Likestay Max C. Luscher gründet eigene Hotelmarke

Die Gründer von Likestay: (von links) Max C. Luscher, Constantin Rehberg und Andreas Brennfleck.
Die Gründer von Likestay: (von links) Max C. Luscher, Constantin Rehberg und Andreas Brennfleck. © Likestay

Nach rund zwei Jahren kehrt Max C. Luscher ins operative Hotelgeschäft zurück – mit eigener Marke und zwei Mitgründern. Was das Konzept von Likestay auszeichnet.

Die deutsche Hotellandschaft hat eine neue Marke: Unter dem Namen Likestay sind drei Branchenkenner angetreten, Bestandshotels mit einem konsequent digitalen Betriebs- und Vertriebsmodell zu repositionieren. Hinter dem Unternehmen mit Sitz in Baden-Baden stehen Max C. Luscher, früherer Deutschlandchef von B&B Hotels, Constantin Rehberg, zuvor in Führungspositionen bei A&O, Prizotels, Stayery und Lively, sowie Andreas Brennfleck, geschäftsführender Gesellschafter der Libertas Hotels.

Die unterschiedlichen Hintergründe der drei Gründer sieht Luscher als Stärke: „Wir denken das Hotel von drei Seiten: Digitalisierung, Betrieb und wirtschaftlicher Erfolg.“

Digitales Hotelkonzept

Das Markenversprechen lautet: „Einfach gut übernachten.“ Im Zentrum stehen Merkmale wie ruhige Zimmer mit guter Schlafqualität, eine durchgängig digitale Guest Journey – von der Buchung über den mobilen Check-in bis zum Check-out – sowie Kaffeemaschinen und kostenloses Wasser auf den Zimmern.

Auf aufwendige Amenities, Obstkörbe oder eigene Gastronomiekonzepte verzichtet Likestay bewusst. Stattdessen setzen die Gründer auf einen schlanken Betrieb mit minimalem Personaleinsatz und einem Remote-Guest-Service. Als technologische Grundlage dienen das Property-Management-System Apaleo und die Revenue-Management-Software Duetto. Das erste Haus soll zudem als Showcase-Hotel für die Technologiepartner fungieren: Anbieter wie Duetto können das Objekt als Referenz für ihre Kunden nutzen.

Das erste Haus: Likestay Premium Baden-Baden

Als erstes Projekt hat Likestay das Batschari Palais übernommen. „Baden-Baden ist ein idealer Startpunkt: eine etablierte Destination, ein Haus mit Geschichte – und enormes Potenzial durch konsequente Digitalisierung und klares Produktprofil“, sagt Mitgründer Andreas Brennfleck zum Standort.

Das Haus wird unter dem Namen Likestay Premium Baden-Baden mit rund 70 Zimmern neu positioniert. Das bisherige Suiten-Hotel wird konsequent umgebaut: Größere Einheiten werden aufgeteilt, um neue Zimmerkategorien wie Einzel- und Doppelzimmer für ein breiteres Publikum zu schaffen. Über Verbindungstüren sollen sich die Einheiten flexibel zu Familienzimmern oder Suiten kombinieren lassen.

Selektives Wachstum mit drei Markenstufen

Die Gründer verfolgen mit ihrer Hotelmarke nach eigenen Angaben eine bewusst zurückhaltende Expansionsstrategie. „Wenn im Jahr ein bis zwei Hotels dazukommen, sind wir zufrieden“, sagt Luscher. Im Fokus stehen Bestandsobjekte, deren Eigentümer mit bisherigen Betreibern schlechte Erfahrungen gemacht haben und einen technologiegetriebenen Partner suchen. Mehrere Objekte befänden sich derzeit in Prüfung. „Die Konsolidierung im Markt eröffnet Chancen für vertrauenswürdige Betreiber. Wir bringen die Praxiserfahrung, die Technologie und den Mut, Dinge anders zu machen“, ergänzt Constantin Rehberg.

Die Markenarchitektur ist in drei Stufen angelegt: Likestay Budget für preissensible Standorte, Likestay als Midscale-Variante und Likestay Premium für Objekte mit höherem Qualitätsanspruch. Das Modell ist als Franchise mit niedrigem Kapitaleinsatz und hoher Digitalisierungstiefe angelegt. red/sar