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StartHotel+TechnikIT & AnwendungenMit Property Management und API durchgestartet: Vivere Stays wächst in sechs Monaten...

Mit Property Management und API durchgestartetVivere Stays wächst in sechs Monaten um mehr als 25 Hotels

Hotelanbieter Vivere Stays startete während der Coronapandemie. In den ersten sechs Monaten hat er eigenen Angaben zufolge mehr als 25 Hotels unter Vertrag nehmen und durchschnittlich um die 75 Prozent Auslastung in seinen Häusern gewährleisten können. Dabei hilft eine cloudbasierte PMS-Plattform, die zusätzliche Funktionen durch eine API-Struktur bietet.

Vivere Stays ist ein junges Tech-Unternehmen, das die Nische der Digitalisierung kleinerer und mittlerer unabhängiger Hotels füllen will. Das Start-up verwaltet alle Aspekte der Preisgestaltung, des Vertriebs und der digitalen Transformation. Die Technologien sind made in Europe.

Sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Umsätze dieser Hotels sollen durch den Einsatz der Technologien maximiert werden, ausgenommen davon ist der Gästekontakt. Dieser bleibt in der Verantwortung der Hotels.

Erfolgreicher Start in der Pandemie

Derzeit betreibt das Unternehmen mehr als zwei Dutzend Hotels unter dem Gruppennamen “by Vivere Stays” von den Standorten Barcelona, Madrid, Stuttgart und Berlin aus. Das Team hinter dem Start-up entdeckte eine Marktchance im Bereich der kleineren unabhängigen Hotels. Diese haben in der Regel weder die Ressourcen, um hochqualifizierte Mitarbeiter einzustellen, noch verfügen sie über das Knowhow hinsichtlich digitaler Technologien.

“Wir sind nicht nur in der Pandemie erfolgreich gestartet, sondern wir haben auch Notverkäufe einiger Hoteliers vermeiden können – und darauf sind wir besonders stolz. Wir konnten die im Markt bestehende geringe Nachfrage entsprechend in unsere Hotels kanalisieren“, sagt Murshil Ünver, CEO und Cofounder von Vivere Stays.

„Ein Mittelklassehotel hat innerhalb des ersten Monats der Zusammenarbeit seine Anzeigen auf diversen Immobilien-Plattformen einen Monat nach Beginn der Zusammenarbeit heruntergenommen und ist Stand heute weiterhin ein zufriedener Kunde.”

Pilotprojekt im Hotel Bohemia als Beginn der Partnerschaft

Basis für den erfolgreichen Start war, ein geeignetes System zu finden. Im Oktober 2020 starteten PMS- und Plattform-Anbieter Apaleo gemeinsam mit Vivere Stays ein Pilotprojekt mit dem Hotel Bohemia by Vivere Stays in Berlin. Innerhalb der ersten drei Wochen verzeichnete das Hotel eine Verfünffachung des Umsatzes. Damit war der Weg geebnet für eine Partnerschaft.

Apps per API-Architektur einfach einbinden

Die Cloud-Plattform ist kein “geschlossenes” Property Management System (PMS), sondern laut Anbieter eine Plattform die sie nicht mit einem herkömmlichen PMS vergleichen lässt. Denn zusätzlich zu den üblichen Funktionen der Hausverwaltung wie beispielsweise Ratenverwaltung, Reservierung, Buchhaltung und Inventarisierung basiert die Plattform technisch auf einer API-First-Architektur. Hospitality-Apps können sofort mit der Apaleo-Schnittstelle verbunden werden. Jegliche Anpassung wird auf der Plattform aus bestehenden offenen APIs aufgebaut oder entwickelt.

Die Plattform sei in der Lage, individuelle Lösungen zu bieten und schnell zu reagieren, ergänzt Philip von Ditfurth, Gründer von Apaleo. „Hotels, die dringend eine Digitalisierungsstrategie und eine Management-Dienstleistung benötigen werden so entsprechend unterstützt.”

Künstliche Intelligenz in dynamischen Pricing-Tools

In der täglichen Arbeit mit dem System verwaltet das Business-Intelligence Team des Hotelanbieters die hauseigenen dynamischen Pricing-Tools. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz werden die Zimmerpreise mehrmals täglich angepasst, um den höchstmöglichen Umsatz zu jeder Tageszeit zu generieren. Mit Apaleo und dem App-Store hat das Team Zugriff auf zahlreiche spezialisierte Apps und kann je nach Bedarfsfall die Hoteliers entsprechend ausstatten.

Die richtige App finden

“In Spanien müssen wir zudem einige rechtliche Anforderungen erfüllen, die es in anderen europäischen Märkten nicht gibt. Beispielsweise die Verpflichtung, Gästedaten an lokale Behörden weiterzugeben”, erzählt Berta Vilardell, Ex-Booking.com und Cofounder von Vivere Stays. Er ist in Barcelona ansässig.

“Auch diese Herausforderung konnten wir mit Hilfe der App-Store von Apaleo lösen. Dort fanden wir Chekin, ein innovatives spanisches Unternehmen, das den Gastaufenthalt digitalisiert und dabei die lokalen Anforderungen erfüllt.“

Einfaches Klonen und schnelles Handeln

Die Geschwindigkeit, mit der das Unternehmen wächst, ist laut Plattform-Anbieter nur durch das schnelle Multi-Property-Setup möglich. Der „Clone“-Button ermöglicht es, Konfigurationen von existierenden Betrieben direkt auf neue zu übertragen.

