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Projekt „Four“ in Frankfurt am Main in DeckelbauweiseGemischtes Quartett für die Mainmetropole

In Frankfurt entsteht ein neues Hochhausensemble mit zwei Hotels. Die dichte Umgebungsbebauung stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Bevor die Türme gen Himmel wachsen können, wird unter Tage Schwerstarbeit verrichtet.

Die Frankfurter Skyline wird bald um vier Hochhäuser reicher sein. Im Mai erhielt der Immobilienentwickler Groß & Partner die Baugenehmigung für das Projekt „Four“. Auf dem 16.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Junghofstraße, der Großen Gallusstraße und der Neuen Schlesingergasse werden die vier Hochhaustürme auf einem gemeinsamen Sockel bis 2023 beziehungsweise 2024 realisiert. Die Entwürfe stammen aus der Feder des UN Studios aus Amsterdam. Der Bau soll das Bankenviertel mit seinem Konzept im wahrsten Sinne des Wortes aufmischen. Das Quartier soll für alle Einkommensschichten eine große Nutzungsmischung mit viel Aufenthaltsqualität bieten. Durch den geplanten Mix soll das Bankenviertel aufgewertet und wieder stärker an die Innenstadt angeschlossen werden. Dazu bildet das „Four“ eine lebendige Verbindung zwischen den pulsierenden Stadtteilen – nämlich dem Bahnhofsviertel und dem Innenstadtbereich rund um die Einkaufslage Zeil. Dabei entstehen neben Wohn- und Arbeitsbereichen auch zwei Hotels in den vier Türmen.

In Turm 2 wird ein Hyatt House realisiert. Die HR Group, Franchisenehmer von Hyatt, wird dort 180 Serviced Apartments betreiben. Die Extended-Stay-Zimmer verteilen sich auf einer Fläche von rund 8.800 Quadratmetern über die Etagen 11 bis 19. Das Hyatt House soll 2023 eröffnen. Zusätzlich wird in Turm 3 das erste Kimpton in Deutschland einziehen. Das Fünfsternehotel wird den gesamten Gebäuderiegel in der Junghofstraße 7-11 belegen, hinter dessen denkmalgeschützter Fassade der Neubau entstehen wird. Die Marke der IHG Group plant 155 Zimmer, die sich auf 9.500 Quadratmetern über sechs Etagen verteilen werden. Die Eröffnung ist ebenfalls für 2023 geplant.

Dichte Bebauung erfordert Deckelbauweise

Baulich ist das Projekt eine Herausforderung, da ein Grundstück entwickelt wird, das sowohl an hohe Gebäude grenzt als auch von Straßenzügen umschlossen ist. Wie jedes Hochhaus benötigt auch das „Four“ einen Verbau zur Baugrubenherstellung und eine den Anforderungen gerechte Gründung. Durch die dichte Bebauung rund um das Areal ist ein Aussteifen der Baugrube nach außen nicht möglich. Deshalb werden zur inneren Aussteifung der Baugrube zwei Deckel hergestellt. Der Verbau wird dabei bereits Teil der späteren Gründung. Die Bauarbeiten haben im ersten Quartal 2018 begonnen. Zunächst wurde die Bestandsbebauung ober- und unterirdisch vollständig rückgebaut.

Darauf folgte die Phase des Spezialtiefbaus, die ungefähr ein Jahr dauerte. Ziel dieser Phase war die Einbringung der bis zu 40 Meter tiefen Schlitzwand zur Sicherung der Baugrube und der Herstellung von 372 Bohrpfählen, die zusammen mit der Bodenplatte das Fundament des Hochhausquartiers bilden. Die Schlitzwand des Verbaus ist bereits Teil der späteren Außenwand des Hochhauskomplexes und trägt die Kräfte der Gebäude mit. Aktuell findet der Aushub der ersten Ebene unterhalb des ersten Deckels statt. Das geschieht über vier große und vier kleine Öffnungen. Bagger befördern durch diese Zugänge Erde an die Oberfläche. Ist der Aushub, der die Fläche des künftigen zweiten und dritten Untergeschosses abdeckt, erfolgt, wird der zweite Deckel hergestellt. Anschließend wird der Bereich unter dem zweiten Deckel ausgehoben und damit die Grundlage zur Bodenplatte geschaffen. Diese bis zu fünf Meter dicke Platte liegt 24 Meter unterhalb des Straßenniveaus. Ist diese integriert, ist die erste statisch anspruchsvolle Phase des „Four“ zu Ende.

Mehr Bergwerk als Baustelle

Der Prozess der Deckelbauweise stellt den Projektentwickler Groß & Partner vor Herausforderungen. So müssen die Mitarbeiter rund um Oberbauleiter Roger Schmitt sich darauf verlassen können, dass alle Details unter dem Deckel von den Planern bereits vor Baubeginn durchdacht wurden. Das betrifft vor allem sämtliche Wand- und Deckenabschlüsse. Auch die Arbeitsbedingungen sind ungewöhnlich: Die rund 80 Bauarbeiter, die derzeit die Arbeiten unter dem ersten Deckel realisieren, arbeiten in einer Umgebung, die mehr einem Bergwerk als einer Baustelle ähnelt. Unter den Deckeln befinden sich Messgeräte, die verschiedene Grenzwerte kontrollieren. Wird ein solcher Grenzwert über- beziehungsweise unterschritten, wird ein Alarm ausgelöst.
Mit dem Abschluss der Arbeiten und der Verlegung der Bodenplatte wächst das Hochhausensemble voraussichtlich ab dem kommenden Jahr zunächst mit dem gemeinsamen Sockel und dann in Form der einzelnen Türme in die Höhe.

Mareike Knewitz

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