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StartHotel+TechnikRifugio Salei, Canazei::Wellness-Hideaway in felsiger Höhe

Rifugio Salei, CanazeiWellness-Hideaway in felsiger Höhe

Die Ski- und Wanderrundtour Sella Ronda in den Dolomiten führt direkt am Rifugio Salei vorbei. Was von der Piste auf den ersten Blick wie eine große Hütte für den Einkehrschwung aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als exklusives Wellnesshotel für eine anspruchsvolle Zielgruppe.

Mit der Umgestaltung der seit den 1960er-Jahren im Familienbesitz befindlichen Salei-Hütte hat Alexander Monteleone 2018 ins Schwarze getroffen. Bereits zwei Jahre zuvor begannen die Planungen für den aufwendigen Um- und Erweiterungsbau, mit dem sich das Rifugio eine kaufkräftigere Zielgruppe für die Hotelzimmer erschließen wollte. Aus bisher acht Gästezimmern wurden dabei 13 individuelle und gemütliche Zimmer und Suiten mit einem ganz besonderen Flair und eigener Geschichte.

Außerdem erhielt das Rifugio einen Wellnessbereich mit Innen- und Außenpool sowie eine Saunalandschaft mit Dampfbad, ein weiteres Restaurant und eine Lounge Bar. Das Investitionsvolumen belief sich auf vier Millionen Euro. Die Ideen Monteleones, die in Zusammenarbeit mit regionalen Handwerkern sowie für den Wellnessbereich mit dem Unternehmen Starpool aus Ziano di Fiemme im Trentino umgesetzt wurden, hatten alle ein Ziel: Sie sollten die Harmonie mit der Natur, Gemütlichkeit und Exklusivität in den Vordergrund stellen, dabei aber idealerweise viele historische Materialien zum Einsatz bringen. Ein weiteres wichtiges Kriterium war der möglichst schonende Umgang mit Ressourcen.

Einsatz historischer Materialien

Für die von Holz dominierte Innenausstattung der neuen Zimmer und öffentlichen Bereiche machte sich Familie Monteleone auf die Suche nach Hölzern abgerissener Heustadel und Berghütten. In einigen Zimmern wurden Bretter mit Schnitzereien sowie Holzdecken aus Bauernhäusern aus dem 18. Jahrhundert verarbeitet. Das rötliche Holz an der neu gestalteten Rezeption stammt aus einem ehemaligen Kuhstall. „Der ausgefallene Rot-Ton entstand, weil das Holz jahrelang den Ammoniakdämpfen des Urins der Kühe ausgesetzt war“, erklärt die stellvertretende Hoteldirektorin Daniela Bieber. „Mit Farbe ist so etwas nicht zu schaffen.“

Die größte Herausforderung beim Umbau des Rifugio war seine außergewöhnliche Lage auf 2.225 Metern Höhe, die die Anfahrt von Baumaterial und -geräten nur von Frühjahr bis Herbst ermöglicht. Im Winter werden die Hotelgäste mit Motorschlitten oder Pistenraupe vom zehn Minuten entfernten Parkplatz abgeholt. Im Sommer können sie die Schranke zur Privatstraße über einen Code öffnen. Der Zeitplan für den Umbau wurde zudem auf nur 90 Tage begrenzt, um die finanziell lukrative Wintersaison 2018 nicht ausfallen lassen zu müssen. All dies fand bei insgesamt 7.700 Kubikmetern umbautem Raum und den bekannt wechselhaften Wetterverhältnissen in den Bergen statt, die im Herbst 2018 auch noch vom Sturm Vaia begleitet wurden. Doch das Salei trotzte allen Widrigkeiten und litt dank seiner hohen Lage oberhalb der Baumgrenze zumindest nicht wie andere Baustellen im Land unter umstürzen- den Bäumen.

F&B und Après-Ski

Heute gelangen die Übernachtungsgäste über einen separaten Hoteleingang zu ihren Zimmern und in den Wellnessbereich. Die insgesamt vier F&B-Outlets, vom Selbstbedienungsrestaurant über ein Vollservice-Restaurant und eine Pizzeria bis hin zur Lounge-Bar, stehen auch vorbeikommenden Gästen offen. In der Wintersaison bietet das Salei zudem täglich Après-Ski mit Tanzmusik und zweimal wöchentlich Livemusik. Dafür wird die Gastronomie zusätzlich um ein großes Zelt erweitert. Wenn die letzten Skifahrer am frühen Abend die Pisten verlassen haben, sind die Hausgäste im Winter dann unter sich.

Zimmerkategorien

Die Zimmer und Suiten bieten jetzt Viersternekomfort, jedes hat einen Balkon mit Panoramablick oder eine Terrasse. Die Standardzimmer sind 20 Quadratmeter groß und liegen in Richtung Außenpool und Dolomiten. Gäste der 25 Quadratmeter großen Romantik-Zimmer werden mit einem direkten Blick auf den Langkofel und die Sella Ronda belohnt. Die 30 Quadratmeter große „Lux“-Suite hat ein Hochbett, um bis zu drei Personen Platz bieten zu können. Die 40 Quadratmeter großen Junior Suiten eigenen sich für Familien mit bis zu vier Personen. Unterhalb der Zimmer erstreckt sich die in die Berglandschaft eingebettete Wellnessoase. Von der Ruhezone des Wellnessbereichs gelangen die Gäste zur privaten Terrasse mit Direktzugang zur Liegewiese – oder im Winter dem Schnee als Abkühlung nach dem Saunagang.

Geringer Energieverbrauch

Das gesamte Gebäude erhielt eine aufwendige Isolierung, die auch den Energieverbrauch der Saunen reduziert. Das Salei verfügt über ein energieeffizientes Luftumwälzsystem mit Wärmerückgewinnung. Für die Wasserversorgung sind umweltfreundliche Wärmepumpen im Einsatz. Geheizt wird mit Pellets. Hinter den Kulissen sorgen unter anderem neue Kühlschränke für die Wärmerückgewinnung, im gesamten Hotel sind LED-Lampen installiert.

Aufgrund all dieser Maßnahmen erhielt der Betrieb die Auszeichnung Klimahaus A+. „Die Wärmespeicherung in unserem Haus ist so gut, dass manche Gäste sich im tiefsten Winter beschweren, dass es ihnen im Zimmer zu warm ist, obwohl sie die Heizung ausgeschaltet haben“, erklärt Daniela Bieber. „Da hilft nur eins: das Fenster aufmachen.“ Beim Umbau des Rifugio ließ das Team auch andere Aspeket einfließen: Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden wurden verbessert, indem durch die neue Planung kürzere Wege für sie entstanden. Heute freut sich das Rifugio bei seinen Übernachtungsgästen über eine Stammgästequote von 80 Prozent. Das Ziel, eine anspruchsvollere Klientel für das Hotel anzusprechen, wurde erreicht. „Teilweise hat die Stammkundschaft gewechselt“, so Bieber.

Susanne Stauß

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