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Start Food & Beverage Radeberger Gruppe zieht Bilanz für 2020: "Rabenschwarzes Jahr" für die Brauwirtschaft

Radeberger Gruppe zieht Bilanz für 2020"Rabenschwarzes Jahr" für die Brauwirtschaft

Es war ein düsteres Jahr für die deutschen Brauer: Der monatelange, nahezu ersatzlose Ausfall des Außer-Haus-Geschäftes und aller Formen der Geselligkeit hat im Biermarkt zu massiven Verwerfungen und nie dagewesenen Absatzeinbrüchen geführt. Auch die Radeberger Gruppe spürt die Auswirkungen, wenn nach eigenen Aussagen auch nicht so deutlich wie einige Mitbewerber.

„Die Opfer, die auch die deutschen Brauer seit nun schon nahezu zehn Monaten als Beitrag zur Pandemiebekämpfung bringen, waren und sind enorm“, erklärt Guido Mockel, Sprecher der Geschäftsführung der Radeberger Gruppe. Als einer von zahlreichen Partnern des Außer-Haus-Marktes leide die Unternehmensgruppe mit ihren Kunden in Gastronomie und Eventgeschäft. So wird das vergangene Jahr nach Einschätzung Mockels für die Branche als eines der schmerzhaftesten in die Geschichte eingehen: Seit langer Zeit verliert der deutsche Biermarkt aufgrund des demographischen Wandels und sich ändernder Konsumgewohnheiten jährlich bis zu einer Million Hektoliter Absatz. Guido Mockel: „Schon dieser Absatzverlust trifft die Branche hart. Das Jahr 2020 war allerdings eine Zeitmaschine, die den bestehenden Druck noch einmal dramatisch erhöht.“

Insider rechnen infolge der Coronakrise mit einem Absatzverlust von mindestens fünf Millionen Hektolitern oder– anschaulicher – 500 Millionen Maßkrügen, die leer blieben. „Unsere Branche musste also in zwölf Monaten einen Absatzrückgang verkraften, der organisch erst über einen Zeitraum von schätzungsweise fünf Jahren eingetreten wäre. Das war – und bleibt – ein exogener Schock für die Brauwirtschaft.

So habe sich die Radeberger Gruppe mit einem Absatzrückgang von minus 4,7 Prozent besser als der Markt entwickelt, für den ein Rückgang von sechs Prozent erwartet werde. Man habe Marktanteile hinzugewonnen und die Stärken des breiten Portfolios regionaler, nationaler und internationaler Marken ausgespielt. Im Inland wie im Ausland konnte die Brauereigruppe demnach insbesondere mit regionalen Marken, alkoholfreien Bieren und Neuprodukten punkten.

Fassbierabsatz drastisch gesunken

Dabei sei der Blick auf den Absatz jedoch nur eine Messgröße für Markterfolg, betont Mockel: Während viele Brauer wie auch die Radeberger Gruppe den massiven Einbruch des Fassbierabsatzes durch einen Zuwachs bei Flaschenbier zumindest nominal etwas abfedern konnten, reißt das entfallene margenträchtigere Fassbiergeschäft schmerzhafte Lücken in die Unternehmensergebnisse. „Wir sind einer der größten Fassbiervermarkter in Deutschland und beliefern weit über 40.000 gastronomische Objekte mit unseren Bieren und alkoholfreien Getränken. Entsprechend hart trifft uns deren monatelange Schließung, die zu einer Halbierung unserer Fassbierabsätze geführt hat.“

Weitere Unternehmensteile nahmen Fahrt auf

Während die zugehörigen gastronomieorientierten Getränkefachgroßhandlungen unter dem monatelangen Entzug ihrer Geschäftsgrundlage leiden und sich auf ein mittelfristig reduziertes Geschäftsvolumen einstellen müssen, konnten sich andere Töchter und Beteiligungen der Radeberger Gruppe erfreulich entwickeln. So hat insbesondere die zugehörige größte deutsche Getränkefachmarktkette, Getränke Hoffmann, die verstärkte Verbrauchernachfrage in diesem Absatzformat genutzt: Sie konnte nicht nur deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen, sondern hat auch nachhaltig neue Verbraucher für ihr Angebot begeistert. Und noch besser: Getränke Hoffmann entwickelte sich sogar über dem Marktdurchschnitt in dem unter dem Einfluss der Coronakrise flächig gestärkten Absatzkanal Getränkefachmarkt, so die Verantwortlichen.

Zudem konnte das Liefergeschäft mit Getränken, das die Radeberger Gruppe vor gut drei Jahren unter der Marke Durstexpress auf- und ausgebaut hat, in der Krise von dem verstärkten Trend zu E-Commerce profitieren. So konnte der Getränkelieferdienst seinen Kundenstamm dynamisch ausbauen und seinen Umsatz weiter steigern. Auch das Streckengeschäft der Unternehmensgruppe, insbesondere unter dem Dach der Deutsche
Getränke Logistik (ein Joint Venture mit der Brauerei C. & A. Veltins) profitiert von einer gestiegenen Flaschenbier-Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten, während der führende deutsche Leergutlogistiker H. Leiter sich auch in der Krise als wichtiger Pfeiler eines funktionierenden Mehrwegsystems erwies.

Ausblick auf 2021

Der Blick des Marktführers auf das Jahr 2021 bleibt daher zurückhaltend, wird doch immer deutlicher: Eine Wiedereröffnung des Außer-Haus-Marktes sei kurzfristig nicht absehbar, sogar eine Ausdehnung des Lockdowns bis in die Saison könne heute nicht mehr ausgeschlossen werden. „2020 war bereits ein rabenschwarzes Jahr für die Brauer – und das Jahr 2021 startet ebenfalls unter schwierigen Vorzeichen“, so Guido Mockel. Nun gelte es, die Zeit, bis es wieder möglich sein wird, Freunde in der Gastronomie zu treffen, Konzerte, Feste oder Sportereignisse zu besuchen und Geselligkeit zu erleben, in der Branche bestmöglich zu nutzen: „Auch, wenn es schwerfällt, das derzeit im Blick zu behalten: Diese Krise wird vorübergehen. Dann werden wir uns auch in unserer Branche die Wunden lecken – und mit unseren Partnern in der Gastronomie wieder kraftvoll durchstarten“, prognostiziert der Unternehmenschef.

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