NH Hotel GroupLiquidität von 600 Millionen Euro trotz Krise

Durch einige Maßnahmen konnte die NH Group die Betriebskosten um 59 Prozent senken. (Bild: Christian Schwier - adobe istock)

Die NH Hotel Group präsentiert die Finanzzahlen für das erste Halbjahr. Im April und Mai waren 95 Prozent des Hotelportfolios aufgrund der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossen. Doch mit Maßnahmen schaffte es die Hotelgruppe, zumindest die Betriebskosten zu senken.

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Der globale Lockdown und die Einschränkung wirtschaftlicher Aktivitäten und Reisen führten im April und Mai 2020 zur Schließung von 95 Prozent des Hotelportfolios bis auf wenige Ausnahmen für wohltätige Zwecke oder zur Unterbringung von Gesundheitspersonal. Das zweite Quartal 2020 war davon am stärksten betroffen, mit einer drastisch sinkenden Nachfrage. Das EBITDA aus Geschäftstätigkeit reduzierte sich im ersten Halbjahr auf minus 33,8 Millionen Euro und der Gesamtumsatz auf minus 218,5 Millionen Euro.

Trotz der jüngsten Wiederaufnahme der Hotels ging der Umsatz im ersten Halbjahr um 62,4 Prozent auf 309,3 Millionen Euro (1. Halbjahr 2019: 821,5 Millionen Euro) zurück. Dies ist auf die schweren Auswirkungen der Pandemie im zweiten Quartal zurückzuführen, in der der Umsatz (virtuell) nur 30 Millionen Euro betrug (Null im April und Mai).

Kurzarbeit bis zum dritten Quartal verlängert

Bereits Ende Februar 2020 begann die NH Hotel Group mit der Arbeit an einem weitreichenden Notfallplan, der das Geschäft anpassen und seine Nachhaltigkeit sicherstellen sollte, wobei der Schwerpunkt auf der Kostenminimierung lag und liegt. Infolgedessen gelang es dem Unternehmen, die Betriebskosten (ohne Leasingverhältnisse) im zweiten Quartal um 59 Prozent einschließlich Mieteinsparungen zu senken. Um sicherzustellen, dass die Kostenbasis minimiert bleibt, hat das Unternehmen die Kurzarbeit bis zum dritten Quartal verlängert. Gleichzeitig werden die Marketingkosten niedrig gehalten und verbesserte Bedingungen mit den Lieferanten ausgehandelt. Ziel ist es auch, die Mieteinsparungen in der zweiten Jahreshälfte weiter zu steigern.

Zusätzlich zur Annullierung geplanter Investitionen und zur Aussetzung der Dividende hat die NH Hotel Group ein dreijähriges Konsortialdarlehen in Höhe von 250 Millionen Euro aufgenommen und im Rahmen einer bestehenden revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von 250 Millionen Euro einen Verzicht auf seine Financial-Covenants erhalten. Dadurch verfügte die Gruppe Ende Juni über liquide Mittel in Höhe von rund 600 Millionen Euro.

Wiedereröffnung und Entwicklung

Mitte Mai in Deutschland beginnend, eröffnete die NH Hotel Group wieder schrittweise mit Blick auf die Rentabilität den Großteil ihrer Hotels in Europa. Dieser Prozess wurde entscheidend durch die flexible Kostenstruktur der vergangenen Jahre ermöglicht, da eine erhebliche Anzahl von Hotels trotz geringer Nachfrage wiedereröffnet werden konnte. Dies war insbesondere möglich, da zusätzliche Fixkosten für die Wiedereröffnung eines Hotels variabel oder auslagbar waren. Bis Ende Juni waren 60 Prozent der Hotels geöffnet mit einem Anstieg im Juli auf 70 Prozent. In Europa ist die Auslastung der in Betrieb befindlichen Hotels von 31 Prozent im Juni auf geschätzte 40 bis 45 Prozent bis Ende Juli gestiegen.

Die Erholung wird von inländischen Reisen angetrieben. Die internationale Nachfrage ist durch eingeschränktes Reisen nach wie vor gering. 60 bis 70 Prozent des Geschäfts entfallen auf das B2C-Segment. Die NH Hotel Group geht davon aus, dass sich Unternehmenskunden und -gruppen aufgrund des makroökonomischen Umfelds und der sozialen Distanzierungsanforderungen, die die Größe der Ereignisse einschränken, langsamer erholen werden, vorbehaltlich wissenschaftlicher Entwicklungen hinsichtlich der Beendigung der Gesundheitskrise.

Umrahmt vom Feel Safe at NH-Konzept und der Zusammenarbeit mit dem Anbieter von Inspektionen, Analysen und Zertifizierungen SGS, hat die NH Hotel Group alle ihre Verfahren und operativen Prozesse überarbeitet, um die Gesundheit und Sicherheit von Gästen und Mitarbeitern zu schützen.

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