Hidden Hospitality Regiohotel: Standort-Perlen im Visier

Das Berghotel Ilsenburg im Nationalpark Harz hat Angebote sowohl für Geschäftsreisende als auch für Urlaubsgäste.
Das Berghotel Ilsenburg im Nationalpark Harz hat Angebote sowohl für Geschäftsreisende als auch für Urlaubsgäste. © Regiohotel

Der Auftritt kleinerer nationaler Hotelgruppen wird oft weniger wahrgenommen, während große Ketten im Rampenlicht stehen. Das soll unsere Serie "Hidden Hospitality" ändern. Diesmal im Fokus: Regiohotel.

Viele deutsche Hotelgruppen stammen ursprünglich aus dem Immobiliensektor – bekannte Beispiele sind Maritim, Lindner oder die Dr. Lohbeck Privathotels. Auch Johannes Pfützner (49), Gründer und CEO der Hotelgruppe Regiohotel aus Wernigerode, bringt sein Hintergrundwissen über die Immobilienwirtschaft gezielt ins Unternehmen ein.

Als gelernter Immobilienkaufmann baute er unter dem Dach der Regiogroup drei Geschäftsfelder auf: Regiohotel als Hotelmarke, Regioestate für den Bereich Immobilien sowie Regioassist als Dienstleister für Real Estate und Hospitality Management. 2008 übernahm Pfützner sein erstes Hotel, 2013 gründete er die Marke Regiohotel. Matthias Voigt agiert als COO, verantwortet das operative Geschäft und unterstützt die Weiterentwicklung der Gruppe.

Zu Regiohotel gehören heute 14 Hotels im Dreisterne-Segment an neun Standorten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Niedersachsen, die im Rahmen klassischer Pachtverträge geführt werden. "Wir arbeiten mit Immobilieneigentümern zusammen, die eine langfristige, wirtschaftlich stabile und professionell geführte Nutzung ihrer Immobilie wünschen", erklärt Pfützner.

So profitiert die Verwaltung von digitalen Lösungen

Regiohotel verfolgt eine wachstumsorientierte, dezentral organisierte Strategie. "Unser Fokus liegt auf der Entwicklung und Betriebsführung regional verankerter Stadthotels, denen wir durch hohen Digitalisierungsgrad zu mehr Erfolg verhelfen", erläutert Matthias Voigt. "Wir unterstützen diese Häuser beispielsweise durch standardisierte Verwaltungsabläufe und digital gestützte Gästeprozesse. Damit schaffen wir wirtschaftliche Effizienz bei gleichzeitiger Wahrung einer persönlich geprägten Gastgeberkultur in den einzelnen Häusern."

Über Regiohotel

  • Unternehmen: Regiohotel
  • Unternehmenssitz: Wernigerode
  • CEO: Johannes Pfützner
  • COO: Matthias Voigt
  • Hotels in Deutschland: 14 Häuser mit insgesamt rund 600 Zimmern in Sachsen-Anhalt (11), Sachsen (2) und Niedersachsen (1)
  • Vertragsarten: Pachtverträge
  • Umsatz 2024: über zehn Millionen Euro
  • Mitarbeitende: Stand Ende 2024 insgesamt 176, davon zwölf in der Hauptverwaltung für Buchhaltung, IT, Revenue Management, Einkauf, Personal und Marketing
  • Gesuchte Objekte: Hotels mit 24 bis 80 Zimmern in Mittelstädten; zentrale Standorte oder Autobahnnähe; bevorzugt in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg

Bereits vor der Pandemie hatte das Unternehmen digitales Aufgabenmanagement und eine vernetzte Telefonanlage etabliert. Somit fiel der Wechsel ins Homeoffice leicht, was unter anderem auch bei Banken Vertrauen schuf. In der Hauptverwaltung von Regiohotel in Wernigerode sind zwölf Mitarbeitende beschäftigt. Sie verrichten übergreifende Tätigkeiten in Buchhaltung, IT, Revenue Management, Einkauf, Personal und Marketing. Vernetzte Systeme gewährleisten hohe Transparenz und liefern dem Unternehmen alle relevanten Schlüsselkennzahlen (KPIs). Im Jahr 2024 erreichten die Hotels eine durchschnittliche Auslastung von 74 Prozent bei einer Bruttodurchschnittsrate von 84 Euro pro Nacht.

Direkt über die Regiohotel-Website buchenden Gästen garantiert das Unternehmen den Bestpreis. Mit der Reservierungsbestätigung bekommen sie einen Link für den Online-Check-in per App. Nach dem Check-in wird ein Zugangscode per Whatsapp oder E-Mail versendet. Mit diesem erhalten Gäste am Anreisetag ihren Schlüssel aus der Self-Check-in-Box des jeweiligen Hauses. Um Kunden an sich zu binden, hat Regiohotel einen Newsletter eingeführt, der sechsmal jährlich über Aktionen und Aktivitäten informiert und an rund 8.000 Abonnenten geht. Auch die Mitarbeitenden stehen im Fokus: „Wir setzen auf Wertschätzung“, betont Pfützner. Besonders wichtig ist die Integration von Beschäftigten mit Migrationshintergrund – sie erhalten Paten zur Eingewöhnung, idealerweise mit gleicher Muttersprache.

Attraktive Ziele und verkehrsgünstige Lage

Regiohotel konzentriert sich bei der Standortwahl auf mittelgroße Häuser in touristisch oder infrastrukturell attraktiven Mittelzentren. Bevorzugt wählt das Team Lagen in historischen Innenstädten oder in direkter Nähe zu wichtigen Verkehrsachsen. Zu den Standorten gehören unter anderem Wernigerode, Schierke, Quedlinburg und Schönebeck sowie Schkeuditz und Bad Harzburg.

Die Zielgruppen: Freizeitreisende, die landschaftlich oder kulturell reizvolle Standorte besuchen wollen, sowie Geschäfts- und Durchreisende, die von den verkehrsgünstigen Lagen profitieren. Beispielhaft für das Leisure-Angebot steht das Berghotel Ilsenburg im Suental. Eingebettet in eine grüne Waldlichtung spricht es Naturliebhaber und Wanderfreunde an. Eher auf Geschäftsreisende ausgerichtet, die eine gut erreichbare Unterkunft nahe Leipzig suchen, ist dagegen das an der A9 gelegene Garnihotel Leipzig West in Schkeuditz. Auch in Zukunft möchte Regiohotel weiter expandieren und setzt dabei bevorzugt auf die Regionen Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg.