Öffnung der Wellness- und Poolbereiche gefordertAllgäu Tophotels senden Hilferuf an Politik

Hannes Neusch, Gastgeber des Familotel Allgäuer Berghof, hat den Brief an die Politik verfasst. (Bild: Familotel Allgäuer Berghof/Allgäu Tophotels)

Die Allgäu Tophotels haben sich nach dem Pfingstwochenende mit einem Appell an die Politiker des Bayerischen Landtags gewandt, darunter den Vorsitzenden der CSU-Fraktion Thomas Kreuzer. Sie fordern die Öffnung der Wellness- und Poolbereiche. Um zu untermauern, wie schwierig ihre Situation ist, haben 14 Hotels auch ihre Zahlen offen gelegt.

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So heißt es in dem von Hannes Neusch, Gastgeber des Familotel Allgäuer Berghof, verfassten Brief: “Mit enormem Aufwand und (Personal-)Kosten sind die Hotels im Allgäu am Pfingstsamstag in Betrieb gegangen. Das klingt zwar gut, aber der Rückblick ist schmerzhaft – wie die Umsatzzahlen von 14 Allgäu Tophotels zeigen.” Von diesen 14 Betrieben haben, wie die Verantwortlichen darlegen, neun Betriebe nur 50 Prozent des Vorjahresumsatzes erreicht – einige der Unternehmen liegen sogar unter 40 Prozent (Übersicht siehe unten).

Die Hoteliers bitten darum, dass sich Kreuzer für die Öffnung der Wellness- und Poolbereiche einsetzt, spätestens zum 15. Juni. In Baden-Württemberg, Österreich, Südtirol und der Schweiz seien diese Bereiche bereits offen beziehungsweise werden am 8. Juni eröffnet. “Wenn die Grenzen am 15. Juni wieder aufgemacht werden, entsteht für uns ein völlig unfairer Wettbewerbsnachteil, den wir nicht ausgleichen können, so lange unsere Wellness- und Poolbereiche nicht offen sind.”

Allein die genannten 14 Betriebe hatten in den zurückliegenden zehn Wochen Umsatzverluste in zweistelliger Millionenhöhe, so die Verwantwortlichen. “In den Pfingstferien-Wochen arbeitet niemand kostendeckend – wir hätten aus Kostensicht besser zugelassen. Denn bei den momentanen Auflagen sind vor allem die Personalkosten wesentlich höher als im Normalbetrieb.” Dies dürfe so nicht weitergehen. So raube man den Hoteliers die Existenz und der nachwachsenden Generation den Glauben daran, dass die Hotellerie eine Branche mit Zukunft ist. Dabei seien genau diese Unternehmerfamilien immer der Garant dafür gewesen, dass sich die Betriebe über Generationen weiterentwickeln. “Wir bitten, ja flehen um das bisschen an politischem Mut, endlich unsere Betriebe mit vollem Angebot wieder durchstarten zu lassen.”


Diese Umsätze haben 14 Allgäu Tophotels am Pfingstwochenende im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaftet:

  • Hotel Bannwaldsee, Halblech: 57 % (Schätzung gesamter Juni 60 %)
  • Hotel Bergkristall, Oberstaufen: 73 %
  • Hotel Frank: 50 % (viele Juni-Stornierungen wegen geringerer Beschränkungen in Österreich, Südtirol und Baden-Württemberg)
  • Hotel Sonnenalp: 70 % (der Personalaufwand ist aufgrund der Hygienemaßnahmen deutlich höher)
  • Hotel Tanneck, Fischen: 29,4 % (Stornowelle wegen Öffnung Österreich und wegen Medienberichten über zu viele Tagesgäste im Oberallgäu)
  • Hotel Krone, Unterjoch: 50 % (befürchten noch größere Probleme ab 15. Juni durch Österreichs Öffnung der Wellnessbereiche und Pools)
  • Hotel Hanusel-Hof, Hellengerst:  58 %
  • Hotel Filser, Oberstdorf:  33 %
  • Hotel Exquisit, Oberstdorf: 80 % (befürchtet Probleme ohne Wellnessbereich ab kommendem Wochenende wegen Schlechtwetter)
  • Hotel Prinz-Luitpold-Bad, Hindelang: 31,8 %
  • Hotel Schüle’s, Oberstdorf: 30 %
  • Hotel Familux Resort, Oberjoch: 20 % (erwägt, wegen der fehlenden Wellness- und Poolbereiche wieder zu schließen)
  • Hotel Sommer, Füssen: 48 %
  • Hotel Allgäuer Berghof, Ofterschwang: 45 %

 

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