Ein Ryokan aus dem Jahr 1818, eines der besten Restaurants der Welt und ein Hotel am Rockefeller Center: Die Hotelvereinigung erweitert ihr Netzwerk um Häuser und Restaurants in acht Ländern.
Relais & Châteaux hat zehn neue Mitglieder in seine Vereinigung aufgenommen. Die Häuser und Restaurants verteilen sich auf Frankreich, Italien, die Schweiz, Portugal, England, Japan, Mexiko und die USA. „Es ist mir eine Ehre, diese zehn neuen Mitglieder bei Relais & Châteaux willkommen zu heißen. Sie teilen dieselben Werte wie wir, mit einer gemeinsamen Leidenschaft für das Schöne und das Gute“, sagt Präsident Laurent Gardinier.
Verride Palácio de Santa Catarina – Lissabon, Portugal
Auf einem der sieben Hügel Lissabons, im Viertel Santa Catarina nahe dem Bairro Alto, liegt das Verride Palácio de Santa Catarina. Der Palast aus dem 18. Jahrhundert wurde von Architektin Teresa Nunes da Costa restauriert, die die neoklassizistische Architektur mit modernen Elementen verband. Das Haus verfügt über 18 Zimmer und Suiten, deren Interior vom Kontrast zwischen historischen Details wie Kachelkaminen, Kassettendecken und Trumeau-Spiegeln und zeitgenössischem Mobiliar lebt. Von einer Dachterrasse mit Pool blicken Gäste über die roten Dächer der Stadt bis zum Tejo. In den Restaurants „Suba“ und „TLC 55“ interpretiert Küchenchef Fabio Alves die portugiesische Küche mit einer leichten, modernen Handschrift.
La Maison des Cimes – Malbuisson, Frankreich
Am Ufer des Lac de Saint-Point, dem drittgrößten natürlichen See Frankreichs im Herzen des Jura, haben Küchenchef Matthias Marc und seine Frau Hanna ein Haus in einer ehemaligen Schreinerei aufgebaut. Marc kehrte nach einer Station in einem Michelin-Stern-Restaurant in Paris in seine Heimatregion zurück. La Maison des Cimes verfügt über sechs Zimmer und zwei Suiten, letztere mit eigenem Balkon und Hot Tub. Hanna Marc hat die Räume selbst gestaltet, Holz spielt als Material die zentrale Rolle. Im Restaurant „La Table des Cimes“ kocht Matthias Marc über offenem Feuer mit regionalen Produkten. Der Weinkeller umfasst rund 800 Positionen, davon 400 aus der Region. Eine lockerere Variante seiner Küche bietet das „Bistrot Le Bistrot des Bûcherons“, wo über Holzkohle zubereitet wird.
Megève Bois – Megève, Frankreich
In der Nähe des historischen Zentrums von Megève und der Skilifte am Mont d'Arbois liegt das Chalet Megève Bois mit zwölf Zimmern und Suiten. Natürliche Materialien, Einzelstücke und warme Farbtöne prägen die Räume, ergänzt durch eine von den Eigentümern persönlich kuratierte Kunstsammlung. Chefkoch Elvis Dedi verbindet in den Restaurants „Le Simon“ und „The Andrew“ französische und italienische Einflüsse mit alpinen Aromen. Der Weinkeller umfasst rund 850 Positionen. Im Kezia Spa stehen neben Whirlpool, Dampfbad und einem Ruheraum mit Himalaya-Salz verschiedene Behandlungen zur Verfügung, darunter ein alpines Ritual im beheizten Heubett.
Masseria Aura Terrae – Polignano a Mare, Italien
Auf einem Hügel mit Blick auf die Adria, umgeben von Weinbergen und jahrhundertealten Olivenbäumen, liegt die Masseria Aura Terrae der Familie Valentini. Das historische Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert erinnert mit seiner Architektur an ein kleines apulisches Dorf. Die 22 Zimmer und Suiten befinden sich dort, wo einst Zisternen, Schafställe und Taubenschläge waren – Gewölbedecken, Nischen und traditionelle Steinböden blieben erhalten. Das rund 25 Hektar große Anwesen umfasst Weinberge und Obstgärten sowie zwei Pools. Im Restaurant steht eine saisonale italienische Küche mit regionalen Zutaten im Mittelpunkt, von Meeresfrüchten bis zu hausgemachter Pasta. In den wärmeren Monaten wird im Freien serviert, im Winter im Gewölbe des Hauses.
Quintonil Restaurant – Mexico City, Mexiko
In einer ruhigen Straße im Stadtviertel Polanco betreiben Küchenchef Jorge Vallejo und seine Frau Alejandra Flores das Restaurant „Quintonil“. Es ist mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet und belegt aktuell Platz drei der World's 50 Best Restaurants. Vallejo interpretiert die mexikanische Küche mit zeitgenössischem Ansatz und stellt dabei auch weniger bekannte Zutaten in den Mittelpunkt – darunter einheimische Gewürze, regionale Maissorten und Insekten. Zu seinen Gerichten gehört etwa eine Kombination aus Thunfisch, lakto-fermentierten Pilzen und Heuschrecken-Chintextle. Das ständig wechselnde Degustationsmenü spiegelt laut Relais & Châteaux die Vielfalt des mexikanischen Terroirs wider. Der Weinkeller umfasst über 700 Positionen.
