Politiker zu CoronakriseSöder sagt Oktoberfest ab - Merkel "sieht Not der Gastronomen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder haben sich zum weiteren Vorgehen in der Coronakrise geäußert. (Bild: Bayerische Staatskanzlei/Laurence Chaperon )

Bei einer Pressekonferenz hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Absage des Münchner Oktoberfestes 2020 bekanntgegeben. Das Risiko sei zu hoch. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei einer Konferenz am gestrigen Montag betont, sie sehe die Not der Gastronomen.

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Das Münchner Oktoberfest, das auch für Hoteliers und Gastronomen in Bayern eine enorme Rolle im Jahresumsatz spielt, ist alternativlos abgesagt. So lange es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gebe, seien Veranstaltungen in dieser Größenordnung schlicht zu riskant. “Wir müssen weiterhin vorsichtig sein”, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag. Auch wenn die Großveranstaltungen auf Bundesebene vorerst nur bis 31. August nicht gestattet seien, habe man entschieden, die im September startende Wiesn abzusagen. Allerdings betonte Söder noch einmal: Bis Pringsten wolle man ein Signal für die Gastronomie setzen.

Dr. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des Bayerischen Dehoga forderte daraufhin nochmals eindringlich die Senkung der Umsatzsteuer: “Nachdem bereits angekündigt wurde, dass vergleichbare Feste in ganz Bayern ebenfalls abgesagt werden, benötigt das Gastgewerbe als Hauptbetroffener dieser Entscheidung, den reduzierten Umsatzsteuersatz mehr denn je.” Zudem brauche man einen Rettungsfonds. “Sonst werden weite Teile des Gastgewerbes diese Krise nicht überstehen. Damit würde die Branche als Grundvoraussetzung für die Leitökonomie Tourismus, aber auch als der regionale Wirtschaftsmotor schlechthin, auf Dauer wegfallen.“

Bereits am gestrigen Montag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine weitere Pressekonferenz zum Thema Einschränkungen wegen des Coronavirus abgehalten. Wörtlich sagte sie: “Ich sehe die Not so vieler in der Gastronomie und bei den Hotels, und ich sehe die Not so vieler Menschen, die um die Zukunft ihres Geschäfts, ihres Betriebs, ihres Unternehmens bangen.” Trotzdem müsse man weiterhin Vorsicht walten lassen, die Pandemie stehe immer noch am Anfang. Man müsse bezüglich der Lockerungen “schrittweise, langsam und vorsichtig vorgehen”.

Am morgigen Mittwoch wollen sich die Spitzen von Union und SPD im Koalitionsausschuss unter anderem über Maßnahmen für die Wirtschaft beraten. Dann könnte auch die Senkung der Mehrwertsteuer Thema werden.

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