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StartHotel+TechnikTrends & InspirationPrivat-Gym::So profitieren Hotels vom Trend "In-Room-Training"

Privat-GymSo profitieren Hotels vom Trend "In-Room-Training"

Von A wie Aerobic über Y wie Yoga bis Z wie Zumba: Das Thema Fitness folgt schon immer den neuesten Trends. Nun hat die Coronapandemie ihren Beitrag zu aktuellen ­Entwicklungen geleistet: Neben einem eigenständigen Fitnessraum bieten immer mehr Hotels ihren Gästen das In-Room-Training auf dem Zimmer an.

Not macht erfinderisch. Als die Fitnessstudios während der Lockdowns schließen mussten, brachten sie kurzerhand Onlinekurse an den Start. Mit Erfolg: Viele halten diese Option als erweiterten Service jetzt weiterhin aufrecht. Mit massiver Fernsehwerbung machte zugleich das Unternehmen Peloton auf seine Bikes aufmerksam, die kaum noch etwas mit früheren Hometrainern gemeinsam haben: Sie ermöglichen Spinning- sowie weitere Kurse live und auf Abruf, wann immer man möchte, mit motivierenden Online-Trainern und einer nach eigenen Angaben immerhin bereits auf mehr als 5,9 Millionen Mitglieder angewachsenen Community.

Online-Kurse rund um die Uhr

Heimtraining und Digitalisierung – beide Entwicklungen halten nun auch in den Angeboten der Hotellerie Einzug. Beim Gerätehersteller Technogym geht man sogar so weit, zu sagen: „Wir glauben, dass die Pandemie nur einen Prozess beschleunigt hat, der bereits seit mindestens 2016 im Gange ist. Genauso wie Essen über den Zimmerservice und Zugang zu On-Demand-TV-Unterhaltung bereitgestellt wird, ist es unserer Meinung nach wichtig, dass Gäste zusätzlich zum Fitnesscenter des Hotels die Möglichkeit haben, in ihrem Zimmer zu trainieren“, so Andreas Mayer, Managing Director von Technogym Germany.

Die Kempinski Hotels haben das Momentum für eine neue Zimmerkategorie genutzt, den „Kempinski Fit Room“. In ihren Hotels Vier Jahreszeiten in München, dem Adlon in Berlin, dem Mall of the Emirates Dubai sowie im Grand Hotel Shanghai wurde die Kategorie bereits eingeführt. Jeder dieser Räume ist mit einem „Technogym Bike“ sowie dem „Technogym Case“ ausgestattet. Über die Konsole der Bikes sind Cycling-Kurse verfügbar. Die Gäste können aus einer umfassenden On-Demand-Bibliothek den bevorzugten Trainer, die Art des Trainings, die Sprache und Musik wählen.

Beim Technogym Case handelt es sich um eine Designtasche, in der eine Auswahl an Trainings-Tools funktional verpackt ist. Wer den QR-Code des Etiketts scannt, erhält Zugang zu Schulungsvideos oder geführten Trainings, wobei das Programm wahlweise auf dem eigenen Smartphone oder auch dem TV-Bildschirm im Zimmer abgerufen werden kann. Daneben bietet Technogym die Krafttrainingsstation „Technogym Bench“, die ebenfalls maximale Übungsvielfalt mit minimalem Platzbedarf verbindet. Und die dank ihrer Rollen leicht zu bewegen ist, ähnlich wie die Fahrräder – sodass die Zimmer damit auch flexibel nach Gästebedarf ausgestattet werden können.

Das Wettbewerber-Bike von Peloton beispielsweise wiegt 61 Kilogramm, es kann relativ mühelos in ein Hotelzimmer geschoben werden (auf der Peloton-Website ist bereits ein Hotelfinder integriert). Neben den klassischen Rides können über den Touchscreen oder ein Smart-TV auch andere Trainings-Optionen wie Yoga, Meditation oder Kraftkurse abgespielt werden. Bluetooth stellt die Verbindung zwischen Bike und TV-Gerät her. Beim Unternehmen Life Fitness ist man in ähnlicher Richtung unterwegs. Dessen Kunden stellen den Gästen ebenfalls Fitnessgeräte in den Zimmern zur Verfügung.

Crosstrainer in der Suite

Der Bayerische Hof in München zum Beispiel hat eine der größten Suiten mit einem Crosstrainer von Life Fitness ausgestattet. Über die „SE3-HD“-Konsolen der Ausdauergeräte haben die Hotelgäste Zugang zu einer Mediathek – unter verschiedenen Cardio-Einheiten können sie ihre Entscheidung treffen. Der Fitness-Videostream „Life Fitness On Demand“ bietet anspornende Workouts für alle Alters- und Leistungsklassen mit einer Vielfalt an Anspruchsgraden und Trainingsarten.

