Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartBusiness & ManagementReaktionen::Bayern will längere Höchstarbeitszeit

ReaktionenBayern will längere Höchstarbeitszeit

Die bayerische Arbeits- und Sozialministerin will die an einzelnen Tagen erlaubte Höchstarbeitszeit nach oben setzen. Wie der Dehoga Bayern darauf reagiert.

Die bayerische Arbeitsministerin Ulrike Scharf will die maximale Arbeitszeit pro Tag ausweiten. Bei der Arbeits- und Sozialministerkonferenz im Saarland werde sich Bayern für eine entsprechende Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes einsetzen, kündigte sie am Mittwoch an. „Ein erster wichtiger Schritt ist es, für einzelne Arbeitstage in der Woche auf freiwilliger Basis und unter Beachtung des Arbeitnehmerschutzes Arbeitszeiten von mehr als zehn Stunden zu ermöglichen.“ Zuvor hatte die „Rheinische Post“ darüber berichtet.

Mit dem Vorstoß will Scharf den Fachkräftemangel bekämpfen. „Wir brauchen mehr Flexibilität, um Familie mit Beruf vereinbaren zu können – das steigert auch die Beschäftigungsquote.“ Dafür müssten die Arbeitszeitgesetze an die Lebenswelten der Menschen angepasst werden.

„Mehr Spielraum in der Gestaltung der Arbeitszeit“

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern begrüßte die Pläne. „Nicht nur Betriebe brauchen mehr Flexibilität, auch die Mitarbeiter fordern hier mehr Spielraum in der Gestaltung ihrer Arbeitszeit“, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. „Das Gastgewerbe ist keine Fließbandarbeit. Es muss gearbeitet werden, wenn die Arbeit anfällt.“ Das gelte beispielsweise bei Hochzeitsfeiern, bei denen die Gäste noch länger feiern wollten oder im Biergarten, wenn die Sonne scheine. Man wolle angesichts des Arbeitskräftemangels nicht weniger Mitarbeiter mehr arbeiten lassen, sondern sie flexibler einsetzen.

Während aus der Wirtschaft Beifall kam, kritisierten Gewerkschaften den Plan: „Die Vorschläge führen nur zu noch mehr Leistungsdruck, zu noch mehr Hamsterrad, aber zu keiner einzigen neuen Fachkraft“, sagte der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl. Die Beschäftigten wünschten sich mehr Flexibilität, aber keine Experimente beim Arbeitszeitgesetz, betonte er. „Überlange Arbeitszeiten und zu geringe Ruhezeiten sind ein Gesundheitsrisiko.“ Um die Beschäftigungschancen von Frauen zu verbessern brauche es qualitativ hochwertige Betreuungsmöglichkeiten und dabei habe „das „Familienland Bayern“ noch viel Luft nach oben“.

Auch der Bezirksleiter der IG Metall in Bayern, Johann Horn, äußerte sich kritisch: „Eine Ausweitung der täglichen Höchstarbeitszeit würde Tür und Tor für die Ausbeutung von Beschäftigten öffnen», sagte er. «Die Folge wäre Arbeit ohne Ende und ohne Grenzen.“ dpa

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link