Reallöhne 2021 Aufholeffekte im Gastgewerbe

Viele verschiedene Euro-Geldscheine
Im Gastgewerbe gab es einen Aufholeffekt. © Gina Sanders - stock.adobe.com

Das Statistische Bundesamt hat die Ergebnisse des Nominallohnindex in Deutschland für das letzte Quartal im Jahr 2021 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass es im Gastgewerbe einen starken Aufholeffekt gab.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, war in der Unterscheidung nach Branchen der nominale Verdienstanstieg im 4. Quartal 2021 in der "Beherbergung" (+40,0 Prozent), bei "Reisebüros und Reiseveranstaltern" (+33,3 Prozent), der "Gastronomie" (+22,4 Prozent) und "Luftfahrt" (+9,1 Prozent) überdurchschnittlich hoch. Das Amt merkt jedoch an, dass dies diejenigen Branchen sind, die im Vorjahresquartal von starken Verdienstrückgängen aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen (Lockdown und vergleichsweise starker Einsatz von Kurzarbeit) betroffen waren.
Es handele sich hierbei also um Aufholeffekte, wobei die Nominallöhne in der "Beherbergung" und "Gastronomie" das Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019 wieder erreichten, in den Branchen "Reisebüros und Reiseveranstalter" und "Luftfahrt" hingegen noch darunterlagen. Der Nominallohnindex für die Gesamtwirtschaft hatte das Vorkrisenniveau bereits im 4. Quartal 2020 wieder erreicht (+0,2 Prozent zum 4. Quartal 2019) und lag im 4. Quartal 2021 um weitere 3,6 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals.

Reallöhne gesunken

Gesamtwirtschaftlich ist der Nominallohnindex in Deutschland ist im Jahr 2021 nach endgültigen Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung um knapp 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab.
Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um gut 3,1 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Reallöhne im Jahr 2021 damit um 0,1 Prozent gegenüber 2020, nachdem sie sich bereits im ersten Corona-Krisenjahr rückläufig entwickelt hatten.

Weniger Kurzarbeit

Bedingt durch die zunehmenden Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wurde im Jahr 2021 weniger Kurzarbeit in Anspruch genommen als im ersten Krisenjahr 2020, wie Destatis ausführt. Dies habe zu gestiegenen Bruttomonatsverdiensten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geführt, da sich die Wochenarbeitszeit wieder normalisierte und das Kurzarbeitergeld nicht zum Bruttoverdienst zählt: Insgesamt habe sich die bezahlte Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten im Vorjahresvergleich um durchschnittlich 1,1 Prozent erhöht.