Beim Tophotel Day im Nouri Hotel in Bad Krozingen wurden acht herausragende Neueröffnungen gekürt. Die Preisverleihung zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und leidenschaftlich Gastfreundschaft heute gelebt wird.
Strahlende Sieger, viel Applaus und große Emotionen: Im Nouri Hotel in Bad Krozingen wurden beim Tophotel Newcomer Award 2025 am heutigen Montag die herausragendsten Hotel- und Gastronomiekonzepte der DACH-Region gefeiert. Dabei wurde deutlich: Hier wurden nicht nur Preise verliehen, sondern bereits zum 14. Mal in Folge echte Leidenschaft für Gastfreundschaft gewürdigt.
Der Award ging in diesem Jahr an das John & Will Silo-Hotel by Guldsmeden in Bremen, das Seegut Zeppelin in Friedrichshafen, das Taschenbergpalais Kempinski in Dresden, den Berghof St. Johann in St. Johann im Pongau, das Restaurant Brunfels in Mainz und das Restaurant silva – Taste the Forest in Leogang. Darüber hinaus zeichnete die Jury das modulare Hotelkonzept Tin Inn mit einem Sonderpreis für Innovation aus, ebenso wie das eriro Alpine Hide in Südtirol als herausragendes Hideaway.
Verliehen wurde der Preis in den sechs Kategorien „Hotel-Opening City“, „Hotel-Opening Leisure“, „Hotel-Reopening City“, „Hotel-Reopening Leisure“, „Hotelgastronomie Konzern/Kette“ sowie „Hotelgastronomie Privat“ vergeben. Teilnahmeberechtigt waren Hotels und Hotelrestaurants aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol, die im Jahr 2024 neu eröffnet oder umfassend neu positioniert wurden.
Veranstaltungsort war das Nouri Hotel in Bad Krozingen, das 2023 nach einer sechsjährigen Planungszeit an den Start ging. Eingebettet war die Preisvergabe in den Tophotel Day, der gemeinsam mit dem B2C-Reiseportal Mein Tophotel veranstaltet wurde.
Tophotel Newcomer Award: Von Hafensilo bis Alpenidyll
Kategorie "Hotel-Opening Leisure"
In der Kategorie Hotel-Opening Leisure setzte sich das Seegut Zeppelin in Friedrichshafen durch. Das Ensemble aus vier Neubauten und einer denkmalgeschützten Villa vereint Architektur, Nachhaltigkeit, Biodiversität und bewussten Genuss. Im Restaurant Pinus trifft Slow Food auf regionale Identität – ruhig gelegen, klar gestaltet, ganz im Einklang mit der Bodenseeregion. Michael Lidl, Geschäftsführender Partner der Treugast Solutions Group, brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: "Das Seegut ist wohl eines der charmantesten Neueröffnungen in der Ferienhotellerie. Es ist leise, stilvoll und majestätisch, dabei aber fest am Boden verankert", so Lidl. Dabei sei es gerade das Zusammenspiel aus Mut, Vision und Gastfreundschaft gewesen, das die Jury überzeugt habe. "Es ist ein Haus, das sich nicht laut auf die Bühne drängt, sondern leise überzeugt. Mit einem Team, das Hotellerie kann und kein weiteres Copy-Paste-Projekt darstellt. So geht Leisure-Hotellerie im Jahr 2025." Den Preis nahm das Hoteliers-Paar Hendrik und Sandra Fennel stolz und gleichzeitig selbstbewusst entgegen: "Das Seegut ist ein Ort, der Haltung benötigt - und diese Haltung haben wir."
