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StartAufmacherMarkus Griesenbeck im Interview::"Wir wollen deutschlandweit wahrgenommen werden"

Markus Griesenbeck im Interview"Wir wollen deutschlandweit wahrgenommen werden"

Die Atlantic Hotels sind rund um ihre Heimat Bremen bereits stark vertreten. Aktuell gehören insgesamt 18 Standorte zur Gruppe. Künftig will die Kette deutschlandweit Anerkennung finden. Unter anderem soll mit Unique by Atlantic eine neue Lifestyle-Brand am Markt platziert werden, wie Geschäftsführer Markus Griesenbeck im Gespräch verrät.

Tophotel: Herr Griesenbeck, welche Projekte befinden sich aktuell in der Atlantic-Pipeline?

Markus Griesenbeck: Wir haben gerade das Atlantic Hotel Münster als neues Flaggschiff eröffnet. Im Winter 2021/2022 geht ein zweites Unique by Atlantic Hotel an den Start, Standort ist Kiel. 2022 folgt ein Atlantic Hotel in Heidelberg, 2023 ein weiteres in Erfurt und im Frühjahr 2024 das Severin’s Resort & Spa Tegernsee auf einem 6.000 Quadratmeter großen Areal mit einmaligem Seeblick. Baubeginn ist in diesen Tagen.

Hat die Coronapandemie Ihre Expansionsstrategie verändert?

Nein. Natürlich ging es darum, die Lockdowns wirtschaftlich gut zu überstehen. Das ist, nicht zuletzt dank der Staatshilfen – insbesondere Überbrückungshilfe III und Kurzarbeit –, gelungen. Unsere Urlaubshotels laufen inzwischen wieder hervorragend. Wir sind zudem überzeugt davon, dass das Tagungs-Business zu alter Stärke zurückkehrt. Dass unsere Tagungs- und Eventflächen generell großzügig konzipiert sind und dadurch zusätzlich zu den Hygienekonzepten das Sicherheitsgefühl erhöhen, spielt uns schon jetzt in die Karten.

Diversifizierung und Markenbildung gehören zu Ihrer Zukunftsstrategie …

Wir möchten alle Segmente abdecken und eine deutschlandweit wahrgenommene Hotelgruppe werden. Die Marke Atlantic steht für Vier- sowie Viersterne-Superior-Häuser und richtet sich an Business- und Freizeitreisende. Mit Unique by Atlantic etablieren wir eine neue nicht klassifizierte Lifestyle-Marke, die sich, wenn wir geeignete Standorte finden, sehr gut multiplizieren lässt. Severin’s, das 2014 auf Sylt gestartete Konzept, ist Luxus­hotellerie für unvergessliche Urlaubsmomente und wird sich nur vereinzelt nach und nach weiterentwickeln. Die Investitionskosten sind hoch, mögliche Standorte rar.

Bei der Standort-Suche dürfte Atlantic ein paar Vorteile haben, richtig?

Unsere beiden Investoren Kurt Zech, Vorstandsvorsitzender der Zech Group, sowie Joachim J. Linnemann, Inhaber von Justus Grosse Immobilien, sind exzellent in der Immobilienbranche vernetzt, werden insofern häufig angesprochen und erhalten viel Post. Wir fragen uns bei jedem eingereichten Angebot: Ist es eine Einzelfallprüfung wert? In Deutschlands Norden, rund um unsere Keimzelle Bremen, sind wir inzwischen stark vertreten. Jetzt geht es darum, in den südlicheren Landesteilen präsenter zu werden. Dabei zieht es uns gar nicht so sehr in die Metropolen. Mit unserer Privathotellerie fühlen wir uns in B-Destinationen mit hoher Lebensqualität wohl. An Standorten, an denen sich Business und Freizeit gut kombinieren lassen, sodass wir alle sieben Nächte gut auslasten können.

Besonders viel Potenzial scheinen Sie aktuell in neu entstehenden Stadtquartieren zu sehen, wie dem Europaplatz Heidelberg oder dem Tabakquartier Bremen?

Der umgebende Mix aus Wohnen, Arbeiten, Shopping, Kultur und Sport hilft der Hotellerie. Wir möchten keine Stand-Alone-Häuser betreiben, wenn es gute Gastronomie in der Umgebung gibt oder auch ein Fitnessstudio. Somit müssen wir nicht immer alle Services in Eigenregie anbieten – auch wenn einer unserer Claims lautet: Full-Service zu fairen Preisen.