Gleichzeitig lassen sich lokale Anpassungen von einzelnen Häusern wie Zimmern, Zimmertypen oder Preisen vornehmen. Das System bietet eine einzige Benutzeroberfläche für die übergreifende Verwaltung der Prozesse einer Gruppe als auch die Verwaltung der einzelnen Betriebe.

Technologie ist ausschlaggebend für unseren operativen Erfolg. In manchen Hotels haben wir beispielsweise mit der Code2order-App – und ihrer Online Check-in Funktion – die Öffnungszeiten der Rezeptionen der Nachfrage entsprechend anpassen und teilweise reduzieren können“, so Ünver.

“In der Pandemie kann so ein einfacher Schritt schonmal entscheidende Auswirkungen auf die Profitabilität eines Betriebes haben. Für uns ist es wichtig, auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Hotels einzugehen, um ein authentisches, lokalisiertes Produkt anzubieten. Dank der Plattform können wir jede neue Situation schnell bewerten und umgehend handeln.”


 Interview
“Unsere Häuser haben trotz der Pandemie eine Auslastung von über 75 Prozent“

Murshil Ünver ist CEO und Cofounder von Vivere Stays (Bild: Vivere Stays )

Murshil Ünver, CEO und Gründer von Vivere Stays, über die Wachstumsphase seines Unternehmens, die Skalierbarkeit und den Weg vom Onboarding der ersten Immobilie bis zum Betrieb von derzeit über 25 Objekten.

Herr Ünver, können Sie uns erzählen, wie die Idee für Ihr Unternehmen entstand?

Murshil Ünver: Das Gründungsteam besteht aus Berta Vilardell, dem ehemalige Head of Revenue, Oyo Europe, Mauricio Lezama, ehemaliger Head of Sales, Oyo Spanien und mir. Wir haben uns bei Oyo kennengelernt, einem indischen Unicorn, das sich im Hinblick auf die Anzahl der Hotels schnell zur weltweit drittgrößten Hotelgruppe entwickelt hat und damals einen Marktwert von über zehn Milliarden US-Dollar hatte.

Wir drei hatten zwei Dinge gemeinsam: Wir glaubten tatsächlich an das Geschäftsmodell und wir wollten unseren Partnerhotels helfen, sich gegen die steigende Konkurrenz im Markt zu behaupten. Darüber hinaus sind wir auf Augenhöhe. Wir haben gemeinsam und gegenseitig Vertrauen aufgebaut und das Arbeiten miteinander hat uns Spaß gemacht. Daher betrachten wir uns auch, einschließlich unserer Hoteliers, als kleine Familie.

Und wie ging es dann konkret los?

Anfang 2020 saßen wir zu dritt in einem der schönen Hipster-Cafés in Berlin und überlegten und spielten die Idee durch, das Geschäftsmodell an die westlichen Standards und Anforderungen anzupassen. Der Entschluss war gefasst. Und weil wir alle wertvolle Erfahrungen, sowohl aus der Hotelindustrie, anderen Tech-Unternehmen als auch aus eigenen Gründungen mitbringen, sind wir nicht überrascht, dass wir bereits im ersten Jahr Oyo in Deutschland und Spanien überholt haben.

Was ist Ihrer Meinung nach der Schlüssel zu diesem Erfolg gewesen?

Es ist unmöglich, das auf einen Aspekt zu reduzieren. Ich würde sagen, abgesehen von der DNA des Teams, ist es die Branchenkenntnis, das Vertrauen und die Harmonie, kombiniert mit unserem Tech-Stack. Wenn man sich unsere Services anschaut, sind wir in der Lage, die ganze Palette an Tools wie dynamische Preisgestaltung, Vertrieb, digitale Transformation und innovative Ansätze hinsichtlich der Steigerung der Umsätze zu bieten. So helfen wir Hotels, ihre Ziele zu erreichen und ihre Geschäftsabläufe und Reputation stetig zu verbessern.

Ließ sich diese Verbesserung nach der Übernahme eines Hotels bereits feststellen?

Auf jeden Fall. Wir sind unglaublich stolz auf die KPIs, die wir erreichen. Erstens haben unsere Häuser trotz der Pandemie eine Auslastung von über zirka 75 Prozent – eine Kennziffer, von der die meisten Hotels in diesem Bereich nur träumen können.

Zweitens konvertieren wir 30 Prozent unserer Gäste in wiederkehrende zufriedene Kunden. Parallel dazu verbessern sich die Bewertungen unserer Hotels direkt im Anschluss an die Zusammenarbeit bereits deutlich. Darüber hinaus verzeichnete unser erstes Haus in Deutschland, das Hotel Bohemia by Vivere Stays, innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Partnerschaft eine Umsatzsteigerung von 500 Prozent.

Jedes Hotel von Vivere Stays ist ein Vertrauensbeweis und zeigt den Mehrwert, den wir bieten. Es ist eine Win-Win-Win-Situation. Die Abwanderungsrate liegt derzeit bei null – und das wollen wir auch so beibehalten. Jedes Hotel wird behandelt wie ein Teil der Familie.

Gibt es einen bestimmten Immobilientyp, auf den Sie sich konzentrieren?

Wir verwalten Budget-Hotels verschiedener Größen und Formen. Wir haben sogar ein neu eröffnetes Design-Motel aus Frachtcontainern sowie Dreisternehotels mit mehr als 160 Zimmern. Unser Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Hotels mit weniger als 100 Zimmern und  drei Sterne oder weniger.

Wir haben ambitionierte Pläne, unsere europäische Expansion so organisch wie möglich fortzusetzen. Als weitere Märkte folgen bald unter anderem Portugal, Italien und die Benelux-Länder.


 

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