Kategorie „Hotel-Opening City“
Der erste Platz in der Kategorie Hotel-Opening City ging an das John & Will Silo-Hotel by Guldsmeden in Bremen. Geschäftsführerin Babette Kierchhoff ließ bei der Bekanntgabe einen lauten Freudenschrei los und nahm zusammen mit Operations Manager Janek Burgdorff überglücklich die Trophäe entgegen. Das 117-Zimmer-Hotel im umgebauten Getreidesilo verbindet eine ungewöhnliche Architektur mit Industriecharme – realisiert mit der dänischen Marke Guldsmeden direkt an der Weser. Die Jury zeigte sich überzeugt: Selbst ein Silo kann Sinnbild für die Zukunft sein. "Ein Hotel in ein ehemaliges Silo zu bauen - das muss man sich erst einmal finanziell trauen und stemmen", sagte Jury-Mitglied Carolin Brauer von QR Quality Reservations. Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten habe das Haus gepunktet. Das John & Will ist, wie die gesamte Überseeinsel, an ein Nahwärme- und Nahkältenetz angeschlossen, das aus einer Multimegawatt-Flusswasser-Wärmepumpe direkt vor der Tür gespeist wird. Etwa 70 Prozent der Heizenergie werden per Wärmeüberträger aus der Weser entnommen. Die fehlenden 30 Prozent werden als Strom aus nahen Wind- und PV-Anlagen bezogen, um das Flusswasser auf nutzbare 50 bis 70 Grad Celsius zu erwärmen. Brauer: "Das Hotel ist ungewöhnlich und sehenswert in jeder Hinsicht - zudem ist es trotz des Industrie-Charmes warm und schön gestaltet."
Kategorie "Hotel-Reopening City"
Das Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden gewann den Award in der Kategorie Reopening City. Die sanierte Stadtresidenz schlägt eine Brücke zwischen sächsischer Geschichte und zeitgemäßem Komfort – ein Ort, an dem stilvoller Luxus und durchdachte Technik harmonisch zusammenwirken. "Im Inneren des ehrwürdigen Gebäudes wurde ein komplett neues Kapitel aufgeschlagen ", sagte Jurymitglied Martin Rahmann von der Unternehmensberatung Agere. "Der Umbau ist ein Meisterwerk aus Vergangenheit und Gegenwart und macht das Taschenbergpalais zur wohl umfassendsten und gelungensten Hotel-Wiedereröffnung in Deutschland. Es ist jetzt ein Hotel, das die Seele der Stadt atmet". Obwohl die Anbindung an den internationalen Flugverkehr nach wie vor herausfordernd sei, halte Kempinski an dem Standort fest. "Über allem steht dabei ein Team mit 200 Mitarbeitern aus 20 Nationen, die weltoffen und höchst professionell agieren." Marlen Seidel, Marketing Communication Managerin, nahm die Auszeichnung stolz entgegen: "Uns gibt es jetzt seit 30 Jahren. Die Hotellerie ist ein hartes Pflaster, aber ich wünsche allen Newcomern, die heute hier sind, einen ähnlich stringenten Werdegang."
Kategorie "Hotel-Reopening Leisure"
Der Berghof St. Johann in der Salzburger Region Pongau (Österreich) sicherte sich die Auszeichnung in der Kategorie Reopening Leisure. Mit einem umgebauten Erdgeschoss, 20 neuen Suiten sowie einem Rooftop-Spa mit Infinity Pool zeigt das Hotel, wie alpine Gastfreundschaft und modernes Design in den Bergen ineinandergreifen können. "Wer schon in seiner Adresse den Namen 'Alpendorf 1' stehen hat und von allen Räumen aus einen atemberaubenden Blick auf die wunderschöne Bergkulisse bietet - quasi eine Panorama-Flatrate de luxe -, setzt ein klares Statement", resümierte HGK-Chef und Jurymitglied Urban Uttenweiler in seiner Laudatio. Dabei sei es nicht allein die Lage, der Ausblick und die Nachhaltigkeitsbestrebungen (PV-Anlage, Biomasse, Wärmerückgewinnung, 3-Fach-Verglasung), die das Haus so besonders machten. Vor allem der Inhaberfamilie Rettenwender sei es mit ihrer Personality gelungen, einen ganz besonderen Ort mit Wohlfühlgarantie zu schaffen. Uttenweiler: "Der Berghof ist alles andere als ein kaltes, durchgestyltes Familienhotel - er ist ein Haus mit viel Liebe zum Detail."
