebnisse liefert. Wenn also jemand für Hygienesicherheit in der Gastronomie und Hotellerie steht, dann ist es Winterhalter.

Wie hat sich das Investitionsverhalten der Branche verändert, vielleicht auch bezogen auf die verschiedenen Segmente der Hotellerie?

Die Überbrückungshilfe III hat einen Boom bei der Nachfrage nach Spülmaschinen ausgelöst. Ob dahinter tatsächlich ein verändertes Investitionsverhalten steckt, ist schwer zu sagen. Natürlich hoffen wir, dass das Thema Hygiene weiterhin einen starken Einfluss auf zukünftige Investitionen hat.

Wie ist der Kundendienst strukturiert?

Gemeinsam mit unseren geschulten und zertifizierten Partnern können wir einen flächendeckenden, reibungslosen Kundendienst bieten. Unsere Techniker sind werktags von 7 bis 21 Uhr im Einsatz. Zusätzlich haben wir Bereitschaftsdienst an Wochenenden und Feiertagen.

Interview: Susanne Stauß

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