Einstimmig hat der Gemeinderat der Stadt Heidelberg für die Zusammenführung der Fritz-Gabler-Hotelfachschule Heidelberg mit der Marie-Baum-Schule votiert. Wie die Schule in die Zukunft blickt.
Die als Deutschlands erste Hotelfachschule bekannte Fritz-Gabler-Schule wird zum Schuljahr 2024/2025 mit der Marie-Baum-Schule zusammengelegt. Grund für die Fusion der Schulen ist nach Angaben der Stadt der Rückgang der Schülerzahlen an beiden Schulen in den vergangenen Jahren. An der Hotelfachschule konnten im aktuellen Schuljahr nur noch zwei Eingangsklassen gebildet werden. Nun stehe der Blick nach vorn im Fokus, teilte Schulleiter Ralf Hein in einem Statement mit.
"Langfrister Blick eröffnet Chancen"
Die Einbettung in eine größere Einheit eröffne mehr Handlungsspielraum beim Lehrereinsatz und bei unterrichtsunterstützenden Dienstleistungen. In der neuen Struktur könnten nun mit Ruhe und Sorgfalt mittel- und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten verfolgt werden. "Dieser langfristige Blick eröffnet Chancen. Denn das Profil, das die Fritz-Gabler-Hotelfachschule in Heidelberg zu einer der renommiertesten Bildungseinrichtungen im deutschen Gastgewerbe gemacht hat, wird auch in Zukunft gefragt sein", heißt es weiter in der Mitteilung.
Die Schule stehe mit ihrem Präsenzmodell für umfassende Weiterbildung und biete neben der Vermittlung von Fach-, Führungs- und Managementkompetenz auch Raum für Persönlichkeitsentwicklung. Dies gelte es, künftig stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken. Ergänzend sollen Bildungsangebote von kürzerer Dauer und zu speziellen Themen geschaffen werden, wie sie etwa bereits von der Hofa-Akademie mit den Meisterkursen im Gastgewerbe organisiert werden.
"Der Boxberg wird auch künftig ein Kompetenzzentrum für die Weiterbildung der Branche bleiben", so Schulleiter Hein weiter. Darin seien sich alle Akteure einig, die sich in ein Expertengremium zur Prozessbegleitung einbringen. Unter der Leitung der Heidelberger Bildungsbürgermeisterin Frau Stefanie Jansen umfasst das Gremium Vertreter der Schule, des Regierungspräsidiums Karlsruhe, des Schulamts der Stadt Heidelberg, des Dehoga Baden-Württemberg, der IHK Rhein-Neckar-Odenwald, Experten aus der Branche wie beispielsweise Caroline von Kretschmann (Europäischer Hof Heidelberg) sowie der Alumni-Vereinigung der Schule VHH und des Fritz-Gabler-Schulverein. In der Expertengruppe herrsche Einigkeit darüber, dass durch die neue Schulgemeinschaft die Hotelfachschule stabil aufgestellt und mit Blick auf wirtschaftliche Veränderungen widerstands- und wettbewerbsfähiger gemacht wird. sar
Über die Hotelfachschule
An der Fritz-Gabler-Schule, Deutschlands erster Hotelfachschule, bilden sich seit 1925 Fach- und Führungskräfte der Hotellerie und Gastronomie weiter. Für bisher mehr als 10.000 berufserfahrene und aufstiegsorientierte Fachkräfte der Hotellerie und Gastronomie war die Hotelfachschule Heidelberg ein wichtiger Karriereschritt auf dem Weg in Führungspositionen im In- und Ausland.