Ein Job im Ausland ist für viele ein verlockendes Argument für eine Karriere in der Hotellerie. In unserer Serie berichten Hospitality-Profis von ihren Erfahrungen – diesmal von Sansibar.
Südlich der Hauptstadt Sansibar-Stadt schlägt Aldiana seit November 2024 mit dem Club Zanzibar Kwanza ein neues Kapitel auf. Direkt am Meer und eingebettet in einen tropischen Garten bietet das Resort eindrucksvolle Ausblicke auf den Indischen Ozean. Nomen est omen: „Kwanza bedeutet auf Swahili der Erste“, erläutert General Manager Philipp Schroedinger (40). Es ist das erste Aldiana-Resort auf einer Fernstrecke und der erste Club auf Sansibar – und zugleich Schroedingers Rückkehr ins Berufsleben nach einem 18-monatigen Sabbatical. „Dabei habe ich meine Liebe für Afrika und die Herzlichkeit der Menschen dort entdeckt. Mein Team hier auf Sansibar ist überaus freundlich, entspannt und wissbegierig. Wir hatten noch keine einzige Beschwerde wegen mangelnder Freundlichkeit.“
Auch die Vegetation auf Sansibar begeistert Schroedinger: „Es gibt hier zweimal im Jahr Regen. Zur Regenzeit im Frühjahr kommt im November eine kürzere, die Mangoregen genannt wird, weil danach die Früchte besser reifen. Das macht die Insel grün und bunt.“ Auf dem 80.000 Quadratmeter großen Grundstück des Resorts stehen 750 Bananenbäume – sie decken etwa zehn Prozent des Eigenbedarfs ab.
Neue Herausforderungen für Schroedinger

Besonders gereizt hat Schroedinger, sein erstes Pre-Opening und Opening zu verantworten. „Ein Lieferant wollte mir als Give-away für die Gäste Schokolade und Datteln in einer Schachtel verkaufen, auf der Macarons stand. Ich musste ihm leider erklären, dass wir in Europa unter Macarons etwas anderes verstehen“, erzählt er. Ein anderes Mal wurde dem Club Rotwein anstelle des bestellten Weißweins geliefert, dieser Lieferant reagierte auf die Reklamation sehr verwundert, weil schließlich Waren angekommen seien. Lieferungen erfolgen über Dubai oder Südafrika.
Ein Highlight ist das 175 Meter weit ins Meer gebaute, 1.500 Quadratmeter große Pier. „Hier kann jeder Hotelgast einen eigenen Tisch bekommen, Stehpartys mit bis zu 800 Gästen sind möglich. Das ist der Eiffelturm Sansibars, den wir auch für externe Gäste öffnen“, sagt der General Manager.
Nach seiner Ausbildung zum Hotelfachmann im damaligen Holiday Inn München blieb Schroedinger zunächst der Marke treu, wechselte später in ein Management-Traineeprogramm bei Robinson und absolvierte ein BWL-Fernstudium. In seiner Freizeit besucht er andere Resorts oder verreist. Dreimal im Jahr ist er in München. Sansibar wird wohl nicht seine letzte Station sein: „Südamerika könnte mich durchaus reizen.“