Die Fische sind umgesetzt, viel MĂŒll weggerĂ€umt: Doch auch Tage nach dem Platzen des Aquariums im Radisson Collection Berlin bleiben viele Fragen offen. Die wichtigste: Wie konnte es zu dem UnglĂŒck kommen?
(Stand: 18.12.2022, 17:27 Uhr) Nach dem Platzen des riesigen Aquariums im Radisson Collection Berlin am Freitag ist am Wochenende das erste groĂe Chaos beseitigt worden - viele Fragen aber sind geblieben. "Die AufrĂ€umarbeiten im AuĂenbereich sind soweit abgeschlossen", teilte Fabian Hellbusch, Sprecher des GebĂ€udeeigentĂŒmers Union Investment, am Sonntag mit. "In der Tiefgarage finden weiterhin Absaugearbeiten statt, wobei die Firma da sehr weit vorangekommen ist." Ăberlebende Fische wurden auf andere Aquarien verteilt.
Was ist passiert?
Am frĂŒhen Freitagmorgen war in dem Hotel das 16 Meter hohe Aquarium Aquadom mit 1.500 Fischen geplatzt. Ein lauter Knall - daraufhin ergossen sich eine Million Liter Wasser aus dem zerstörten Plexiglas-Zylinder unter anderem in das Hotel und auf die StraĂe. Zwei Menschen, laut Hotel ein Mitarbeiter und ein Gast, wurden leicht verletzt. In dem GebĂ€udekomplex wurden nach Angaben vom Samstag mindestens sechs weitere LĂ€den beschĂ€digt.
Suche nach der Ursache
Die Suche nach der Ursache lĂ€uft indes weiter. Laut GebĂ€udeeigentĂŒmer Union Investment war am Samstag weiter unklar, was zum Bersten des Aquariums fĂŒhrte. Auch am Sonntag gab es dazu keine neuen Informationen. Es seien mehrere Fachunternehmen bei der Untersuchung aktiv. Das am Bau des geplatzten Aquariums beteiligte US-amerikanische Unternehmen Reynolds Polymer Technology kĂŒndigte ebenfalls an, ein Team zur Untersuchung des Vorfalls nach Berlin zu schicken.
Das GebÀude sei nicht einsturzgefÀhrdet, sagte Hellbusch. Bautechnische Untersuchungen fÀnden aber weiterhin statt. Zur Begutachtung der SchÀden sollen demnach ab Montag SachverstÀndige die FlÀchen nÀher in Augenschein nehmen. Eine Polizeisprecherin sagte: "Im Moment deutet nichts daraufhin, dass etwas strafrechtlich Relevantes im Raum steht."
FĂŒr die Menschen war es FreitagfrĂŒh ein Beinahe-UnglĂŒck - wĂ€re das Aquarium zu einer spĂ€teren Zeit in einem belebten Hotel geplatzt hĂ€tte es nach EinschĂ€tzung von SicherheitskrĂ€ften und Politikern schlimmer ausgehen können. Doch fĂŒr die Tiere war es auch so verheerend: Fast alle Fische aus dem Aquarium sind tot.
Einige jedoch hatten GlĂŒck. In dem Ring, der das Aquarium eigentlich stabilisieren sollte, sammelte sich laut Feuerwehr etwas Wasser. "Drei groĂe Eimer voll" lebende Fische seien aus diesem Bereich etwa gerettet worden, sagte ein Feuerwehrsprecher nach dem UnglĂŒck. Auch unter TrĂŒmmerteilen seien immer wieder lebende Fische in PfĂŒtzen gefunden worden. Aus den unterirdischen Zuchtbecken sind dagegen nach Angaben des GebĂ€udeeigentĂŒmers etwa 630 Fische gerettet und an den Berliner Tierpark, den Zoo, das Sealife im Dom AquarĂ©e und in einem Netzwerk von SpezialzĂŒchtern weitergegeben worden.
Kein Zeitplan fĂŒr Wiedereröffnung des Hotels
"FĂŒr die Wiedereröffnung des Hotels gibt es verstĂ€ndlicherweise noch keinen Zeitplan", hieĂ es am Wochenende vom GebĂ€udeeigentĂŒmer. Vorrangig gelte es, das AusmaĂ der SchĂ€den aufzunehmen und fĂŒr Sicherheit bei den AufrĂ€umarbeiten zu sorgen. Auch das Schicksal des Aquadoms sei unklar. "Ob der Aquadom wiederaufgebaut wird oder eine alternative Nutzung in Frage kommt, lĂ€sst sich heute noch nicht sagen." red/dpa