Nach Antisemitismus-Vorwurf Leipziger Hotel beendet interne Untersuchung

Der Sänger Gil Ofarim berichtet bei Instagram von einem antisemitischen Vorfall in einem Leipziger Hotel. © Daniel - stock.adobe.com

Der Sänger Gil Ofarim hatte Anfang Oktober bei Instagram von einem antisemitischen Vorfall in einem Leipziger Hotel berichtet. Das betroffene Hotel hat laut Medienberichten seine internen Untersuchungen nun abgeschlossen und will keine Maßnahmen gegen den beschuldigten Mitarbeiter ergreifen.

(Stand: 20.10.2021) Der Musiker Gil Ofarim ist nach eigenen Angaben Opfer eines antisemitischen Vorfalls im Leipziger "Westin Hotel" geworden. Dort habe ihn ein Mitarbeiter aufgefordert, seine Kette mit einem Davidstern einzupacken, berichtete Ofarim in einem Video bei Instagram, das Anfang Oktober hohe Wellen schlug.
Das Hotelmanagement hatte nach der Äußerung Ofarims eine interne Untersuchung durch eine Anwaltskanzlei angekündigt. Wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland und Die Zeit berichten, wurden diese Ermittlungen nun abgeschlossen.
Das Management habe auf Grundlage der Ergebnisse entschieden, keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen gegen den beschuldigten Mitarbeiter zu ergreifen. Es würden keine "objektivierbaren" Anhaltspunkte für den Vorfall vorliegen.

Untersuchungsbericht

Anwälte hätten für den Untersuchungsbericht, der 118 Seiten umfasst, Zugang zu den Zeugenaussagen sowie zu den Videoaufzeichnungen aus dem Hotel erhalten, wie RND berichtet. Den Angaben nach wurden auch E-Mails, Telefonanrufe und Check-in-Daten ausgewertet. Außerdem seien Gäste und Mitarbeiter identifiziert und befragt worden, die sich in der Rezeption befanden. Der Mitarbeiter, der nach den Vorwürfen beurlaubt wurde, dürfe nun ins Hotel zurückkehren.
Zuletzt tauchten Zweifel hinsichtlich der Sichtbarkeit des Davidsterns von Ofarim auf, gestützt auf entsprechende Videoausschnitte. mit dpa