Nachhaltigkeit bei Best WesternHotel Victoria mit Energiedachgarten

Die Photovoltaikanlage war im Jahr 2000 der erste Baustein für das nachhaltige Energiekonzept des Freiburger Best Western. (Bild: Dirk Holst - DH Studio)

In Kooperation mit dem Start-up Bedandtree engagiert sich Best Western in Deutschland  hotelübergreifend. Zusätzlich haben viele Häuser ein eigenes, umfassendes Nachhaltigkeitskonzept. So auch das Freiburger Hotel Victoria mit seinem Energiedachgarten.

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“Umweltfreundliches Denken ist nicht nur vielseitig und spannend, sondern bedeutet vor allem, zukunftsfähig zu sein. Das gilt auch für die Hotellerie”, ist das Credo von Marcus Smola, Geschäftsführer Best Western Hotels Central Europe. Ein hotelübergreifendes Engagement von Best Western gibt es mit der Kooperation mit der Organisation
Bedandtree, die sich kurz „B’n’Tree“ nennt. Bei jeder Buchung eines Best Western Hotels über die Website bedandtree.com pflanzt das Start-up einen Baum. Dabei entstehen für die Gäste keine Mehrkosten.

Auch in diversen anderen Bereichen haben viele Best-Western-Häuser ihr Engagement im Sinne der Nachhaltigkeit verstärkt: In Sachen Mobilität ist bei den Konzepten vieles “grün”. So gibt es mittlerweile mehr als 50 Hotels, die über E-Ladestationen verfügen. “Viele unserer Hotels haben den Trend ‚E-Mobilität‘ früh erkannt, bieten den Gästen dieses Extra an Service und verschaffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil”, so Marcus Smola weiter. Die individuellen Nachhaltigkeitsbestrebungen reichen vom Bienenhotel auf dem Dach bis zur Energieselbstversorgung. Ein Beispiel für ein umfangreiches Nachhaltigkeitskonzept ist das Best Western Premier Hotel Victoria in Freiburg.

Solar- und Windstrom vom Dach

Vor mehr als 20 Jahren wurde der Grundstein für den nachhaltigen Hotelbetrieb im Victoria mit der Übernahme durch das Ehepaar Späth gelegt. “Meine Frau und ich haben schon Anfang der 1980er-Jahre in unserer Studentenzeit versucht, nachhaltig zu leben. Als wir 1985 das Hotel übernommen haben, war das die Gelegenheit, unsere nachhaltigen Ideen, die im privaten Haushalt gut funktioniert haben, auf das Hotel zu übertragen”, so Eigentümer Bertram Späth.

Astrid und Bertram Späth verkleinern stetig ihren ökologischen Fußabdruck, und den ihres Hauses: 1999 setzte sich das Eigentümer-Ehepaar das Ziel, das ganze Hotel nur mit erneuerbaren Energien zu betreiben. So bezieht das Freiburger Hotel heute ausschließlich Strom aus regenerativen Energien. Dafür ist ein Energiedachgarten entstanden. Erster Baustein war die im Jahr 2000 installierte Photovoltaik-Anlage. Der Energiedachgarten wartet außerdem mit vier runden Windturbinen auf. Diese erfüllen jedoch eher einen symbolischen Zweck. „Wir haben eine Beteiligung am 1,3-Megawatt-Windkraftrad in Ettenheim in der Nähe von Freiburg. Das soll unsere hoteleigene Windkraftanlage demonstrieren. Die vier Windturbinen liefern Strom direkt in unser Netz, sind aber nicht wirtschaftlich“, so Bertram Späth. Mit den 20.000 Kilowattstunden Solar- und Windstrom, die jährlich auf dem Dach des Gebäudes erzeugt werden, können alle 65 Zimmer im Victoria mit Strom versorgt werden. Der Rest kommt über das Windkraftwerk in Ettenheim und wird als Ökostrom aus regionalen regenerativen Quellen zugekauft.

Null Emissionen

Das Hotel verfügt über eine Klimaanlage, die mit Grundwasser gekühlt wird. Eine Holzpellets-Heizung sorgt für Wärme. Das Holz der Pellets stammt aus der Region, bei der Verbrennung entsteht die gleiche Menge an CO2, wie während des Wachstums der Bäume aus der Atmosphäre aufgenommen wurde. Der CO2-Kreislauf ist daher geschlossen, was das Victoria zu einem Nullemissionshotel macht. Zusätzlich sind im gesamten Hotel Wärme- und Schallschutzfenster mit Dreifachverglasung verbaut. Die beiden Rückgebäude verfügen über eine 24 Zentimeter starke Dämmung, durch die 60 Prozent an Energie eingespart werden.
Im Zuge einer Umbaumaßnahme entstanden 36 neue Zimmer nach Passiv–hausstandard. “Die Zimmer benötigen dafür eine permanente Belüftung. Die Gäste haben immer gute frische Luft, auch wenn sie das Fenster nicht öffnen”, sagt der Eigentümer.

Die Nachhaltigkeitsbestrebungen des Ehepaars Späth zeigen nicht nur in der Energiebilanz Erfolge. Schon 1995 konnten sie sich über die Auszeichnung “Green Hotelier” der International Hotel & Restaurant Association (IH&RA) freuen. Seither wurde ihr Bemühen regelmäßig mit Auszeichnungen im Bereich Nachhaltigkeit gewürdigt. Seit 2006 sind sie außerdem nach Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) der Europäischen Union zertifiziert. Seit 2013 trägt das Hotel das Green Brand Gütesiegel, seit 2015 sogar mit Stern.

Expertise von außen

Hinsichtlich Wärme und Kühlung, so Bertram Späth, sei das Hotel Victoria autark. “Beim Strom macht es für uns wirtschaftlich keinen Sinn, da beziehen wir unseren umweltfreundlichen Strom von den Elektrizitätswerken in Schönau im Schwarzwald.” Dennoch werde ein sehr großer Anteil des Stroms im eigenen Haus erzeugt. Für die technischen Anlagen haben die Eigentümer das Know-how des Ingenieurbüros Solares Bauen hinzugezogen. “Diese Expertise halte ich für sinnvoll, da viel Fachwissen notwendig ist. Außerdem kann gemeinsam eine wirtschaftliche Lösung für das jeweilige Hotel erarbeitet werden”, ergänzt der Inhaber. Die Windkraftanlage sei im Betrieb wartungsfrei. Die Solaranlage müsse aber regelmäßig gewartet werden, ebenso wie die Pellets-Heizung.

Mareike Knewitz

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