Die Reiselust der Deutschen bleibt hoch. Worauf sie kommendes Jahr Wert legen, zeigt der Trendreport „Ticket to Travel 2026“.
Die Deutschen reisen auch 2026 gerne: Laut dem aktuellen Trendreport „Ticket to Travel 2026“ von Marriott Bonvoy planen 77 Prozent der Befragten genauso viele oder mehr Reisen als im Vorjahr. Im Schnitt stehen vier Urlaube auf dem Programm, darunter 1,7 Inlandsreisen, 1,5 Kurztrips und eine Fernreise. Die Ergebnisse der Studie basieren auf Befragungen von 2.041 Erwachsenen in Deutschland und insgesamt 22.266 Personen in elf Märkten in Europa, Afrika und dem Nahen Osten.
Luxus neu gedacht
Ein wachsender Trend zeigt sich bei der gezielten Nutzung von Luxus: 46 Prozent der Deutschen haben ihre Reisen bereits einmal durch einen luxuriösen Aufenthalt zu Beginn oder am Ende veredelt. Besonders beliebt ist dies bei der Generation Z (73 %), die kurze, hochwertige Auszeiten bevorzugt. Laut Stefan Kühr, Regional Vice President Germany, Austria & Switzerland bei Marriott International, helfe ein solcher Einstieg oder Ausklang, schneller abzuschalten und die Urlaubserfahrung intensiver zu genießen.
Urlaub als Ausdruck von Persönlichkeit
Reisen 2026 werden zunehmend interessensbasiert: 56 Prozent der Deutschen geben an, bereits einmal Urlaub unternommen zu haben, um einer persönlichen Leidenschaft nachzugehen, etwa Musik, Sport, Kulinarik oder Abenteuer. Der Trend ist besonders stark bei der Generation Z, von der 80 Prozent themenorientierte Reisen durchführen. Männer zeigen sich dabei aktiver (61 %) als Frauen (51 %), und mit zunehmendem Alter nimmt die Bereitschaft für solche Reisen ab.
Regionale Nähe gewinnt an Bedeutung
Inlandsreisen stehen hoch im Kurs. 31 Prozent der Deutschen planen 2026 ihren Haupturlaub im eigenen Land, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (23 %). Besonders ältere Reisende bevorzugen Deutschland als Reiseziel: 40 Prozent der über 65-Jährigen wollen im Inland bleiben.Stefan Kühr betont: „Die wachsende Beliebtheit von Inlandsreisen – besonders bei älteren Zielgruppen – unterstreicht, wie wichtig vertraute Erlebnisse, regionale Verankerung und verlässlicher Service geworden sind.“
Neben Deutschland zählen Spanien, Italien, Frankreich, Österreich und Kroatien zu den beliebtesten Destinationen der deutschen Urlauber.
KI wird zum Reisebegleiter
Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil der Reiseplanung. 34 Prozent der Deutschen haben bereits KI-gestützte Tools für die Reiseplanung genutzt. Besonders die jüngeren Zielgruppen setzen darauf: 70 Prozent der 18- bis 24-Jährigen greifen auf KI zurück. Gleichzeitig ist die Skepsis hoch: Nur elf Prozent können sich vorstellen, Unterkünfte direkt über KI zu buchen
Im internationalen Vergleich zeigt sich: Deutschland liegt bei der KI-Nutzung im Mittelfeld. Ähnliche Werte verzeichnen Frankreich und Italien (34 %), Polen (35 %) und das Vereinigte Königreich (35 %). Spanien liegt mit 40 Prozent leicht darüber, die Türkei deutlich (61 %). Höhere Nutzungsraten finden sich außerhalb Europas – etwa in Südafrika (49 %), Saudi-Arabien (68 %), den Vereinigten Arabischen Emiraten (77 %) und Ägypten mit einem Spitzenwert von 79 Prozent.
Reisen für Wohlbefinden und Individualität
Die wichtigsten Kriterien bei der Wahl einer Unterkunft bleiben Sauberkeit (89 %), Preis (84 %) und Lage (83 %). Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Selbstfürsorge: 44 Prozent der Befragten geben an, dass sich „sich etwas gönnen“ an oberster Stelle steht. Urlaub werde zunehmend zum Ausdruck des eigenen Lebensstils, in dem Qualität, Komfort und Wohlbefinden im Mittelpunkt stehen.
Country Hopping als Trend
Ein weiterer Trend ist das „Country Hopping“: Fast zwei Fünftel der Deutschen ziehen Reisen durch mehrere Länder innerhalb einer Reise in Betracht. Vor allem jüngere Generationen treiben diese Entwicklung voran: 28 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 22 Prozent der 25- bis 34-Jährigen planen, mehrere Länder zu kombinieren.
Zur Studie
Die Befragung zur Studie „Ticket to Travel 2026“ wurde von Mortar Research unter 2.041 Erwachsenen in Deutschland zwischen dem 14. und 21. Juli 2025 durchgeführt. Sie ist Bestandteil einer umfassenden Erhebung unter insgesamt 22.266 Erwachsenen in Großbritannien, Italien, Spanien, Deutschland, Frankreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Polen, der Türkei, Südafrika und Ägypten. In jedem Markt wurden mindestens 2.000 Personen befragt.