Ihr Expansionstempo ist hoch. Haben Sie keine Sorge, sich – auch strukturell – zu übernehmen?

Nein, denn unsere Strukturen sind mitgewachsen. Wir haben in Bremen eine zentrale Management-Gesellschaft, die bedarfsgerecht personell aufgestockt wird. Hier wird all das abgewickelt, was sämtliche Häuser betrifft. Die Bereiche Sales, Marketing, Finanzbuchhaltung, Personalmanagement, zentrale Technik und IT sind hier angesiedelt. An den Standorten selbst sind unsere Direktoren zentrale Akteure. Heike Bode zum Beispiel, Direktorin unseres ersten Hotels in Bremen-Vegesack, ist seit dem ersten Tag im Jahr 1992 Teil des Teams. Wir geben Leitplanken vor und legen gleichzeitig großen Wert auf die individuelle Führung der Häuser. Diese ziehen gerade aus ihren eindeutigen regionalen Bezügen ihren Reiz. Wieder erkennbar sind wir vor allem durch Soft Facts, durch Services oder unser Frühstück, weniger aufgrund des Designs.

Wie sehen diese regionalen Bezüge aus?

Nehmen wir als Beispiel das just eröffnete Atlantic Hotel Münster: Unser Innenarchitekt, in diesem Fall Christian Olufemi von den Olufemi Moser Architekten aus München, hat sich zunächst intensiv mit der Stadt und der Mikrolage beschäftigt. Im „Grillroom“ im Erdgeschoss befindet sich nun beispielsweise eine Backsteinmauer, wie sie typisch für den Baustil der Region ist. Im Shop-Bereich in der Lounge gibt es lokale Produkte, wir kooperieren etwa mit dem in Münster ansässigen Coppenrath-Verlag, der unter anderem für seine „Felix“-Kinderbücher bekannt ist. Unsere Bar offeriert regionale Spirituosen, wie den Lagerkorn der Feinbrennerei Sasse oder den „Leeze Münster Gin“ der Heimat Heroes.

Gibt es Themen, die in allen Ihren neuen Hotels gleich relevant sind?

Das sind ganz klar Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Das digitale Ein- und Auschecken als zusätzliche Option beispielsweise, wodurch Schlangen an der Rezeption künftig der Vergangenheit angehören. In puncto Nachhaltigkeit setzen wir auf höchste Energiestandards. Das Atlantic Hotel in Heidelberg wird im Passivhaus-Standard gebaut, das dürfte im Hotellerie-Segment bisher einzigartig sein. E-Tankstellen oder Platz für Fahrräder sind Services, die aus unserer Sicht einen hohen Mehrwert bieten.

Auch die bestehenden Hotels wollen gepflegt werden – was passiert dort?

Wir investieren stetig in unsere Häuser und reagieren auf Marktentwicklungen. Was uns bei Expansion und Modernisierung gleichermaßen zugutekommt: Wir können bei der Beauftragung von Projekten oftmals im Firmenverbund der Zech Group mit ihrer Planungs- und Bauexpertise bleiben. Hier steckt viel Know-how, und das macht uns schnell und flexibel.


Über die Atlantic Hotels

1992 eröffneten Joachim J. Linnemann, Inhaber von Justus Grosse Immobilien, und Kurt Zech, Vorstandsvorsitzender der Zech Group, das erste Atlantic Hotel im Bremer Stadtteil Vegesack. Aktuell gehören zum Portfolio der Gruppe zwölf weitere Hotels unter dem Markennamen Atlantic (fünf in Bremen und Bremerhaven, zwei in Kiel und je ein Haus in Lübeck, Wilhelmshaven, Travemünde, Essen und Münster). Im Upscale-Bereich kommen drei Severin’s-Standorte (zwei auf Sylt sowie einer im österreichischen Lech), ein Unique by Atlantic Hotel in Bremen und ein 2021 folgendes in Kiel sowie das 2020 übernommene Louis Hotel in München dazu. Geschäftsführer Markus Griesenbeck ist seit 1999 bei Atlantic an Bord.


 

Interview: Stefanie Hütz

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