Hoteldesign • Mit Fotostrecke • Nächtigen im Gewächshaus

Pogusch_Steirereck_Umbau_Architektur
In den Hang gebaut: Die Anbauten vom Gasthaus Steirereck. © Cathrine Stukhard

Am Alpenpass Pogusch ist mit dem erweiterten Gasthaus Steirereck ein spannendes Gastro- und Hotelensemble entstanden.

Ein außergewöhnliches Hotelprojekt in den österreichischen Alpen: Am Alpenpass Pogusch in der Obersteiermark können Gäste in beheizten Gewächshäusern nächtigen. Genauer im Wirtshaus und Haubenrestaurant Steirereck, das umfassend in sein Angebot investiert hat.

In Zusammenarbeit mit dem Wiener Architekturbüro PPAG Architects wurde das Bestandsensemble saniert und um weitere Bauten ergänzt. Die Architekten fügten dem Bestandsensemble neue Räume für die Küche, einen Gastraum sowie zwei Glashäuser an.

Bei den beiden gewächshausartigen Bauten handelt es sich um ein größeres kaltes und ein kleineres warmes Glashaus. Das kleinere wird für die Pflanzenzucht verwendet, ist an die Küche angeschlossen und versorgt diese mit frischen Kräutern. Im großen Glashaus sind Schlafkojen sowie ein mehrstöckiger Wellnessbereich integriert. Jede Schlaf-"Kabane" ist in einer anderen heimischen Holzart getäfelt und mit einem Bett für zwei Personen ausgestattet. Die Nacht kostet ab 98 Euro.

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    Umgeben von Orangen: Die Schlafkojen im Kaltglashaus.
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    Der Komplex umfasst Landwirtschaft, Hotellerie, Gastronomie und ein Biomassekraftwerk.
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    Das Restaurant bietet Gastronomie auf hohem Niveau.
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    Im neuen Salettl speisen Gäste mit Blick auf die Berge.

Das Besondere: Die Erweiterungsbauten sind von außen kaum einzusehen. Das liegt daran, dass die Planer nahezu alle Neubauteile in den Hang einfügten. Lediglich die beiden Glashäuser sowie der neue Gastraum – von den Architekten als Salettl (Gartenpavillon) bezeichnet, sind sichtbar und setzen sich von der übrigen Bebauung ab.

Für das Projekt erhielt PPAG den Architekturpreis des Landes Steiermark 2023. Kuratorin Indira Van't Klooster, Direktorin des Amsterdamer Architecture Center Arcam, begründete die Entscheidung wie folgt: „Das Steirereck am Pogusch stellt eine enge Beziehung zur Natur her, sowohl in der Art wie das Projekt mit lokalen Materialien arbeitet, als auch wie es einen umschlossenen menschlichen Lebensraum bildet, der als regionaler Knotenpunkt im Netzwerk der Lebensmittelproduktion für die Gastronomie fungiert.“

Großen Wert wurde bei der Erneuerung des Steirereck am Pogusch auf erneuerbare Energien gelegt. Zudem sollte weniger Ressourcen durch Lebensmittelproduktion vor Ort, Kreislaufwirtschaft, Kompostierung sowie eine ökologische Auswahl der Baumaterialien verbraucht werden.

Geführt wird das Steirereck von Birgit und Heinz Reitbauer, die auch das gleichnamige Wiener Sternelokal "Steirereck" betreiben. Es zählt zu den besten Restaurants Österreichs und ist laut "Falstaff Restaurantguide 2023" das beste Restaurant in Wien.