Bleibt die Frage, was angesichts dieser Entwicklung aus den Fitnessräumen der Hotellerie wird? „Aufgrund der immer noch geltenden Corona-Beschränkungen, wozu eine reduzierte Zahl von Trainierenden innerhalb eines Fitnessraums zählt, behalten In-Room-Angebote ihre Bedeutung“, ist Daniel Sprung, Vice President und General Manager Peloton Commercial EMEA, überzeugt. Zumal In-Room-Training generell das Sicherheitsgefühl erhöht und Gästen mit Ruhebedürfnis und Wunsch nach Privatsphäre entgegenkommt.

Daniel Sprung sagt aber auch: „Mit zunehmender Impfquote und dem Wegfall von immer mehr Beschränkungen normalisiert sich die Situation wieder. Folglich ist eine Umstrukturierung von Fitnessräumen in Hotels nicht notwendig. Vielmehr gilt es, die vorhandenen Angebote sinnvoll zu ergänzen, zum Beispiel um die bereits erwähnten digitalen
Trainingsangebote und das Peloton Bike.“ Und wie ist ein Fitness-Raum in einem Hotel idealerweise ausgestattet? „Ein Mix aus Cardio-, Kraft- und funktionellem Training ist das Optimum, wobei man hierfür eine Raumgröße über 50 Quadratmeter benötigt“, so Sprung. Multi-Use-Geräte unterstützen dabei, auch kleinere Räume perfekt zu nutzen.

Ein nachhaltiger Trend?

Bei Innenausbau-Spezialist Reinhold Keller stellt man „einen Trend zu einer stärkeren Zonierung von einzelnen Trainingsbereichen fest“. Auf der Website von Precor, einer Geschäftseinheit von Peloton, heißt es: „60 Prozent Ihres Fitnessstudios sollte aus Cardio-Geräten bestehen, Krafttraining sollte bis zu 20 Prozent einnehmen, und ­Core-Training rundet das Studio mit weiteren 20 Prozent ab.“ Konkret: Laufbänder, Crosstrainer und Trainingsräder sind Standards, dazu kommen Lang- und Kurzhanteln, Medizinbälle, Matten. Abwechslungsreiches Ganzkörpertraining ist gefragt, das Hobbysportlern wie Profiathleten gleichermaßen gerecht wird.

Apropos: Stammgast Arnold Schwarzenegger war es, der das Fünfsterne-Bio- und Wellness­resort Stanglwirt bei Kitzbühel auf den Anbieter Life Fitness aufmerksam machte. Der 500 Quadratmeter große Fitnessgarten wurde unlängst wieder einmal optimiert, unter anderem mit 15 neuen Cardio-Geräten, die auf aktuellen sportmedizinischen Erkenntnissen basieren und, wie könnte es anders sein, mit dem Internet verbunden sind. Neben Trainingsprogrammen ist Unterhaltung über Spotify und Netflix abrufbar und ebenso die
Aufzeichnung sowie Auswertung von Trainingsdaten möglich – die Geräte lassen sich dafür nicht nur mit dem Smartphone, sondern auch mit Wearables wie Smartwatches und Fitnesstrackern koppeln.

Potenzial bei Design und Atmosphäre

Was bei aller Technik nicht vergessen werden sollte, ist das umgebende Ambiente. Und da liegen aus Sicht von André Leibacher, Director Sales & Marketing der Reinhold Keller Group, noch große Potenziale brach: „Oft sind Fitnessräume in Hotels eher zurückhaltend, schlicht und nüchtern-steril eingerichtet. Wenn man das mit den bekannten Fitnessketten vergleicht, für die wir ebenfalls tätig sind, liegen hier oftmals Welten in ­puncto Designideen und Wohlfühlatmosphäre dazwischen. Wir schauen uns die CI des Hotels sowie deren Zielgruppe genau an und definieren dann gemeinsam mit dem Kunden den passenden Look & Feel.“
Ein Businesshotel habe einen anderen Anspruch als eines aus dem Bereich Travel & Leisure. Und auch der Einfluss eines Fitnessstudios auf die Zimmerrate sei je Konzept unterschiedlich. Von stimmungsvollen Rückwänden bis zu loungigen Pausen-Sesseln – das Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten sei groß.

Stefanie Hütz

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