Kulinarik mit Charakter
Kategorie "Hotelgastronomie Konzern/Kette"
Weiter ging es mit der Kulinarik: Auch hier hatte die Gastro-Jury eine große Auswahl an Top-Newcomern zu bewerten. Positiv aufgefallen sei dabei wieder die enorme Bandbreite und Leidenschaft der Bewerber. "Wenn bei den Einreichungen die ganz eigene, besondere Gastgeber-DNA durchscheint, wird es für uns jedes Mal schwierig, sich auf ein einziges Haus zu einigen", plauderte Jurymitglied Bettina von Massenbach von Oyster Hospitality Management aus dem Nähkästchen. Doch ein Konzept stach unter den Bewerbungen besonders hervor - und das war das Brunfels Restaurant im Hotel Brunfels in Mainz. Die Jury lobte die konsequente kulinarische Handschrift, die stimmige Atmosphäre sowie die Kombination aus hochwertiger Produktküche und zeitgemäßer Präsentation. GM Holger Hanselmann nahm unter großem Applaus den Preis entgegen und ermunterte andere Newcomer, dran zu bleiben, auch wenn es mal harte und schwierige Zeiten gibt. "Jeder, der ein Hotel eröffnet, weiß, was es bedeutet, zu leiden. Manchmal will man einfach hinschmeißen, aber wenn man sich pusht und bis ans Limit geht, wird man belohnt." Jurymitglied und Tophotel-Autorin Susanne Stauss hob in ihrer Laudatio die Führungsqualitäten von Hanselmann hervor und schilderte eindrücklich, wie sich das Haus in Mainz einen festen Platz in der Feinschmeckerszene erarbeitet hat – "so sieht gastfreundliche Hotel-Gastronomie heute aus", resümierte sie.
Kategorie "Hotelgastronomie Privat"
In der Kategorie Hotelgastronomie Privat ging der Preis an das Fine-Dining-Restaurant silva – Taste the Forest im Naturhotel Forsthofgut in Leogang (Österreich). Das visionäre Konzept bringt den Wald auf den Teller: pflanzenbasiert, handwerklich präzise, sinnlich – und eng verankert mit der Umgebung und den Jahreszeiten. Auch architektonisch greift das Restaurant die Verbindung zur Natur überzeugend auf. "Das silva ist ein Ort, an dem Kulinarik und Natur zu einem einzigen Erlebnis verschmelzen", brachte es Jurymitglied Christopher Appel von Ascensus auf den Punkt. "Gastfreundschaft kommt hier von Herzen und stellt den Wald als Inspirationsort in den Mittelpunkt." Dabei zeige das Team um Küchenchef Michael Helfrich, das auch Fine-Dining Wurzeln haben kann. "Dabei ist es leise, konsequent und nachhaltig und hebt Hotel-Gastronomie auf ein völlig neues Level." Stellvertretender Hoteldirektor Peter Löschberger war per Livestream zugeschaltet und freute sich sichtlich über die Auszeichnung und die wertschätzenden Worte des Laudators.
Pioniergeist und Rückzugsort: Die prämierten Sonderkonzepte
Einen Sonderpreis für Innovation erhielt die Marke Tin Inn, die sich mit gleich zwei Neueröffnungen – an den Standorten Hückelhoven und Heinsberg –für den Award beworben hatte. Die Jury entschied sich, nicht nur eines der Häuser in den Fokus zu rücken, sondern das übergeordnete Konzept als Ganzes herauszustellen. Die modular aufgebauten Hotels setzen auf wiederverwendete Materialien, kompakte Bauweise, hohe Energieeffizienz und vollständig digitalisierte Abläufe – ein innovativer Ansatz für nachhaltige Stadthotellerie im Dreisterne-Segment mit Potenzial zur Vervielfältigung. "Manchmal gibt es Ideen, da fragt man sich: Warum hat das nicht schon mal früher jemand gemacht", sagte Laudator Fabian Wiesler vom Seehotel Wiesler Titisee. "Die Macher beweisen mit ihrer Marke, dass sich ein cooles Konzept und radikaler Minimalismus nicht ausschließen müssen. Es ist ein echter Gamechanger in der Hotellerie." Das Tin-Inn-Konzept sei von Nachhaltigkeit geprägt, zu der die geringe Flächenversiegelung, der Einsatz gebrauchter Container anstatt konventioneller Bausubstanz, die Klimatisierung über Wärmepumpentechnik sowie die hohe Energieeffizienz beitragen. Wieslers Fazit: "Das ist eine Hotellerie, die Verantwortung übernimmt und zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht belehren muss, sondern Spaß machen kann."