Relais Villa Corallo – Sant'Omero, Italien
Eine von Zypressen gesäumte Auffahrt führt zum Relais Villa Corallo, einem Landsitz aus dem 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Di Serafino. Das Anwesen zwischen den Apenninen und der Adriaküste umfasst rund 80 Hektar. Die elf Zimmer und Suiten sind Kaminen aus schwarzem Marquina-Marmor, Bädern aus Carrara-Marmor, Art-déco-Möbeln und William-Morris-Tapeten ausgestattet. Küchenchef Gianni Dezio interpretiert die kulinarische Tradition der Abruzzen im Michelin-Stern-Restaurant „Zunica 1880“, ergänzt durch ein im Sommer eröffnetes Bistro. Gemüse aus den hauseigenen Gärten prägt die Speisekarte. Darüber hinaus bietet das Haus Spa-Anwendungen, Weinverkostungen, Ausritte und wechselnde Ausstellungen von Artists in Residence.
Hiiragiya – Kyoto, Japan
Das Hiiragiya in Kyoto ist eines der traditionsreichsten neuen Mitglieder. Der historische Ryokan wurde 1818 gegründet, wird in siebter Generation von derselben Familie geführt und liegt in unmittelbarer Nähe des Kaiserpalasts. Die 23 Zimmer bewahren die klassischen Elemente eines Ryokan: Tatami-Matten, niedrige Tische und Shoji-Schiebewände mit Blick in ruhige Gärten. Die Bäder sind aus Kōyamaki-Holz, der japanischen Schirmtanne, gefertigt und werden mit reinem Grundwasser gespeist. Kulinarisch steht die Kaiseki-Kunst im Mittelpunkt – die Menüs folgen dem Wechsel der Jahreszeiten und dem Kulturkalender Kyotos und werden wahlweise im Speisesaal oder in den Gästezimmern serviert. Eine Bibliothek und zwei private Badebereiche ergänzen das Angebot.
Villa Florhof – Zürich, Schweiz
In der Zürcher Altstadt wurde ein Stadthaus aus dem 15. Jahrhundert nach knapp dreijähriger Renovierung unter der Leitung von des Luxusgüterunternehmens Lalique als Boutiquehotel mit 13 Zimmern wiedereröffnet. Für das Interior der Villa Florhof zeichnet das monegassische Studio Green & Mingarelli Design verantwortlich. Eigens entworfene Möbel, Teppiche und Dekorationsobjekte im Art-déco-Stil spiegeln die künstlerische Handschrift von Lalique wider. Die gastronomische Leitung hat Küchenchef Christian Jürgens übernommen, der zuvor in mehreren Michelin-prämierten Häusern tätig war. Er verantwortet sowohl das Signature Restaurant als auch die „Florhof Bar & Brasserie“. Der Weinkeller umfasst mehr als 3.500 Positionen und wurde von Lalique-Executive-Chairman und Mitinhaber Silvio Denz persönlich kuratiert.
Wilderness Reserve – Sibton, England
Im Osten Englands, in der Landschaft Suffolks, liegt das Wilderness Reserve auf rund 2.400 Hektar. Die 29 Unterkünfte reichen von reetgedeckten Cottages bis zu einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert mit acht Schlafzimmern und bieten Platz für zwei bis 18 Gäste. Die Architektur greift regionale Bautraditionen auf und verbindet sie mit Details wie handgemalten Wandbildern. Zum Anwesen gehören ein Spa mit beheiztem Außenpool sowie zwei Restaurants, die ihre Produkte von Bauernhöfen aus Suffolk beziehen. „The Dining Room“ interpretiert klassische englische Küche mit mediterranen Einflüssen, Fire Feast setzt auf gemeinsames Essen unter freiem Himmel, zubereitet über offenem Holzfeuer.
The Nell New York – New York City, USA
Noch nicht eröffnet, aber bereits aufgenommen: The Nell New York soll im Herbst 2027 an der Adresse 10 Rockefeller Plaza starten. Das Haus wird über 134 Zimmer und Suiten verfügen und Art-déco-Eleganz mit zeitgenössischem New Yorker Stil verbinden. Eine Sammlung von Werken internationaler Künstler soll den Räumen eine eigene Identität geben. Kulinarisch sind ein ganztägig geöffnetes Restaurant, eine Lobby-Bar, eine Wein-Lounge sowie ein Signature-Restaurant im 17. Stock mit Blick über das Rockefeller Center vorgesehen. Ein 325 Quadratmeter großer Spa- und Wellnessbereich mit vier Behandlungsräumen, Ruhezone und Fitness-Center soll das Angebot ergänzen. red/sar