Wellness Pools mit Fernblick

Bergblick inklusive: Das neue Summit-Spa des Hotels Das Central in Sölden befindet sich in den beiden obersten Etagen. © Das Central Sölden

Über die Attraktivität eines Wellnessbereichs entscheidet heute mehr denn je auch seine Lage innerhalb des Hauses. Ein toller Blick aus dem Pool heraus begeistert die Gäste und findet sich meist auch auf Instagram wieder.

Wellness-Reisen sind trotz Inflation und Energiekrise wieder im Aufwind. Laut einer Studie der Wellness-Hotels & Resorts und der Plattform Beauty24 erwarten 65 Prozent der befragten Wellness-Hotels eine starke und steigende Nachfrage. Gäste aller Altersgruppen wünschten sich zunehmend auch im Wellnessbereich eine anspruchsvolle Architektur und Einrichtung. Dabei gilt: Je spektakulärer, desto besser. Das hat auch das Fünfsterne-Hotel Das Central in Sölden erkannt und in ein kräftiges Renovierungsprogramm investiert. Seit Juli präsentiert das Hotel seine neue Living Lounge, die die ehemalige Hotellobby ersetzt. Im Anschluss wurden bis Oktober 31 Zimmer und Suiten aus sieben Kategorien neugestaltet. Den krönenden Abschluss der Arbeiten bildete der neue Summit-Spa-Bereich mit seinem spektakulären, rund 17 Meter langen Infinity-Pool mit Blick über die Dächer Söldens. Er ist mit Glas verkleidet und verfügt über einen Spitz mit Glasboden, durch den man in die Tiefe schauen kann. Im Schwimmbereich hat der Pool eine Breite von fünf Metern, im Bereich der Bodenfenster erreicht sie 8,50 Meter.

Ebenfalls auf der fünften und gleichzeitig obersten Etage des Hotels befinden sich ein Outdoor-Whirlpool, ein Ruheraum, ein Cardio-Fitnessraum, ausgestattet mit Technogym-Geräten sowie ein weiterer neuer Treffpunkt: das Summit Bistro & Bar samt Panoramafenster. Eine Ebene darunter liegen der großzügige Empfangsbereich des Spa, sechs neue Behandlungsräume für Massagen sowie Kosmetik­anwendungen, eine finnische Eventsauna und eine Bio-Panorama-Sauna, ein Sole-Dampfbad, ein Kaltwasser-Tauchbecken und ein weiterer Ruheraum.

Herausforderungen beim Bau

Die Bauphase für das neue Spa dauerte von Anfang Mai bis Ende November 2023. Insgesamt misst die Spa-Anlage damit heute 2.000 Quadratmeter. „Besondere Schwierigkeiten dabei waren die Abbrucharbeiten von Teilen des dortigen Bestands sowie die Abstimmung der Statik mit der bestehenden Statik des Bestandsgebäudes für die neuen Bauteile im vierten und fünften Obergeschoss samt Pool,“ erläutert Michael Waschl, Mitglied der Hoteldirektion. „Eine andere Herausforderung war es, die verschiedenen Gewerke und Menschen während dieser doch sehr kurzen Bauzeit zu koordinieren.“

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    Leitlhof Pool
    © Montamont Leitlhof
    Nachhaltig: Das Wasser des Whirlpools wird über Nacht entleert und in einem Tank gespeichert.
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    Leitlhof Outdoor-Pool
    © Montamont Leitlhof
    Ästhetisch: Der erweiterte Wellness-Bereich des Südtiroler Naturhotels Leitlhof.
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    Luisenhöhe_Dampfsauna_Schwarzwaldnebel
    © Hotel Luisenhöhe
    Von der Natur inspiriert: Die Sauna der Luisenhöhe ziert ein großflächiges Wandbild mit Schwarzwald-Motiv.
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    Pool im Das Central
    © Montamont Leitlhof
    Bergblick inklusive: Das neue Summit-Spa des Hotels Das Central in Sölden befindet sich in den beiden obersten Etagen.

