Die Vereinigung meldet für das vergangene Jahr einen Umsatz von 3,308 Milliarden und 34 neue Häuser. Was das Wachstum antreibt.
Die Vereinigung Relais & Châteaux hat im Geschäftsjahr 2025 weltweit einen Gesamtumsatz von 3,308 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht laut dem Business Survey 2025 der Vereinigung einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grundlage der Auswertung sind Angaben von 94 Prozent der Mitgliedshäuser.
„Relais & Châteaux behauptet sich weiterhin als weltweite Referenz für eine vom Streben nach Exzellenz geprägte Hotellerie und Gastronomie“, sagt Präsident Laurent Gardinier. Die Geschäftszahlen spiegelten vor allem das Engagement der Mitglieder wider, „die ihre einzigartigen und tief in den jeweiligen Regionen verwurzelten Häuser mit Leben erfüllen", so Gardinier. Sie unterstrichen die Relevanz eines Modells, „in dem Qualität, Authentizität, Gastfreundschaft und Gastronomie die entscheidenden Treiber für Erfolg und langfristige Attraktivität sind“.
Die 17 deutschen Mitgliedshäuser kamen vergangenes Jahr zusammen auf einen Umsatz von 103 Millionen Euro. In Österreich, wo zum Stichtag 31. Dezember 2025 sieben Häuser zur Vereinigung gehörten, lag der Gesamtumsatz der teilnehmenden Betriebe bei 35 Millionen Euro. An der Erhebung beteiligten sich dort 86 Prozent der Mitglieder.
Zwei Säulen: Gastronomie und Hotellerie
Die Umsatzverteilung blieb 2025 weitgehend stabil. Auf den Hotelbereich entfielen 51 Prozent des weltweiten Umsatzes, der Bereich Food & Beverage trug 41 Prozent bei. Die übrigen Erlöse stammen aus Spa-Angeboten sowie weiteren Leistungen, etwa Erlebnissen und hoteleigenen Produkten.
Rund 15 Prozent der Mitglieder sind reine Restaurants ohne angeschlossene Zimmer. Diese rund 80 Restaurants erzielten laut Business Survey 2025 einen Gesamtumsatz von knapp 315 Millionen Euro.
Internationale Expansion
2025 nahm die Vereinigung 34 Häuser in ihr Netzwerk auf, das sich über 65 Länder erstreckt. Die Neuzugänge verteilen sich auf alle fünf Kontinente. In Asien kamen unter anderem Destinationen in Indien und Japan hinzu, in Europa Adressen in Frankreich, Italien, Portugal, Spanien, Kroatien und Schottland. In Nord- und Südamerika erweiterte Relais & Châteaux seine Präsenz in Guatemala, Brasilien, Kanada, den USA und Argentinien. Auch Häuser in Südafrika und Ägypten sowie auf den Bahamas und in Französisch-Polynesien zählen zu den neuen Destinationen.
Die Attraktivität der Vereinigung für Betreiber von Boutiquehotels und Spitzenrestaurants stieg dem Survey zufolge weiter: Die Zahl der Bewerbungen kletterte von 540 im Vorjahr auf 615 – ein Plus von 14 Prozent.
Lokale Beschaffung, weniger Alkohol, mehr Degustationsmenüs
Der Survey weist mehrere Verschiebungen in der Spitzengastronomie aus. 63 Prozent der reinen Restaurant-Mitglieder bauten ihre lokale und hyperlokale Beschaffung weiter aus. 41 Prozent erweiterten ihr vegetarisches und veganes Angebot. 20 Prozent der Restaurants haben ihre Menüs reduziert oder vereinfacht. Das Degustationsmenü gewinnt weiter an Bedeutung: 80 Prozent der Gäste entscheiden sich nach Angaben der Vereinigung inzwischen für ein Degustationsmenü statt für klassische À-la-carte-Angebote, ein leichter Anstieg gegenüber 2024.
Auch beim Getränkekonsum zeichnet sich ein Wandel ab. 34 Prozent der Restaurants berichten von rückläufigen Alkoholumsätzen. 77 Prozent bieten mittlerweile alkoholfreie Getränkebegleitungen an, die meist auf Tees, Säften und fermentierten Komponenten basieren. Mehr als die Hälfte der Restaurants hat dieses Angebot im vergangenen Jahr nochmals erweitert.
USA wichtigster Quellmarkt, Europa breit aufgestellt
Gäste aus den USA stellen mit 42 Prozent den größten Anteil am weltweiten Umsatz der Mitgliedshäuser. Auf Rang zwei folgt Frankreich mit elf Prozent – ein Wert, den die Vereinigung sowohl mit ihren französischen Wurzeln als auch mit der hohen Dichte an Häusern im Heimatmarkt erklärt. Das Vereinigte Königreich kommt auf neun Prozent, Deutschland auf fünf Prozent.
In den deutschen Mitgliedshäusern stammen 76 Prozent der Gäste aus Deutschland selbst, gefolgt von Reisenden aus den Benelux-Staaten mit acht Prozent, Frankreich mit fünf Prozent sowie der Schweiz und Liechtenstein mit vier Prozent. Die österreichischen Häuser weisen eine deutlich internationalere Struktur auf: 20 Prozent der Gäste kommen aus Deutschland, 15 Prozent aus den USA, 14 Prozent aus Österreich selbst, elf Prozent aus den Benelux-Staaten und sieben Prozent aus dem Vereinigten Königreich. red/sar