Mit dem Sonderpreis „Outstanding Hideaway“ wurde das eriro Alpine Hide in Tirol geehrt. Mit nur neun Suiten, gestaltet mit Naturmaterialien aus dem Alpenraum, ist ein Refugium entstanden, das Ruhe und puristischen Luxus auf besondere Weise verkörpert. Jurymitglied und Architekt Peter Ippolito bezeichnete das Hotel in seiner Laudatio als "Retreat auf 1550 Metern Höhe", das sich komplett auf das Wesentliche konzentriere und mit seinen hochwertigen Materialien Gästen die Schönheit der Berge näherbringe. Ippolito: "Das eriro ist ein Ort, an dem die Zeit langsamer zu fließen scheint - bereits die Anreise mit Gondel und Schneeschuhen ist pure Entschleunigung." Das sei in Zeiten massiver Transformation und einer immer schneller agierenden Gesellschaft ein perfekter Kontrapunkt. "Die Durchgängigkeit der Geschichte hat uns als Jury auf Anhieb überzeugt."
Wettbewerb & Finale
Das Fachmagazin Tophotel aus dem Freizeit Verlag – ein Tochterunternehmen von Holzmann Medien – vergibt den Tophotel Newcomer Award jährlich. Gewählt wurden die Tophotel-Newcomer von zwei unabhängigen Fachjurys – davon eine mit Fokus auf Hotelentwicklung, Betriebswirtschaft und Architektur, und eine mit Schwerpunkt auf Gastronomie. Entscheidende Kriterien waren Innovationsgrad, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Design, Konzeptstärke und Marktfähigkeit. Der Preis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen in der Branche für neue Hotelkonzepte im DACH-Raum. Durch das Programm führte Moderator Max Herrmannsdörfer, bekannt vom Handwerker Radio, Holzmann Medien.
Unterstützt wurde der Wettbewerb samt Veranstaltung in diesem Jahr von folgenden Sponsoren und Partnern: HGK, Westhoff, Dyflexis, Appia, Intergastra, Dirs21, Martin Waßmer Weingut, IST Bildungsinstitut, Fritz & Fritz, Zwiesel Glas, KranzLive und Profitabel. red/nz
Die Jury des Tophotel Newcomer Awards
Jury Hotel-Opening & -Reopening:
Carolin Brauer (Geschäftsführerin QR Reservations), Brit Glocke (Chefredakteurin Tophotel & Hotel+Technik), Anna Heuer (Verbandsgeschäftsführerin HSMA), Peter Ippolito (Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Ippolito Fleitz Group), Michael Lidl (Geschäftsführender Partner der Treugast Solutions Group), Martin Rahmann (Gesellschafter bei Agere.die Hotelexperten), Jacqueline Schaffrath (Head of Mein Tophotel), Urban Uttenweiler (CEO/Vorstandsvorsitzender der Hotel- und Gastronomie-Kauf, HGK), Fabian Wiesler (Seehotel Wiesler und Isele Sustainegy – nachhaltige Umwelt- und Energieberatung) und Natascha Ziltz (Leitende Redakteurin Hotel+Technik).
Jury Hotel-Gastronomie:
Christopher Appel (Consultant bei Ascensus – Consulting und Marketing), Brit Glocke (Chefredakteurin Tophotel & Hotel+Technik), Bettina von Massenbach (Oyster Hospitality Management & FCSI-Beirätin), Jonas Mog (Geschäftsführer Ahead Burghotel), David Nünemann (Geschäftsführung Studio Haebel Hamburg), Tim Plasse (Partner, Gastronom & Coach bei F&B Heroes Frankfurt) und Susanne Stauß (Autorin Tophotel & Hotel+Technik).