Naturerlebnisse rücken ins Zentrum

Mit großer Spannung wurde in den vergangenen Monaten auch die Eröffnung des neuen Hotels Luisenhöhe bei Freiburg erwartet. Es entstand anstelle des früheren Ausflugslokals Luisenhöhe und vermittelt mit seiner organischen, den Höhenlinien angepassten Architektur ein Gefühl der Leichtigkeit. Die 83 Zimmer und Suiten bieten einen Panoramablick in den Südschwarzwald, gleiches gilt für den 25 Meter langen Outdoorpool aus Edelstahl. Er liegt auf der Höhe des östlichen Gebäudeendes, sodass Gästen beim Schwimmen der Freiburger Hausberg Schauinsland ins Auge springt. In den Pool gelangen die Gäste durch einen Einstieg im Innenbereich. Er bietet neben dem Schwimmbereich auch vier Sprudelliegeplätze, eine Schwall- und Nackendusche sowie drei Massagedüsen.

Auf einen Innenpool verzichtete das Hotel bewusst, um das Naturerlebnis ins Zentrum zu rücken. Stattdessen entstand im Innenbereich ein Dusch-Erlebnis-Bereich in Zusammenarbeit mit Hansgrohe und Dornbracht. Neben der Waldsauna gibt es zudem drei Waldduschen unter freiem Himmel. Das sogenannte „Gesund Kunft-Spa“ erstreckt sich über eine In- und Outdoorfläche von 4.400 Quadratmetern. Seine genaue Investitionssumme lässt sich noch nicht exakt beziffern. Für die Indoorfläche belaufen sich die Investitionen nach Auskunft des Bauherrn Rüdiger Wörnle auf rund 4.000 Euro pro Quadratmeter. In Anbetracht der verschiedenen Angebote und der besonderen Bepflanzung des Naturgartens sowie des großzügigen Outdoor-Spas dürften die Gesamtinvestitionen bei mindestens sechs Millionen Euro liegen.

Der Pool wird wie die gesamte Resortanlage mithilfe einer eigenen Geothermie-Anlage, bestehend aus 58 Erdsonden mit einer Tiefe von 145 Metern, und Wärmepumpen beheizt. Um den Temperaturverlust so gering wie möglich zu halten, wird der Pool außerhalb der Betriebszeiten mit einer speziellen Abdeckung geschlossen, die sich durch Sonneneinstrahlung aufheizt und Wärme speichert.

Japanische Badekultur als Vorbild

Auch im Südtiroler Pustertal erwartet die Gäste des Viersterne-Superior-Naturhotels Leitlhof ein erweiterter Wellnessbereich mit Bergblick. Eines der Highlights ist der nach japanischem Vorbild gestaltete neue Onsenpool mit 40 Grad warmem Wasser. Eine besondere Atmosphäre bietet auch die im Inneren komplett schwarz gestaltete Finnische Sauna mit riesigem Panoramafenster. Hinzu kommen eine neue Bio- und Zirmsauna, ein Dampfbad sowie ein auf 30 Grad beheizter Whirlpool im Freien. Das Panoramahallenbad, Innen- und Außenpool sowie Heukraxe und Kneippbecken runden das Wellness-Angebot ab.

Die Spa-Vergrößerung auf 3.000 Quadratmeter erfolgte in Zusammenarbeit mit dem nachhaltig arbeitenden Architekturbüro Pedevilla. Gemeinsam mit der Inhaberfamilie Mühlmann entwickelten sie ein Konzept, das den neuen Wohlfühlbereich stimmig in die alpine Architektur des Leitlhofs integriert. Die Arbeiten für das Spa dauerten rund eineinhalb Monate. „Wir merken, dass das Spa jetzt mehr genutzt wird als zuvor“, so Leitlhof-Geschäftsführer Stephan Mühlmann.

Seit 2012 zertifiziert klimapositiv ist das Viersterne-Superior-Haus eines von nur wenigen energieautarken Hotels weltweit und damit Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. „Im Zuge der Spa-Erweiterung wurde alles auf dem technisch neuesten Stand realisiert, die Energieversorgung wird dabei über unser Heizwerk gewährleistet. Dort mussten einige Anpassungen gemacht werden, um den gestiegenen Energiebedarf zu decken, sprich die nachhaltige Energieproduktion wurde auf den neuen Verbrauch angepasst“, erläutert Mühlmann und ergänzt: „Der Whirl- und Onsenpool werden komplett entleert und das Wasser über Nacht in einem Tank gespeichert, um eine Abkühlung im Freien zu verhindern. Auf diese Weise sparen wir viel Energie ein.“