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StartBusiness & ManagementMecklenburg-Vorpommern::Arbeitskräftemangel in Hotels und Gaststätten

Mecklenburg-VorpommernArbeitskräftemangel in Hotels und Gaststätten

Die Hotels und Gaststätten in Mecklenburg-Vorpommern haben zurzeit mit einem erheblichen Arbeitskräftemangel zu kämpfen. Jedes Jahr fehlten zur Hochsaison Arbeitskräfte, doch in diesem Sommer sei es wegen der vergangenen Corona-Maßnahmen schlimmer, sagt der Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz.

„Wenn man den Mitarbeitern sagt, ihr seid nicht systemrelevant, und sie sieben Monate wegsperrt, hat das natürlich Folgen“, so Lars Schwarz, Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern. Viele Arbeitskräfte seien abgewandert. Die Branche beschränke ihre Suche darum längst nicht mehr auf Fachkräfte. „Wir sprechen von helfenden Händen und klugen Köpfen“, sagte Schwarz.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bestätigte die Lage. „Es fehlt an allen Ecken und Enden“, sagte Gewerkschaftssekretärin Annett Rossa-Koslowski. Es gebe eine deutliche Arbeitsverdichtung. „Zehn-Stunden-Schichten sind keine Seltenheit“, sagte die Gewerkschafterin.

Klar ist für den Dehoga-Präsidenten, dass die Urlauber nicht unter dem Arbeitskräftemangel leiden sollen. „Wir kriegen das hin und werden dem Gast die gewohnte hohe Qualität geben“, sagte Schwarz. Manche Hotels ließen einige Zimmer lieber leer stehen und verzichteten auf Umsatz, als den Standard zu senken. Restaurants könnten ihre Öffnungszeiten anpassen und warme Küche nur noch zu den Stoßzeiten anbieten. Auch ein oder zwei Ruhetage pro Woche seien möglich.

Den Gästen riet Schwarz, Tische rechtzeitig zu reservieren oder in das weniger überlaufene Binnenland auszuweichen. Einige Regionen des Landes seien nämlich nicht ausgebucht, weil zahlreiche Urlauber wegen der Corona-Unsicherheiten ganz kurzfristig buchten.

Zahl der freien Stellen im Nord-Gastgewerbe gestiegen

Auch in Schleswig-Holstein sind in der Hochsaison Hotels und Gaststätten hunderte Stellen unbesetzt. Besonders dramatisch ist die Lage bei Helfern in der Gastronomie, wie aus Zahlen der Agentur für Arbeit hervorgeht. Hier waren im Juni 845 Stellen nicht besetzt und damit 255 oder gut 43 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Bei Fachkräften gab es einen Anstieg um 30 Prozent auf 373.

In der Hotellerie waren im Juni 210 Fachkräfte-Stellen unbesetzt und damit gut 27 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Bei Helfern gab es einen Anstieg der freien Stellen um 25,5 Prozent auf 231.

„Die Lage ist in Teilen angespannt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes, Stefan Scholtis, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Im Zusammenhang mit den Folgen der Coronapandemie habe viel Personal im Gefühl der Perspektivlosigkeit die Branche verlassen. Aktuell kämen ungewisse Prognosen für den Herbst hinzu. Negativ wirke sich auch der demografische Wandel aus.

Gerade jetzt in den Ferien müssten Betriebe wegen Personalmangels ihre Gäste um Geduld bitten, sagte Scholtis. Ein Teil habe auch einen oder auch einen zweiten Ruhetag eingelegt, Flächen oder das Angebot auf der Speisekarte verringert oder auch besonders aufwendige Gerichte herausgenommen. „Da sind die Kollegen sehr innovativ.“

Scholtis bekräftigte die Forderung aus der Branche, Zugangsgenehmigungen für gastronomisches Personal aus dem Ausland zu erleichtern. Andernfalls drohten die Betriebe Gäste zu verlieren, die aus Enttäuschung über Folgen von Personalmangel nicht wiederkommen. Dies wiederum würde dem Tourismusstandort Schleswig-Holstein schaden. dpa


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