Unglücksfall Nach Hoteleinsturz: Hoteliers suchten bereits Nachfolger

Hoteleinsturz
Hoteleinsturz: Völlig unerwartet ist das Hotel Reichsschenke in Kröv an der Mosel Dienstagnacht regelrecht zusammengesackt. © AdobeStock.com/Miroslav110

Die Betreiber des eingestürzten Hotels im Mosel-Ort Kröv wollten sich dem Dehoga Rheinland-Pfalz zufolge zur Ruhe setzen. Die Ursachenforschung zum Unglück geht indes weiter.

Die Betreiber des eingestürzten Hotels Reichsschenke in Kröv an der Mosel haben nach Darstellung des Dehoga aus Altersgründen einen Nachfolger für ihren Betrieb gesucht. Über die Ursache des Unglücks könne nur spekuliert werden, sagte Gereon Haumann, Landesvorsitzender des Dehoga Rheinland-Pfalz, in Bad Kreuznach. „Das ist eine Tragödie, absolut bedauernswert.“

Ob die Nähe zur Mosel, die Bauarbeiten am Vortag oder etwas anderes ursächlich für den Einsturz sei, würden Sachverständige und Ermittler hoffentlich bald klären können, auch damit Spekulationen verhindert würden, sagte Haumann. „Das ist ein absoluter Einzelfall.“ Das Hotel ist Haumann zufolge Mitglied im Dehoga.

„Als die Katastrophe da war, hat der Katastrophenschutz funktioniert“, betonte Haumann auch mit Blick auf die Mängel bei der Flutkatastrophe an der Ahr vor gut drei Jahren. „Das ist ein ganz schlimmes Unglück“, betonte Haumann. Bei allem Leid sei ihm aber ein großes Dankeschön an die Leitung des Einsatzes und an die Einsatzkräfte wichtig. Deren beherztes Vorgehen gebe den Menschen ein Gefühl der Sicherheit.

Hotel unter Beobachtung und zum Verkauf

Das geschichtsträchtige Hotel mit der Gaststätte, dessen Ursprung auf das 17. Jahrhundert zurückgeht, habe eine große Bedeutung für den Ort. Eine Stelle an dem Hotelkomplex – das Vorderhaus ist ein Kulturdenkmal – habe von Experten überprüft werden müssen, berichtete Martin Rolf, erste Beigeordnete der Gemeinde Kröv, gegenüber der dpa. „Da war ein Riss. Das wurde überprüft. Das war unter Beobachtung.“ Ob es einen Zusammenhang zu dem Einsturz gebe, könne er nicht sagen. 

Das Hotel stand mit Gaststätte für knapp rund 600.000 Euro zum Verkauf. Laut dpa erzählte ein Freund der Familie, das Hotelbesitzer-Paar habe die Urlaubsgäste warnen wollen, weil die Knackgeräusche im Haus wohl lauter wurden. 

Die Staatsanwaltschaft Trier hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen bestätigte, dass vor dem Einsturz des Gebäudes eine Rissbildung aufgefallen war und Fachleute eingeschaltet und Baumaßnahmen durchgeführt wurden, Einzelheiten seien noch nicht geklärt. Die Staatsanwaltschaft hat einen Gutachter beauftragt.

Das Haus sei nach wie vor einsturzgefährdet, sagte die Polizeisprecherin. Nach wie vor scheint Bewegung in dem Gebäude zu sein: „Es hat heute Nacht immer wieder geknirscht und geknackst“, sagte ein Anwohner. red/dpa