Strategie Premier Inn Deutschland: Schwarze Zahlen in Aussicht

Premier Inn Deutschland, CEO Eric Friemuth im Porträt
„Wenn es eine Art Marschbefehl für mich gab, dann war es, profitables Wachstum umzusetzen,“ so Eric Friemuth, CEO von Premier Inn Deutschland. © Premier Inn

Die Hotelgruppe schreibt sowohl im Heimatland Großbritannien als auch in Deutschland aktuell noch Verluste. Bis 2030 will sie dies jedoch geändert haben. Hierzulande sogar früher.

Premier Inn Deutschland blickt auf ein starkes Geschäftsjahr (GJ) 2025 zurück. In einem Zeitraum vom 1. März 2024 bis zum 28. Februar 2025 erzielten die bis dahin 60 Hotels einen Umsatz von 231 Million Pfund und damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 21 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt von 24 Prozent.

Der bereinigte EBITDAR wuchs währungsbereinigt auf 62 Prozent und betrug 66 Millionen Pfund. Im GJ 2024 hatte er noch bei 58 Prozent und 42 Millionen Pfund gelegen. Der Vorsteuerverlust im GJ 2025 betrug elf Millionen Pfund, 2024 waren dies noch 36 Millionen Pfund. „Im Geschäftsjahr 2026 wollen wir einen Vorsteuergewinn von fünf bis zehn Millionen Pfund erreichen“, erklärte Erik Friemuth, seit Januar 2024 CEO von Premier Inn Deutschland, während eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main.

Erst Markenaufbau, jetzt Profitabilität

Bis Anfang 2024 hätten bei Premier Inn Deutschland das Development und der Aufbau der Marke in Deutschland im Fokus gestanden. 2016 war die Gruppe in Deutschland mit dem ersten Haus im Frankfurter Europaviertel an den Start gegangen und hatte vor der Pandemie insgesamt drei Hotels in Deutschland eröffnet. Nach der Pandemie waren es schlagartig 20 Hotels, Anfang 2025 bereits über 60. „Wenn es eine Art Marschbefehl für mich gab, dann war es, profitables Wachstum umzusetzen,“ so Friemuth.

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Im Gespräch: Eric Friemuth, CEO von Premier Inn Deutschland, und Tophotel-Autorin Susanne Stauß. - © Tophotel

Dessen wirtschaftlicher Wachstumskurs schlägt sich auf den RevPAR nieder. Dieser lag für die deutschen Premier Inns im GJ 2025 bei 61 Euro, was einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem GJ 2024 entsprach. Berücksichtigt man lediglich die im Betrachtungszeitraum bereits zwölf Monate am Stück geöffneten Hotels, die Premier Inn in seiner Bilanz unter „more established“ zusammenfasst, dann lag deren RevPAR im GJ 2025 bei 67 Euro. Diese Häuser erzielten zudem einen Vorsteuergewinn von 16 Millionen Pfund.

Ambitionierter Fünf-Jahres-Plan

Bis 2030 plant Friemuth einen RevPAR-Anstieg aller Häuser in seinem Verantwortungsbereich auf durchschnittlich 80 Euro, eine Gesamtzahl von 20.000 Zimmern und einen Vorsteuergewinn von 70 Millionen Pfund. Diese Erwartungen führt er zum einen auf die größere Durchdringung des Marktes mit etablierten Hotels zurück. Zudem hat er den Vertrieb, der zuvor stark auf Direktvermarktung ausgerichtet war, breiter aufgestellt. Inzwischen hat sich die Markenbekanntheit in Deutschland um acht Prozentpunkte auf 21 Prozent erhöht. „Bei der Gästezufriedenheit liefern wir uns im Budget-Segment ein Kopf-an-Kopf Rennen mit Motel One, liegen aber auch häufig auf Platz 1.“

Premier Inn agiert in Deutschland als reiner Owner Operator. Aktuell befinden sich 23 Prozent der Häuser im Eigentum und 77 sind gepachtet, bezieht man die geplanten Projekte mit ein verschiebt sich das Verhältnis auf 60 Prozent Pacht und 40 Prozent Eigentum. Ziel sei ein Verhältnis von 50:50. Premier Inn hat heute 62 Hotels in Deutschland im Betrieb, weitere 38 sind unterzeichnet. Kleinstes Haus ist das Premier Inn City Süd in Köln mit 95 Zimmern, größtes das Premier Inn Alexanderplatz mit 403.

Expansionsmöglichkeiten sieht Friemuth in Europa aktuell noch in Österreich, wo in Wien ein erstes Hotel der Marke an den Start ging. Im Mittleren Osten ist Premier Inn eine Kooperation mit Emirates eingegangen und betreibt heute in der Region elf Hotels in Dubai, Abu Dhabi und Doha.