Mecklenburg-Vorpommern öffnet Tourismus in drei großen Schritten Urlaub ab 4. Juni wieder möglich

In Mecklenburg-Vorpommern, wie hier im Ostseebad Ahrenshoop, könnten ab Juni wieder Touristen erlaubt sein. © Pixabay/Benedikt Geyer

Später als andere Bundesländer öffnet nun auch Mecklenburg-Vorpommern den Tourismus. Dies soll in drei großen Schritten erfolgen. Schon ab dem morgigen Freitag sollen einheimische, ab 4. Juni dann sogar auswärtige Übernachtungsgäste erlaubt sein. Das kurzfristige Vorziehen der Öffnungstermine komme für viele Hotels jedoch zu überraschend, um rechtzeitig zu öffnen. Und auch bei den vorhandenen Testkapazitäten könnte es Probleme geben.

(Stand: 27.05.2021, 16 Uhr) Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern öffnet am 4. Juni und damit später als einige andere Bundesländer für den bundesweiten Übernachtungstourismus. Auch internationale Gäste könnten wieder kommen, sie müssten aber die geltenden Quarantänebestimmungen beachten, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, nach einem Gipfel zum Tourismus mit Vertretern der Landesregierung und der Branche am Mittwoch in Schwerin.
Mecklenburg-Vorpommern öffnet den Tourismus in drei großen Schritten, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erläuterte. Von diesem Freitag, 28. Mai, an dürfen zunächst Einwohner von Mecklenburg-Vorpommern Urlaub im eigenen Bundesland machen. Außerdem fallen die umstrittenen Einreisebeschränkungen für Zweitwohnungsinhaber, Dauercamper und Bootsbesitzer weg. Angebote für die Kinder- und Jugenderholung können wieder starten, Land- und Waldschulheime öffnen. Auch die Fahrgastschifffahrt und Busreisen in oder von Mecklenburg-Vorpommern aus sind möglich.

Ab 4. Juni: Auswärtige Übernachtungsäste möglich

Vom 4. Juni an können dann auswärtige Übernachtungsgäste wieder Ferien in MV machen. Auch der Reisebustourismus in das Bundesland soll dann wieder möglich sein. Im Sommer 2020 waren Woitendorf zufolge fünf Millionen Übernachtungsgäste gekommen. An diesen Erfolg will man anknüpfen, obwohl das Pfingstgeschäft ausfiel, während etwa in Schleswig-Holstein schon Urlaub möglich war.
Bei der Anreise muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der dann alle drei Tage zu aktualisieren ist. Dafür soll es ausreichend Testzentren geben, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte. Für einen reibungslosen Ablauf müsste die bisherige Testkapazität jedoch verdreifacht werden, sagte Dehoga-Präsident Lars Schwarz am Donnerstag. Es müssten 500.000 Tests pro Woche von Touristen gemacht werden, errechnete Schwarz. Dass das die bestehenden rund 400 Testzentren nicht schaffen könnten, sei klar. Auch die von Glawe (CDU) angekündigte Hilfe durch bis zu 100 Touristinformationen, die zu Testzentren werden sollen, werde nicht ausreichen.
Deshalb bleibe vielen Hoteliers vermutlich nichts anderes übrig, als selbst zum Testzentrum zu werden. Dafür müssten nur einige Mitarbeiter geschult werden. Für die Testkosten komme die Kassenärztliche Vereinigung auf. Dazu müssten die Betriebe einem Rahmenvertrag beitreten, den etwa Dehoga und der Tourismusverband mit der Kassenärztlichen Vereinigung geschlossen haben.

Ab 11. Juni: Öffnung der hoteleigenen Schwimmbäder

Eine Woche später, am 11. Juni, sind dann auch wieder Tagesausflüge in den Nordosten und Besuche bei Freunden möglich. Bisher waren nur Besuche bei der Kernfamilie erlaubt. Vom 14. Juni an sollen außerdem hoteleigene Schwimmbäder und Saunen für Gäste mit negativem "Aufenthaltstest" sowie Spaß- und Hallenbäder für die Allgemeinheit wieder geöffnet werden. Auch Zirkusbesuche sollen wieder mit Negativ-Test möglich sein.
Schwesig sagte, die Öffnungsschritte seien möglich, weil die Corona-Infektionszahlen zuletzt stark gesunken seien - seit nunmehr einer Woche liege die Sieben-Tage-Inzidenz im Nordosten stabil unter 50. Woitendorf ergänzt: "Mecklenburg-Vorpommern meldet sich zurück. Das Urlaubsland Nummer eins der Deutschen ist wieder da." Er räumte ein, dass es durch das Hin und Her bei den Öffnungsterminen in den letzten Wochen Stornierungen gegeben habe. Zunächst hatte die Landesregierung am 11. Mai als Öffnungstermin den 7. Juni für Einheimische und den 14. Juni für alle Urlauber genannt.

Für viele Hotels ist neuer Öffnungstermin zu kurzfristig

Diese vorgezogenen Termine kämen für viele Hotels jedoch sehr überraschend. Vor allem die einheimischen Gäste, die ab diesem Freitag Urlaub machen können, dürften bei den Ferienhotels keine üppige Auswahl haben. Viele Anbieter würden erst im Juni wieder öffnen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag ergab. In Heringsdorf auf Usedom zum Beispiel starten die meisten Hotels nun am 4. Juni, wie eine Mitarbeiterin der Kurverwaltung sagte. Auch in Binz auf Rügen hieß es, dass der größere Teil der Hotels erst am 4. Juni öffnen werde. Vor allem die vorgezogene Urlaubsmöglichkeit für Einheimische ab dem 28. Mai sei zu kurzfristig gekommen, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen.

Das Hotel Neptun in Warnemünde bleibt sogar bei seinem Öffnungstermin am 14. Juni. Das Grand Hotel Heiligendamm startet am 10. Juni und damit ebenfalls später als möglich. Ein Haus dieser Größe und dieses Standards benötige einen gewissen Vorlauf, um alle Reservierungssysteme und -kanäle und sowie das gesamte Resort mit seinem umfangreichen Angebot wieder zu öffnen, erklärte eine Sprecherin. Das Strandhotel Fischland in Dierhagen startet am 4. Juni, die beiden Hotels im Ferienkomplex Weiße Wiek im Ostseebad Boltenhagen am 7. Juni.

Beratung über Familienfeiern

Bereits seit Pfingstsonntag ist in Mecklenburg-Vorpommern die Gastronomie geöffnet, seit Dienstag auch der Einzelhandel. Vom 1. Juni an können die Museen wieder Gäste empfangen. An diesem Donnerstag will das Kabinett über Familienfeiern wie Hochzeiten, Jugendweihen oder Konfirmationen beraten, wie Schwesig ankündigte. Dehoga-Chef Schwarz sagte, es sei auch für seine Branche eine wichtige Frage, in welchen Größenordnungen Familienfeste gefeiert werden können. dpa